Fotokunst im Strandbad Klagenfurt: Meisterwerke der Kärntner Berufsfotografen

Die Berufsfotografen Kärntens präsentieren heuer zum vierten Mal ihre beeindruckenden Werke im Strandbad Klagenfurt. Diese Kunstausstellung, die in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Klagenfurt realisiert wurde, kann vom 4. Juli bis zum 2. September während der Öffnungszeiten bestaunt werden.

Vielfalt der Fotokunst

Von Porträts über Landschaften bis hin zu Kunst und Technik: Die Ausstellung zeigt rund 60 Fotosgrafien in verschiedenen Kategorien. Diese Motive schmücken die weißen Badehütten im Strandbad und haben bereits in den vergangenen Jahren für großes Aufsehen gesorgt. Der Erfolg der letzten Jahre hat gezeigt, wie groß das Interesse an professioneller Fotografie ist. Michael Linzer, Landesinnungsmeister der Berufsfotografen, betont: „Ziel der Ausstellung ist eine Leistungsschau des heimischen Handwerks. Wir wollen die Qualität unserer Arbeit hervorheben und zeigen, dass wir Meister unseres Fachs sind.“

 

 

Qualität und Kreativität

Die Fotografen hatten die Möglichkeit, ihre besten Werke einzureichen, die dann von einer nationalen Jury beurteilt wurden. Insgesamt wurden 482 Bilder eingereicht, von denen die besten ausgewählt wurden. Die Ausstellung unterstreicht die künstlerische Kreativität und das professionelle Auge der Fotografen. Linzer fügt hinzu: „Ein professionelles Bild hält nicht nur Erinnerungen fest, sondern vermittelt auch Botschaften. Dies gelingt dank professioneller Ausrüstung und ist mit Handyfotos keineswegs vergleichbar.“

Starkes Signal und die Forderung nach einem Staatspreis

Das große Interesse und die Beliebtheit der Freiluftausstellung verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig solche Wettbewerbe sind, um für die Leistungen der Berufsfotografen in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die Bundesinnung geht noch einen Schritt weiter und fordert einen Staatspreis für Berufsfotografie. Linzer würde sich als Kärntner Landesinnungsmeister sehr darüber freuen, haben doch bereits beim Landeswettbewerb über 58 Fotografen eingereicht, mehr als 3x so viel wie in anderen Bundesländern. Man sei also stark aufgestellt!

Management Impulse: Religion und Management – Zwei Welten ohne Berührungspunkte?

Gleich zur Premiere der neuen Veranstaltungsreihe „Management Impulse“ haben wir uns sozusagen Hilfe von oberster Stelle geholt und Dechant und Dompfarrer Peter Allmaier* eingeladen. Er hat das Publikum auf eine äußerst anregende philosophische Reise entlang der Grenzen von Religion und Wirtschaft mitgenommen.

Zwei Welten, die grundverschieden sind

Das Weltbild des katholischen Glaubens und jenes der Wirtschaft sind in einer ersten Betrachtung grundverschieden. Gerade aufgrund dieser Unterschiede eröffnen sich mitunter Dimensionen, die in Betrieben neue Handlungsfelder und Sichtweisen ermöglichen. So zeigt Allmaier anhand des Wortes „Arbeitskraft“ auf, wie entmenschlicht dieser Begriff ist und unterstreicht dies mit dem Zitat von Immanuel Kant „Der Mensch aber ist keine Sache, mithin nicht etwas, das bloß als Mittel gebraucht werden kann, sondern muss bei allen seinen Handlungen jederzeit als Zweck an sich selbst betrachtet werden.“ Aber nicht nur zu Immanuel Kant, sondern zu einem ganzen Reigen an Philosophen angefangen von Peter Stoerdijk bis hin zu Oswald Spengler werden an diesem Abend Bezugspunkte geschaffen.

Zwei Welten, mit vielen Berührungspunkten

Die Berührungspunkte sind unerwartet zahlreich und bringen den TeilnehmerInnen wertvolle Impulse fürs unternehmerische Denken. So weist Allmaier darauf hin, dass es wieder große Visionen braucht, um den aktuellen Problemen in der Gesellschaft begegnen zu können. Menschen brauchen starke Bilder, ein Ziel, das es zu erreichen gilt. Die gotischen Kathedralen beispielsweise hatten für die Menschen der westlichen Welt eine gewaltige Symbolkraft. Sie haben gezeigt, was wir durch unser menschliches Tun erreichen und welche Ziele wir uns stecken können. Der Philosoph Oswald Spengler sieht darin sogar die Erklärung für den Aufstieg der westlichen Kulturen zur Weltmacht. Eine solche Vision fehle uns laut dem Vortragenden aber in der Gegenwart.
Weiter ging Dr. Allmaier auf die Bedeutung von Werten und dem Gemeinschaftssinn im Wechselspiel zwischen Religion und Management ein. All das immer unter Bezugnahme auf die praktische Umsetzbarkeit im betrieblichen Alltag. Dieser spannende Diskurs bot anregenden Gesprächsstoff für die anschließende gesellige Netzwerkrunde.

Management Impulse: Unser neues Veranstaltungsformat

„Management Impulse“  Hier gibt es frische Perspektiven für Management, Wirtschaft und Unternehmertum.  ein neues, innovatives Veranstaltungsformat des Wirtschaftsbund Kärnten, das frische Perspektiven auf Management, Wirtschaft und Unternehmertum bietet. Durch die interdisziplinäre Verbindung von Themen entwickeln sich Denkanstöße und Gestaltungsspielräume. „Management Impulse“ ist die Plattform für alle, die bereit sind, die Grenzen des Gewohnten zu überschreiten und echte Veränderung anzustoßen.

Der nächste Termin folgt im September.
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*Die vollständige Titelangabe findest du hier.

Keine rote Karte für qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten!

Weitere Reformen und eine Modernisierung der Rot-Weiß-Rot Karte sind notwendig, um dem eklatanten Arbeitskräftemangel wirkungsvoll zu begegnen.

Die Forderungen des Wirtschaftsbundes nach Reformen der RWR-Karte, haben bereits 2023 zu positiven Effekten geführt, so wurden 6.780 RWR-Karten ausgestellt, das ist ein Plus von ca. 20 % im Vergleich zu 2022. Der akute Arbeitskräftemangel, der die österreichische Wirtschaft massiv belastet, zeigt uns aber deutlich: das reicht noch lange nicht. Wir werden in den nächsten Jahren mehr Arbeitskräfte aus Drittstaaten brauchen, um unseren Wohlstand in Österreich zu erhalten. Und nein, es genügt nicht, nur auf die Leistungs- und Arbeitsanreize für inländische ArbeitnehmerInnen zu setzen. Es ist dringend erforderlich Österreich für Drittstaaten als attraktiven Arbeitsmarkt zu etablieren!

Beispiel Tourismus: Der erfolgreiche Kampf um die Saisonier-Kontingente für Kärnten

Am zähen Ringen um die Saisonier-Kontingente zeigt sich, es geht um jede einzelne Arbeitskraft. Das Engagement und das Verhandlungsgeschick der Wirtschaftskammer Kärnten und unserer WB-Funktionäre hat sich bezahlt gemacht: + 170 zusätzliche Arbeitskräfte für den Kärntner Tourismus*.

„Es handelt sich dabei quasi um ein Sonderkontingent für Kärnten: Österreichweit wurden zusätzlich 200 Plätze freigegeben, wobei der Großteil mit 170 Plätzen an Kärnten geht“, erklärte Jürgen Mandl, WKK Präsident und WB-Obmann. „Es ist ein essentieller Schritt zur Sicherung unseres Tourismusstandortes und für Betriebe eine immense Unterstützung!“, so Mandl.

Wenn Betriebe ihren Gästen aufgrund des Personalmangels nicht mehr die volle Qualität und Angebot bieten können, ist das nicht nur bitter, sondern schadet den Tourismusstandort und damit dem Wohlstand im Land massiv. Josef Petritsch, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, erklärt weiter: „Saisoniers sind ein unverzichtbarer Teil des touristischen Arbeitsmarktes. Wir befinden uns in einem internationalen Wettbewerb um Arbeitskräfte. Deshalb ist es auch so wichtig, Drittstaatsangehörige flexibel und bedarfsgerecht beschäftigen zu können.“

Dieser Kampf zeigt aber auch eines, die aktuellen Rahmenbedingungen müssen optimiert werden, um der aktuellen Situation Herr zu werden, und das nicht nur im Tourismus.

Inländische ArbeitnehmerInnen alleine werden das Kind nicht schaukeln!

Die Arbeitskräfte fehlen quer durch alle Bereiche, nicht nur im Tourismus, sondern z.B.: auch in der Industrie, in der Pflege und im Gesundheitswesen. Angesichts der vermehrten Abgänge der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand, wird sich diese Situation weiter verstärken. Die Nachfrage nach MitarbeiterInnen übersteigt das Angebot schon seit langem. Neben Leistungsanreizen für inländische ArbeitnehmerInnen müssen also die gesetzlichen Rahmenbedingungen der RWR-Karte weiter optimiert werden.

Wir fordern: Modernisierung und Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Karte

Unsere Forderungen:

  • Verfahrensbeschleunigung durch Digitalisierung: Prüfung der Voraussetzungen und Ausstellung der RWR – Karte binnen 72 Stunden ab Antragstellung
  • Senkung des Mindestgehalts in der Kategorie “sonstige Schlüsselkräfte”
  • Jobsuch-Visum für potenzielle RWR-Karten Kandidaten samt Möglichkeit der Probearbeit für alle Kategorien der RWR-Karte

Im Detail bedeutet das für unsere Unternehmen:

  • Betriebe kommen so einfacher und schneller zu dringend benötigten Arbeitskräften.
  • Weniger bürokratische Hürden sparen Zeit und Geld für Antragsteller und Unternehmen.
  • Der österreichische Arbeitsmarkt wird für internationale Arbeitskräfte aktiver.

Die Zeiten sind herausfordernd, aber mit den richtigen Ideen und Konsequenz in der Forderung zeigen wir als Wirtschaftsbund gemeinsame Wege für die Zukunft auf!

 

*Saisonier-Kontingent 2024 für Kärnten ist durch das Sonderkontingent von 292 auf 462 Arbeitsplätze gestiegen. Siehe https://www.wko.at/oe/tourismus-freizeitwirtschaft/aenderung-saisonkontingent-2024.pdf

Die Re-Ökonomisierung Europas

Es könnte alles ganz einfach sein. Denn so bedrohlich die wirtschaftliche Entwicklung derzeit scheint und so komplex die Gemengelage wirkt: Die Diagnose der Erkrankung, derentwegen die heimische Wirtschaft in einem jahrzehntelangen, schleichenden Prozess „abgesandelt“ (© 2013 by Christoph Leitl) ist, steht längst fest. Es handelt sich um ein gesellschaftliches Burn-Out-Syndrom im fortgeschrittenen Stadium (im Fachjargon Teilzeit-Thrombose), fortgeschrittene bürokratische Arteriosklerose (volkswirtschaftliche Durchblutungsstörungen aufgrund von Überregulierung) sowie einen bedenklichen Muskelschwund (Arbeits-Atrophie, der Mangel an Fach- und Arbeitskräften).

Wer von seinem Hausarzt einen solchen Befund erhält, hat zwei Wahlmöglichkeiten. Der Patient Österreich kann sich und anderen den Arztbrief schönreden und so weitermachen wie bisher. Besserung ist von dieser Strategie allerdings nicht zu erwarten, aber was solls, only the good die young. Die Alternative ist für einen Staat nicht viel anders als für die übergewichtige und unterbewegte Privatperson: Man muss den inneren Schweinehund in den Zwinger sperren und sich von ein paar liebgewonnenen, aber schlechten Gewohnheiten verabschieden.

Wirtschaftskammer- und Wirtschaftsbund-Chef Harald Mahrer hat das erst kürzlich wieder einmal eindringlich eingefordert. Er sieht die soeben absolvierte EU-Wahl als gute Gelegenheit, mit dem Wiedereinstieg ins wirtschaftliche Erfolgsprogramm zu beginnen. Gemeinsam mit der bald neu zusammengesetzten EU-Kommission sollten die Mitgliedsstaaten dringend daran arbeiten, Europa wieder wettbewerbsfähig zu machen: „Sonst sind wir Bürokratieweltmeister, aber die USA und China sind Innovationsweltmeister!“

Aber auch für Österreich hat Mahrer wirtschaftliche Gesundheitstipps: Denn wenn in den nächsten Jahren in Österreich 250.000 offene Stellen nicht besetzt werden können, ist das der ganz falsche Zeitpunkt, um über Arbeitszeitverkürzung nachzudenken. Im Gegenteil: Wir müssen mehr und vor allem die richtigen Menschen ins Land bringen, damit wir die Arbeit in der Wirtschaft, in der Verwaltung, in der Pflege noch erledigen können. Wir müssen endlich die seit Jahrzehnten geforderten Kinderbetreuungseinrichtungen schaffen, damit auch junge Mütter früher wieder ins Arbeitsleben zurückkehren oder von Teil- auf Vollzeit aufstocken können. Wir müssen Senioren und Überstunden steuerlich entlasten, damit diese Mehrarbeit natürlich auch ein entsprechendes Mehr beim persönlichen Einkommen bedeutet, nicht mehr Lohnnebenkosteneinnahmen für den Staat. Der Staat muss schlanker und fitter werden – und aufhören, sich auf unser aller Couch immer breiter zu machen.

Europa fällt in der Welt zurück, und Österreich fällt innerhalb Europas zurück. Die nächste Bundesregierung muss diesen Abwärtstrend entschlossen stoppen. Es gibt große Debatten in Europa über die Re-Naturierung und die Re-Migration. Noch wichtiger ist eine Re-Ökonomisierung Europas, meint Ihre

Sylvia Gstättner

Wirtschaftsbunddirektorin

Mehrarbeit statt Work-Life-Balance: Jugend fordert lohnende Überstunden

Eine aktuelle Umfrage der Wirtschaftskammer Österreich zu den Themen Arbeitsmarkt und Lohnnebenkosten verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen Österreich steht. Die Ergebnisse sind ein klarer Auftrag, die Rahmenbedingungen am Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort zu verbessern.

Arbeitskräftemangel bringt starke Belastung – für beide Seiten!

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage ist der anhaltende Arbeitskräftemangel, der sowohl ArbeitnehmerInnen als auch ArbeitgeberInnen belastet. Die Mehrheit der ÖsterreicherInnen spricht sich für eine Senkung der Lohnnebenkosten aus. Diese Maßnahme wird nicht nur von den Unternehmen unterstützt, sondern genießt auch breites Wohlwollen unter den ArbeitnehmerInnen. 78 Prozent der Befragten befürworten eine Entlastung, was die dringende Notwendigkeit unterstreicht, unseren Standort attraktiver zu gestalten.

Junge Generation entkräftet Vorurteil der Faulheit

Besonders bemerkenswert ist ein weiterer Aspekt der Umfrage: Laut einer Erhebung des Market Instituts sind 77 Prozent der 16- bis 29-Jährigen bereit, Mehrarbeit zu leisten, wenn sich die Überstunden lohnen – beispielsweise durch eine Steuerbefreiung. Diese Erkenntnis widerlegt das gängige Klischee, dass die junge Generation nur an einer strikten Work-Life-Balance interessiert sei. Im Gegenteil: Sie sind bereit, mehr zu leisten, wenn die Bedingungen stimmen! Dies sollte ein Weckruf für all jene sein, die die Jugend als arbeitsscheu abstempeln und verdeutlicht die Notwendigkeit, steuerfreie Überstunden durchzusetzen.

32-Stunden Woche? Ein unrealistischer Traum!

Diese Bereitschaft zur Mehrarbeit steht im starken Kontrast zu der Forderung nach einer 32-Stunden-Woche, die zwei Drittel der Bevölkerung als nicht umsetzbar erachten. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage können wir uns eine Diskussion über kürzere Arbeitszeiten volkswirtschaftlich nicht leisten. Stattdessen müssen wir uns auf Maßnahmen konzentrieren, die die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen stärken. Angesichts des demografischen Wandels wäre eine Verkürzung der Arbeitszeit eine zusätzliche Belastung.

Keine Zeit mehr für Gerede: Zielgerichtete Maßnahmen notwendig

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass wir dringend zielgerichtete Maßnahmen benötigen, die sowohl die Unternehmen entlasten als auch die Attraktivität des Standorts erhöhen. Viel geredet wurde schon, jetzt muss gehandelt werden! Eine Senkung der Lohnnebenkosten ist ein entscheidender Schritt in diese Richtung und findet breite Unterstützung in der Bevölkerung. Darüber hinaus könnte die Steuerbefreiung von Überstunden nicht nur die Leistungsbereitschaft steigern, sondern auch endlich unsere Jugend unter lohnenden Bedingungen abholen anstatt ständig auf sie zu schimpfen. Nur durch solche Maßnahmen können wir die Herausforderungen des Arbeitsmarktes bewältigen und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft sichern.

WB-Forum: So kann ich Stress vorbeugen und meine Gesundheit schützen!

Am Abend des 16. April fand in unseren Räumlichkeiten des Wirtschaftsbund Kärntens das WB-Forum „Gesund leben, gesund arbeiten, gesunde Unternehmen“ statt, das sich intensiv mit dem Thema Stressprävention und Gesundheit auseinandersetzte. Wir bedanken uns bei den ReferentInnen Dr. Waltraud Bitterlich, Fachärztin für Psychiatrie und Stress-Medizin, Benjamin Kuschnig und Mag. Kurt Lackenbucher von sanochron gmbh, die in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit in verschiedenen Unternehmenskontexten beleuchteten..

Das Happiness-Paradoxon

Ein zentrales Thema des Forums war die Messung, Darstellung und Umsetzung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit, insbesondere im Bereich des Ressourcen-, Potenzial- und Gesundheitsmanagements. Ein besonderes Augenmerk galt der Gesundheitsförderung und Potenzialförderung für UnternehmerInnen und Spitzenkräfte. Dabei wurde das „Happiness-Paradoxon“ diskutiert, das verdeutlicht, dass intensive Erfahrungen von Stress, Wohlbefinden und Glück oft gleichzeitig auftreten können.

Von fehlender Balance zum „Flow“ mit den richtigen Tools

Eine fehlende Balance kann zu Problemen führen, die als Indikatoren für ein Ungleichgewicht im System dienen, sei es körperlicher, psychischer oder seelischer Natur. Für eine optimale Leistungsfähigkeit ist daher ein ausgewogener Zustand, auch bekannt als „Flow“ von großer Bedeutung. Für die Stressbewältigung und -prävention können verschiedene Ansätze und Werkzeuge, wie zum Beispiel:

  • Analyse der Herzratenvariabilität: Diese Methode kann helfen, den Zustand des vegetativen Nervensystems zu verstehen und Stress besser zu regulieren.
  • Entwicklung von Strategien zur Stressbewältigung: Dazu gehören beispielsweise Atemübungen, Entspannungstechniken oder das gezielte Aussetzen von moderatem Stress, um die Resilienz zu stärken.
  • Förderung eines ausgewogenen Zustands (Flow): Dies beinhaltet die Schaffung von Bedingungen, die es den MitarbeiterInnen ermöglichen, in einen Zustand des Flows zu gelangen, in dem sie optimale Leistungen erbringen können.
  • Ganzheitliche Herangehensweise: Die Berücksichtigung psychologischer, medizinischer und unternehmerischer Aspekte bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Stressbewältigung und -prävention.
  • Kontinuierliche Evaluation und Anpassung: Regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit der angewandten Maßnahmen und Anpassung entsprechend der individuellen Bedürfnisse und Belastungen der MitarbeiterInnen.

Laut den ExpertInnen sind diese Werkzeuge und Ansätze darauf ausgerichtet, individuelle Bedürfnisse und Belastungen zu adressieren und so ein gesundes und produktives Arbeitsumfeld zu fördern. Der Ausklang bei Getränken und weiterführenden Gesprächen vertiefte im Anschluss den Einblick in die vielfältigen Ansätze und Werkzeuge zur Stressbewältigung und -prävention.

Save the Date

Merken Sie sich schon jetzt den 18. Juni für unser nächstes WB-Forum vor, bei dem wir ein weiteres spannendes Thema zur Diskussion stellen werden. Wir freuen uns darauf, Sie wieder begrüßen zu dürfen!

Alarm im Buchhandel: Aufruf zur dringenden Senkung der Umsatzsteuer

Am Welttag des Buches, kommt keine Jubelstimmung auf, vielmehr schlägt der Buchhandel Alarm. Die Branche sieht sich mit wachsenden Kosten und stagnierenden Umsätzen konfrontiert und damit das Fortbestehen vieler Buchhandlungen bedroht.

Dramatische Entwicklungen in der Buchbranche

In den letzten 16 Monaten haben sich die Herausforderungen durch hohe KV-Lohnerhöhungen und steigende Betriebskosten intensiviert, während die Umsätze nicht entsprechend mitwachsen. „Viele Buchhandlungen mussten bereits schließen, und die Verbleibenden kämpfen ums Überleben“, so Helmut Zechner, Fachgruppenobmann der Buch- und Medienwirtschaft.

Forderung nach signifikanter Steuersenkung

Zechner unterstreicht die Dringlichkeit der Lage: „Der Buchhandel steckt tief in der Krise. Wir fordern eine Senkung der Umsatzsteuer auf Bücher auf unter 4 Prozent, um die Handelsspanne zu erhöhen und unsere Buchhandlungen zu retten.“ Dieser Schritt würde den Buchhandlungen ermöglichen, trotz der angespannten Finanzlage am Markt zu bestehen.

Internationale Vergleiche und nationale Maßnahmen

Im europäischen Vergleich zählt Österreich zu den Ländern mit der höchsten Umsatzsteuer auf Bücher. Eine Anpassung an niedrigere Steuersätze wie in Deutschland oder der Schweiz könnte die Wettbewerbsfähigkeit und das Überleben der Buchhandlungen sichern. „Eine nachhaltige Lösung ist essentiell, um den kulturellen Reichtum des Buchhandels für zukünftige Generationen zu bewahren“, betont Zechner.

Zusätzlich zur Steuersenkung sind verlängerte Schulbuchverträge und andere unterstützende Maßnahmen notwendig, um den stationären Buchhandel langfristig zu stärken.

 

Foto: WKK, Peter Just

Kinderbetreuung: Betriebliche Angebote werden das Problem nicht lösen!

Die Wirtschaft werde die jahrzehntelangen Versäumnisse der Politik nicht reparieren können – und wollen. Die SPÖ soll endlich ihren Job machen!

Ich verlange ein sofortiges Ende der parteipolitisch motivierten Spiegelfechterei rund um die Kinderbetreuung in Kärnten. Die SPÖ erweckt mit ihren haltlosen Schuldzuweisungen den Eindruck, als könnten betriebliche Angebote die jahrzehntelangen Versäumnisse der Politik wettmachen. Ja, die Kärntner Wirtschaft ist bereit, unter den richtigen Rahmenbedingungen mehr Kinderbetreuung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzubieten. Und nein, diese Initiativen werden das Betreuungsproblem in Kärnten nicht lösen, das schon vor der Neuregelung groß war und mit ihr noch größer wird. Berücksichtigt man zudem die Struktur der Kärntner Unternehmen, dann zeigt sich, dass 97 % weniger als 30 MitarbeiterInnen beschäftigen. Wie diese Unternehmen Betriebskindergärten realisieren sollen, erschließt sich selbst mit viel Fantasie nicht.

Die Kinderbetreuung ist in erster Linie Landes- und SPÖ-Sache. Als es darum gegangen ist, den angeblichen „Gratis-Kindergarten“ groß zu vermarkten, hat die SPÖ keinen Zweifel daran gelassen und jede Möglichkeit genutzt, diesen vermeintlichen Erfolg auf ihre Fahnen zu heften. Jetzt, wo sie bemerken, dass sie sich verrannt haben und besser auf unsere vielfältigen Mahnungen, Warnungen und Vorschläge gehört hätten, sollen auf einmal die Unternehmen herhalten und die Kastanien aus dem Feuer holen. Die Situation eskaliert zunehmend, weil künftig immer mehr Gemeinden aufgrund ihrer desaströsen finanziellen Lage kaum in der Lage sein werden, ihre Betreuungsangebote aufrechtzuerhalten, während private Kindergärten von der Neuregelung in ihrer Existenz bedroht sind. Die Suppe, die sich die SPÖ-Politiker selber eingebrockt haben, sollen sie auch selber auslöffeln!

Besonders verwundert bin ich von der Haltung der sozialdemokratischen Wirtschaftsvertreter (SWV). Herr Trey ist Vizepräsident der Wirtschaftskammer und hätte jahrelang Zeit gehabt, die unzähligen Vorstöße für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Wohle der Mütter und Väter, aber auch der händeringend nach MitarbeiterInnen suchenden Unternehmen zu unterstützen. Aber eingefallen ist ihm das Thema genau in dem Moment, als die SPÖ versucht hat, vom Schlamassel mit ihrer eigenen Kinderfreunde-Organisation abzulenken und sich im AK-Wahlkampf gegen die Wirtschaft zu stellen.

Meint Ihre

Silvia Gstättner

COFAG-Spätantrags-Richtlinie beschlossen

Wichtige Entwicklung in Bezug auf die Beantragung von Corona-Hilfsgeldern

Nach beihilferechtlichen Diskussionen und einem Auszahlungsstopp bei über die COFAG abgewickelten Corona-Hilfsgeldern, gibt es nun eine positive Nachricht: Die Richtlinie für Spätanträge wurde beschlossen. Dies bedeutet, dass betroffene Unternehmen Rückforderungen vermeiden können.

Diese Entwicklung bringt die dringend benötigte Rechtssicherheit für viele Unternehmen, die noch auf die Auszahlung von Hilfsgeldern warten oder denen die Förderungen bereits ausgezahlt wurden. Es ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass Unternehmen, die sich an die damaligen Richtlinien gehalten haben, nicht benachteiligt werden.

Was Sie wissen müssen:

  • Start der Antragsstellung: Seit Montag, 4. Dezember 2023, ist es möglich über das Unternehmensserviceportal Anträge zu stellen.
  • Information durch COFAG: Betroffene Unternehmen werden ab diesem Datum informiert.
  • Auszahlungsbeginn: Mitte Dezember ist mit den ersten Auszahlungen zu rechnen.
  • Sanierung der Beihilfen: Dies erfolgt entweder durch Umwidmung auf De-minimis-Beihilfen oder auf Schadensausgleich.
  • Betroffene Hilfen: Ausfallsbonus (ABO) III und Verlustersatz (VUE) III, für den Zeitraum März 2022 (ABO III) bzw. 1. Januar 2022 bis 31. März 2022 (VUE III).

Für weitere Details:

Bitte besuchen Sie cofag.at Website für mehr Informationen zu den Spätanträgen.

Offene Fragen bei Unternehmensverbünden müssen schnellstens geklärt werden!

Wir setzen uns weiterhin für eine Lösung der Fälle ein, die Unternehmensverbünde betreffen. Auch diese Unternehmen haben richtlinienkonform eingereicht und vertrauen auf die damalige Auslegungspraxis der Förderstelle. Wir halten über weitere Entwicklungen auf dem Laufenden!

 

 

Arbeitskräftemangel: AMS Vorstand über Facetten und Chancen

Dr. Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice Österreich, besuchte den Wirtschaftsbund Kärnten, um die Situation auf dem Arbeitsmarkt zu skizzieren und sich im Anschluss den Fragen der anwesenden Unternehmer zu stellen.

Der Misere Anfang

Die Corona-Pandemie hatte massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Österreich. Im März 2020 stieg die Arbeitslosigkeit um 200.000 Personen an, gefolgt von 1,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Trotzdem blieb Anfang 2021 eine hohe Massenarbeitslosigkeit mit über 500.000 Menschen bestehen. Noch im selben Jahr kam es zum Arbeitskräftemangel. Das Wirtschaftswachstum von 5% brach alle Rekorde und führte zu einem drastischen Fachkräftemangel, der sich im Jahr 2022 weiter beschleunigte. Kärnten verzeichnete die niedrigste Arbeitslosenquote seit 15 Jahren, die Steiermark und das Burgenland wiesen die niedrigsten Quoten seit sogar 40 Jahren auf. Unternehmen waren schlussendlich gezwungen, auch mangelhaft ausgebildete Personen einzustellen.

Wie kann der Arbeitskräftemangel bewältigt werden?

Herr Kopf betont: „Wenige Arbeitgeber verstehen, dass auch der Arbeitsmarkt ein Markt ist“. Obwohl er durch Regulierungen und komplexe Faktoren beeinflusst wird, spielt das Konstrukt von Angebot und Nachfrage hier ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Basierend auf seiner Tätigkeit und Erfahrung konnte der AMS-Vorstand mehrere Lösungsansätze mitbringen, die bereits erfolgreich angewandt werden:

  • Stellenausschreibungen: Mittlerweile sehen sich Arbeitnehmer umworben und werden sich für das attraktivste Stellenangebot entscheiden. Dies kann genutzt werden, indem Formulierungen angepasst, der Bewerbungsprozess vereinfacht und die Alleinstellungsmerkmale hervorgehoben werden.
  • Kinderbetreuung: Tourismusbetriebe könnten die Kinderbetreuung für Gäste ausbauen und den Nachwuchs der Angestellten integrieren, sodass diese auch abends oder am Wochenende arbeiten können.
  • Finanzielle Anreize: Wer Floskeln wie „Bereitschaft zur Überzahlung“ angibt, rückt ins Hintertreffen, da konkretere Summen und Zukunftsaussichten die Zielgruppe besser ansprechen.
  • Richtige Zielgruppe: Frauen arbeiten häufig im Teilzeitbereich – das birgt Potenzial. Aber auch hier muss zielgerichtet beworben werden.

Umdenken nötig

„Der Wettbewerb um Arbeitskräfte erfordert mittlerweile ähnliche Marketingstrategien wie im Kundensegment. Unternehmen müssen sich bewusst machen, dass sich die Konkurrenz erweitert hat und nun neben Kunden und Marktanteilen auch um Mitarbeiter gekämpft werden muss“, so Kopf.

Lösungsansätze

„Das Glück, das wir in Österreich haben“, sagt Johannes Kopf ironisch „ist, dass wir einige Punkte verschlafen haben und es dort Verbesserungspotenzial gibt.“ Zum Beispiel kann die Kinderbetreuung in Österreich massiv ausgebaut werden – hier kann man sich ein Beispiel an Frankreich nehmen. Anreize, wie weniger Steuern oder erschwingliche Kinderbetreuung, könnten dazu beitragen, dass Mehrarbeit für Eltern attraktiv wird. Es wird auch deutlich, dass bei der Personalbeschaffung gezielt Frauen angesprochen werden sollten, um deren Potenzial zu nutzen. Ein weiterer Ansatz besteht darin, Schicht- mit Teilzeitarbeit zu kombinieren, was keine leichte Aufgabe ist, jedoch bereits von einigen Unternehmen praktiziert wird. „Zuwanderung alleine wird das Problem nicht lösen“, betont Kopf. Österreich hat bereits einen hohen Zuwanderungsanteil im Vergleich zu anderen EU-Ländern.

Deutschland macht es vor

Ein interessantes Beispiel aus Deutschland ist die Zusammenarbeit der Bundesagentur für Arbeit mit der Entwicklungshilfe in Indonesien. Dort wird eine Universität mit deutschen Mitteln finanziert und im Gegenzug dürfen die Hälfte der Absolventen für den deutschen Arbeitsmarkt abgeworben werden. Weiters bestehen Kooperationen mit China, die den dortigen Lehrlingen erlauben, nach deutschem Ausbildungsrecht in Fabriken von BMW, Audi und VW zu arbeiten, die Sprache zu lernen und nach absolvierter Ausbildung die Möglichkeit haben, nach Deutschland einzuwandern. Solche Kooperationen und Projekte könnten auch in Österreich umgesetzt werden, denn hierzulande ist ein Stand auf einer Berufsmesse bereits das höchste aller Gefühle.

Unternehmer-Impulse und Fragen

Klaus Kronlechner äußerte Bedenken hinsichtlich der Anforderungen der „Rot-Weiß-Rot – Karte“, die für einige Arbeiten als zu hoch angesehen werden. „Es bedarf keiner besonderen Deutschkenntnisse, um simple Hilfsarbeiten auszuführen“, so der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk. Der Lösungsvorschlag von Johannes Kopf: ein vereinfachtes Kontingent, welches je nach Bedarf angepasst werden kann. Der Innungsmeister des Baugewerbes Robert Rauter brachte den Vorschlag ein, dass 10 Überstunden lohnsteuer- und SVA-abgabenfrei sein sollten, um hiermit Anreize für Arbeitnehmer zu schaffen, Mehrarbeit zu leisten. Der Spartenobmann von Information und Consulting Martin Zandonella erwartet, dass sich die Situation noch verschlimmern wird und hält es für wichtig, sich darauf zu fokussieren, mit weniger Arbeitskräften mehr Leistung erbringen zu können. Die Fachgruppenobfrau der Reisebüros Andrea Brennacher-Springer erzählte, dass einige ihrer besten, kurz vor dem Ruhestand stehenden Mitarbeiterinnen, eigentlich lieber weiterarbeiten würden, sich dies aber steuertechnisch für sie nicht auszahlen würde. Dr. Johannes Kopf hatte zwar keine unmittelbare Lösung für das Problem konnte aber auf eine Initiative des AMS aufmerksam machen, die sich damit beschäftigt Arbeitskräfte aus anderen Abteilungen oder mit mangelnder Ausbildung und Erfahrung hochgeschult und somit zu passablen Nachfolgern werden.

Es braucht ein Zusammenrücken

Die Hotelierin Heide Pichler-Herritsch präsentierte ihr Projekt „Team Haus Kärnten“, das Arbeitgebern dabei helfen soll, attraktiver zu werden. Ein Hauptthema des Projekts ist die Bereitstellung von Mitarbeiterunterkünften, die derzeit knapp sind und nur von größeren Unternehmen finanziert werden können. Johannes Kopf machte darauf aufmerksam, dass hier auch die lokalen Entscheidungsträger gefragt seien: „Regionen müssen im Wettbewerb um Arbeitskräfte aktiv werden und Standortmarketing betreiben. Es bedarf einer Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und der Politik.“

Eine Herausforderung – viele Akteure

Der Arbeitskräftemangel stellt eine Herausforderung dar, die durch eine Kombination von Maßnahmen und Lösungsansätzen bewältigt werden kann. Durch eine gezielte Ansprache von Frauen in Teilzeit, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Umschulungsprogramme, flexible Arbeitszeitmodelle und Standortmarketing können Arbeitskräfte gewonnen und langfristig gehalten werden. Es ist entscheidend, dass verschiedene Akteure, einschließlich Unternehmen, Regierungsinstitutionen und Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten, um den Arbeitsmarkt in Österreich zukunftsfähig zu gestalten.