Die Re-Ökonomisierung Europas

Es könnte alles ganz einfach sein. Denn so bedrohlich die wirtschaftliche Entwicklung derzeit scheint und so komplex die Gemengelage wirkt: Die Diagnose der Erkrankung, derentwegen die heimische Wirtschaft in einem jahrzehntelangen, schleichenden Prozess „abgesandelt“ (© 2013 by Christoph Leitl) ist, steht längst fest. Es handelt sich um ein gesellschaftliches Burn-Out-Syndrom im fortgeschrittenen Stadium (im Fachjargon Teilzeit-Thrombose), fortgeschrittene bürokratische Arteriosklerose (volkswirtschaftliche Durchblutungsstörungen aufgrund von Überregulierung) sowie einen bedenklichen Muskelschwund (Arbeits-Atrophie, der Mangel an Fach- und Arbeitskräften).

Wer von seinem Hausarzt einen solchen Befund erhält, hat zwei Wahlmöglichkeiten. Der Patient Österreich kann sich und anderen den Arztbrief schönreden und so weitermachen wie bisher. Besserung ist von dieser Strategie allerdings nicht zu erwarten, aber was solls, only the good die young. Die Alternative ist für einen Staat nicht viel anders als für die übergewichtige und unterbewegte Privatperson: Man muss den inneren Schweinehund in den Zwinger sperren und sich von ein paar liebgewonnenen, aber schlechten Gewohnheiten verabschieden.

Wirtschaftskammer- und Wirtschaftsbund-Chef Harald Mahrer hat das erst kürzlich wieder einmal eindringlich eingefordert. Er sieht die soeben absolvierte EU-Wahl als gute Gelegenheit, mit dem Wiedereinstieg ins wirtschaftliche Erfolgsprogramm zu beginnen. Gemeinsam mit der bald neu zusammengesetzten EU-Kommission sollten die Mitgliedsstaaten dringend daran arbeiten, Europa wieder wettbewerbsfähig zu machen: „Sonst sind wir Bürokratieweltmeister, aber die USA und China sind Innovationsweltmeister!“

Aber auch für Österreich hat Mahrer wirtschaftliche Gesundheitstipps: Denn wenn in den nächsten Jahren in Österreich 250.000 offene Stellen nicht besetzt werden können, ist das der ganz falsche Zeitpunkt, um über Arbeitszeitverkürzung nachzudenken. Im Gegenteil: Wir müssen mehr und vor allem die richtigen Menschen ins Land bringen, damit wir die Arbeit in der Wirtschaft, in der Verwaltung, in der Pflege noch erledigen können. Wir müssen endlich die seit Jahrzehnten geforderten Kinderbetreuungseinrichtungen schaffen, damit auch junge Mütter früher wieder ins Arbeitsleben zurückkehren oder von Teil- auf Vollzeit aufstocken können. Wir müssen Senioren und Überstunden steuerlich entlasten, damit diese Mehrarbeit natürlich auch ein entsprechendes Mehr beim persönlichen Einkommen bedeutet, nicht mehr Lohnnebenkosteneinnahmen für den Staat. Der Staat muss schlanker und fitter werden – und aufhören, sich auf unser aller Couch immer breiter zu machen.

Europa fällt in der Welt zurück, und Österreich fällt innerhalb Europas zurück. Die nächste Bundesregierung muss diesen Abwärtstrend entschlossen stoppen. Es gibt große Debatten in Europa über die Re-Naturierung und die Re-Migration. Noch wichtiger ist eine Re-Ökonomisierung Europas, meint Ihre

Sylvia Gstättner

Wirtschaftsbunddirektorin

Toxischer Standortcocktail

Mit Pauken und Trompeten hat die Politik das Ende des fossilen Zeitalters eingeläutet. Bis 2050 will die EU klimaneutral sein, Musterschüler Österreich hat sich in gewohnter Gold-Plating-Manier vorgenommen, dieses Ziel bereits bis 2040 zu erreichen.

Schade nur, dass bundesweit weder beim dringend notwendigen Ausbau der Stromnetze noch bei der Schaffung neuer Stromerzeugungskapazitäten aus Wind und Fotovoltaik etwas weitergeht. Weil gleichzeitig der Strombedarf – Elektromobilität, Wärmepumpen, Digitalisierung – stark steigt, klettern die Strompreise gleich mit: Nicht der einzige Grund, warum der Wirtschaftsbund seit Monaten vor der Abwanderung von Investitionen, Unternehmen und ganzen Wirtschaftszweigen aus Europa warnt.

Eine aktuelle Studie von Deloitte Consulting zu „Österreichs Industrie im Wandel“ in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Wirtschaftspolitik der WKO bestätigt jetzt diese Befürchtungen: Die Attraktivität des Industriestandortes schwindet, drei von vier Unternehmen sehen die Gefahr der De-Industrialisierung in Österreich. Geplante Investitionen finden anderswo statt, Produktionen werden an günstigere Standorte verlagert. Mehr als 40 Prozent der befragten 500 Industrieunternehmen haben in den vergangenen drei Jahren bereits Maßnahmen ergriffen, um ihre Wertschöpfungskette an die verschlechterten Rahmenbedingungen in Europa und Österreich anzupassen.

Doch es sind nicht nur die Energiepreise, die Wirtschaftskraft aus Österreich vertreiben: Laut Deloitte-Studie sind auch hohe Arbeitskosten schuld daran, dass Unternehmen über Abwanderung oder Produktionsverlagerung nachdenken. Weitere Auslöser für die aktuelle Deindustrialisierungsdebatte auch in Österreich sind die enorme Regulierungswut der Bürokratie, der anhaltende Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und die extremen Steuern und Abgaben; ein toxischer Cocktail, der die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe vor allem im Export killt. Als Lebens- und Wirtschaftsstandort, dessen Wohlstand in hohem Maße vom weltweiten Export abhängt, muss auch der heimischen Politik bewusst sein, wie dünn das Eis ist, auf dem wir alle stehen: Jeder 4. Steuer-Euro in Österreich kommt aus dem Export, Kärnten mit seiner traditionell hohen Exportquote verdient jeden zweiten Euro im Ausland. 70.000 Arbeitsplätze hängen hierzulande direkt und indirekt am Außenhandel.

Deshalb ist in Wahrheit völlig klar, was zu tun ist, und wir sagen es seit Jahren: Runter mit den Steuern, Abgaben und Lohnnebenkosten auf ein Niveau, das unsere Betriebe wieder konkurrenzfähig mit den weltweiten Mitbewerbern macht. Hinauf mit den Investitionen in Stromnetze, Windkraft und PV. Weg mit unnötiger Bürokratie, die oft nur der Beschäftigung eines aus dem Ruder gelaufenen öffentlichen Monsterapparates dient. Und her mit der technisch mach- und kaufmännisch verkraftbaren Energiewende, bevor sie für uns alle zur Wohlstandswende wird.

Meint Ihre,

Sylvia Gstättner

Leistung als Basis des Wohlstands: Ein Appell von Sylvia Gstättner

In einer Welt, die durch beispiellosen Wohlstand und Fortschritt gekennzeichnet ist, steht die Marktwirtschaft – oder wie manche sagen, der Kapitalismus – als ein Pfeiler dieses Erfolgs. Hier bin ich einer Meinung mit unserem Präsidenten LGO Jürgen Mandl, der in seiner inspirierenden Rede beim WB-Zirkel einmal mehr die Bedeutung des Unternehmertums hervorhob.  Es sei nochmals festgehalten: Es ist die soziale und ökosoziale Marktwirtschaft, die unser ausgefeiltes Sozialsystem  überhaupt ermöglicht.

Trotz der offensichtlichen Errungenschaften erleben wir jedoch gerade eine Zeit, in der Krisenstimmung und eine Neigung zur Geringschätzung unserer wirtschaftlichen Erfolge dominieren. Insbesondere die einseitige Schuldzuweisung an den Kapitalismus für globale Herausforderungen wie den Klimawandel zeugt von einem verkürzten Verständnis der Wirklichkeit.

Noch besorgniserregender finde ich jedoch die schwindende Wertschätzung für Arbeit und Leistungsbereitschaft in unserer Gesellschaft. Die Diskussionen um eine 32-Stunden-Woche, die Sehnsucht nach Homeoffice und Vier-Tage-Woche sind Symptome eines tieferen Problems: Eine Gesellschaft, die das Arbeiten als Last statt als Teil des Lebens ansieht.

Dabei vergessen wir, dass unser Wohlstand, die soziale Sicherheit und die Errungenschaften, auf die wir so stolz sind, das Ergebnis harter Arbeit und Leistungsbereitschaft sind. Es ist höchste Zeit, dass wir als Gesellschaft wiedererkennen, dass Leistung nicht nur die Grundlage unseres Wohlstands ist, sondern auch Sinn und Bestätigung bietet.

Aus diesem Grund fordere ich dringend Maßnahmen zur Stärkung der Leistungsbereitschaft und zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Arbeit und Unternehmertum in Kärnten. Wer bereit ist statt 20 Stunden 40 Stunden zu arbeiten, arbeitet um 100 Prozent mehr, bekommt aber dafür nur 72 Prozent mehr Nettoeinkommen. Das kann nicht sein, es muss genau umgekehrt sein! Es muss Leistungsanreize und steuerliche Begünstigungen für jene geben die mehr arbeiten. So wäre eine Steuerbefreiung für Überstunden ein sinnvolles Signal und Belohnung für all jene, die mehr leisten. Gleichzeitig muss die Kinderbetreuung ausgebaut werden, quantitativ und qualitativ, damit arbeitende Eltern ihre Kinder wohl behütet wissen. Arbeitszeitverkürzungen werden hingegen das Problem am Arbeitsmarkt nicht lösen.

Die Zeit des Jammerns und der Resignation muss ein Ende haben. Stattdessen müssen wir alle gemeinsam anpacken, Verantwortung übernehmen und daran arbeiten, Kärnten als Ort des Erfolgs, des Wohlstands und der Lebensfreude zu gestalten. Leistung muss wieder als das gesehen werden, was sie ist: Die treibende Kraft hinter unserem gemeinsamen Erfolg. Denn letztendlich sind es die Anstrengungen,  die Innovationskraft und der Einsatz der Unternehmerinnen und Unternehmer, die Kärnten in die Zukunft führen werden.

Meint Ihre,

Sylvia Gstättner

Kinderbetreuung: Betriebliche Angebote werden das Problem nicht lösen!

Die Wirtschaft werde die jahrzehntelangen Versäumnisse der Politik nicht reparieren können – und wollen. Die SPÖ soll endlich ihren Job machen!

Ich verlange ein sofortiges Ende der parteipolitisch motivierten Spiegelfechterei rund um die Kinderbetreuung in Kärnten. Die SPÖ erweckt mit ihren haltlosen Schuldzuweisungen den Eindruck, als könnten betriebliche Angebote die jahrzehntelangen Versäumnisse der Politik wettmachen. Ja, die Kärntner Wirtschaft ist bereit, unter den richtigen Rahmenbedingungen mehr Kinderbetreuung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzubieten. Und nein, diese Initiativen werden das Betreuungsproblem in Kärnten nicht lösen, das schon vor der Neuregelung groß war und mit ihr noch größer wird. Berücksichtigt man zudem die Struktur der Kärntner Unternehmen, dann zeigt sich, dass 97 % weniger als 30 MitarbeiterInnen beschäftigen. Wie diese Unternehmen Betriebskindergärten realisieren sollen, erschließt sich selbst mit viel Fantasie nicht.

Die Kinderbetreuung ist in erster Linie Landes- und SPÖ-Sache. Als es darum gegangen ist, den angeblichen „Gratis-Kindergarten“ groß zu vermarkten, hat die SPÖ keinen Zweifel daran gelassen und jede Möglichkeit genutzt, diesen vermeintlichen Erfolg auf ihre Fahnen zu heften. Jetzt, wo sie bemerken, dass sie sich verrannt haben und besser auf unsere vielfältigen Mahnungen, Warnungen und Vorschläge gehört hätten, sollen auf einmal die Unternehmen herhalten und die Kastanien aus dem Feuer holen. Die Situation eskaliert zunehmend, weil künftig immer mehr Gemeinden aufgrund ihrer desaströsen finanziellen Lage kaum in der Lage sein werden, ihre Betreuungsangebote aufrechtzuerhalten, während private Kindergärten von der Neuregelung in ihrer Existenz bedroht sind. Die Suppe, die sich die SPÖ-Politiker selber eingebrockt haben, sollen sie auch selber auslöffeln!

Besonders verwundert bin ich von der Haltung der sozialdemokratischen Wirtschaftsvertreter (SWV). Herr Trey ist Vizepräsident der Wirtschaftskammer und hätte jahrelang Zeit gehabt, die unzähligen Vorstöße für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Wohle der Mütter und Väter, aber auch der händeringend nach MitarbeiterInnen suchenden Unternehmen zu unterstützen. Aber eingefallen ist ihm das Thema genau in dem Moment, als die SPÖ versucht hat, vom Schlamassel mit ihrer eigenen Kinderfreunde-Organisation abzulenken und sich im AK-Wahlkampf gegen die Wirtschaft zu stellen.

Meint Ihre

Silvia Gstättner

Kindesweglegung statt Kinderbetreuung

Als Wirtschaftsbund-Direktorin weise ich die durchschaubaren Vorhaltungen der Landes-SPÖ und ihres Wirtschaftsflügels bezüglich betrieblicher Kindergärten entschieden zurück.

Nachdem die SPÖ mit ihrem Versuch der brutalen Verstaatlichung der Kärntner Kinderbetreuung krachend gescheitert ist, versucht sie nun verzweifelt, die Schuld anderen in die Schuhe zu schieben. Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund setzen sich nachweisbar und mit detaillierten Vorschlägen seit Jahren für Verbesserungen bei den Kindergärten ein, um Frauen und Betrieben die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Wenn die Politik jetzt den Schwarzen Peter für ihre Fehler der Wirtschaft zuschieben will, geht es um Kindesweglegung, nicht um Kinderbetreuung.

Auf welch dünnem Eis die SPÖ mit ihrem Kindergartenflop steht, wird auch an den Unwahrheiten deutlich, die sie verbreitet. Ein Faktencheck in dem als Vorzeigebeispiel genannten Tirol hat ergeben, dass die Behauptungen der SPÖ größtenteils falsch sind. Die angebliche Beratungsstelle ist – in Tirol wie auch in Kärnten – auf die Initiative von „Frau in der Wirtschaft“ zurückzuführen und auch dort angesiedelt, das Land Tirol ist – ganz im Gegensatz zu Kärnten – ein kooperativer Projektpartner und die genannten 30 betrieblichen Einrichtungen hat es schon vor Beginn des erst anlaufenden gemeinsamen Projekts von Land Tirol, WK und IV gegeben.

Die Wirtschaft hat das Land Kärnten von konstruktiv bis kritisch auf die Schwachstellen der geplanten Neuregelung hingewiesen, sowohl im Begutachtungsprozess als auch mehrfach über die Medien und bei diversen Veranstaltungen. Seit Jahren, wie ich aus langjähriger Erfahrung als ehemalige Landesvorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ weiß, ignoriert man unsere Vorschläge, Mahnungen und Warnungen und dilettiert weiter vor sich hin. Jetzt sind alle unsere Befürchtungen wahr geworden und man versucht, Schuldige für diesen sozialpolitischen Bauchfleck zu finden. Dafür stehen wir nicht zur Verfügung – zu vernünftigen, zielorientierten Gesprächen auf Augenhöhe aber schon.

Schon 2013 habe ich als damalige Vizepräsidentin entsprechende Initiativen in der Wirtschaftskammer gesetzt, der für ihr besonderes Engagement das staatliche Gütesiegel „AUDITberuf&Familie“ verliehen wurde. Dass der Sozialdemokratische Wirtschaftsverein SWV nach mehr als einem Jahrzehnt das Thema Kinderbetreuung entdeckt hat, freut mich sehr. Leider habe ich seine Unterstützung beim Versuch, Ideen zur Verbesserung der deutlich unterdurchschnittlichen Situation in Kärnten auch der Landesregierung näherzubringen, schmerzlich vermisst. Aber das könnte ja nun besser werden.

Meint Ihre

Silvia Gstättner

 

Linksammlung über bisherige Aktivitäten zur Kinderbetreuung in Kärnten:

https://www.kleinezeitung.at/wirtschaft/arbeitsmarkt/6160949/Flexible-Kinderbetreuung_Wirtschaft-fordert-digitales

https://gailtal-journal.at/wirtschaft/legner-kinderbetreuung-ist-in-gefahr/

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20131122_OTS0051/wk-kaernten-ist-familienfreundlich-mit-zertifikat

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150624_OTS0178/alles-spricht-dafuer-familienfreundlichkeit-ist-als-wirtschafts-und-standortfaktor-fuer-kaernten-unerlaesslich-bild

https://www.klick-kaernten.at/810342023/wkk-vize-legner-begruesst-offensive-bei-kinderbetreuung/

https://www.mut-magazin.at/kinderbetreuung-vs-karrierechance/

https://www.wirtschaftsbund-ktn.at/aktuelles/kinderbetreuungsgipfel-vom-reden-ins-tun-kommen/

https://ktn.lko.at/arbeit-und-familie-besser-unter-einen-hut-bringen+2400+3421330

https://www.wko.at/ktn/news/wkk-vize-legner-begruesst-kinderbetreuungsoffensive

https://www.wko.at/ktn/news/kinderbetreuung-im-sommer–mamas-tragen-die-hauptlast-1

Leistung muss wieder zählen: Ein Weckruf für die österreichische Wirtschaftspolitik

Wer aktuell die Medien verfolgt, wird feststellen, dass sich der Diskurs in Kärnten wie in Österreich hauptsächlich um das (Um-)Verteilen und nicht um das Erarbeiten dreht. In einer Wertegesellschaft sollte Leistung und Leistungsbereitschaft ganz oben stehen. Der Einsatz unserer UnternehmerInnen und ihrer MitarbeiterInnen verdient in einem gesellschaftlich und wirtschaftlich schwierigen Umfeld entsprechende Wertschätzung.

So muss man die Vollzeitarbeit wieder attraktiver gestalten. Es wurden in den letzten Jahren die niedrigen Einkommen steuerlich entlastet, weshalb der Nettostundenlohn in Teilzeit höher ist als in Vollzeit. Mehrarbeit ist in Österreich so unattraktiv wie kaum woanders in der EU. Nur Spanien und Belgien übertreffen uns hier. Wer die Arbeitszeit um 50 % erhöht, bekommt in Österreich nur 32 % mehr netto. In Schweden oder Dänemark sind es 44 %. Daher muss die steuerliche Belastung für die mittleren und höheren Einkommen dringend gesenkt werden, damit sich Leistung wirklich auszahlt. Natürlich ist das auch eine sinnvolle Maßnahme, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Die Leistungsfähigkeit der UnternehmerInnen leidet massiv unter der hohen Inflation. Während benachbarte Länder ihre Inflationsraten drastisch gesenkt haben, wie beispielsweise Italien auf 0,5 %, gehört Österreich mit einer Inflation von 5,7 % zum Spitzenfeld in der EU. Die Vorstellung, dass hohe Lohnabschlüsse und damit verstärkte Kaufkraft zu Wachstum führen, greift hier nicht, sondern belastet unsere Unternehmen über die Maßen. Es ist an der Zeit, dass die Regierung effektive Maßnahmen ergreift, um die Inflation endlich in den Griff zu bekommen. Dieser „schleichende Milliardenschwund“ muss gestoppt werden, um die Benachteiligung der heimischen Wirtschaft zu beenden. Dafür braucht es aber vor allem weniger parteipolitisches Hickhack, sondern mehr Sachpolitik. Es ist längst überfälllig, diesen wirtschaftlichen Kurs zu korrigieren und die Grundlage für nachhaltigen Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen.

meint Ihre,

Sylvia Gstättner

Es wird Zeit zur Besinnung zu kommen!

Die Freude auf eine schöne Weihnachtszeit im trauten Kreise der Familie kann leider nicht über die triste Stimmung in der Kärntner Wirtschaft hinwegtäuschen. Die jährliche Konjunkturumfrage der WKK zeigt bei allen abgefragten Indikatoren: Die Stimmung der Kärntner Unternehmerinnen und Unternehmer ist so schlecht wie niemals zuvor.

 

Daher fordere ich die Kärntner Landespolitik auf, zur Besinnung zu kommen und zu reagieren. Es müssen entschiedene und schnell wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um dem konjunkturellen Abschwung antizyklisch entschlossen entgegenzuwirken.

 

Bürokratische Hürden für qualifizierten Zuzug müssen fallen

Nicht erst seit gestern ist bekannt, dass bis 2040 in Kärnten 40.000 Personen im erwerbsfähigen Alter fehlen werden. Seit Jahren fordern wir die Ermöglichung eines qualifizierten Zuzuges, um die dringend benötigten Arbeitskräfte zu gewinnen. Unerlässlich ist es ebenfalls, die richtigen Rahmenbedingungen im Land zu schaffen, damit wir Familien davon überzeugen können, Kärnten zu ihrem Lebensmittelpunkt zu machen. Seitens der Wirtschaft haben wir der Politik einen Lösungsvorschlag vorgelegt, der echte Wachstumschancen beinhaltet.

 

Das „Kärntner Wachstumschancenpaket“: 25 Maßnahmen

Das Forderungspaket umfasst von vorgezogenen Bauinvestitionen über zusätzliche Investitionsanreize bis zum Abbau bürokratischer Hemmnisse zahlreiche Handlungsempfehlungen, die seitens der Politik rasch umzusetzen sind. Link zu Maßnahmen: https://bit.ly/470ZDKY

 

Reformen braucht das Land, nicht noch mehr Schulden!

Neben den Maßnahmen muss das Land Kärnten endlich Reformbereitschaft in der Landesverwaltung zeigen. Angesichts des präsentierten Budgetbeschlusses kann einem angst und bange werden. Es sind weit und breit keine Einsparungsmaßnahmen zu sehen. Ganz im Gegenteil, die Schulden explodieren, allein das großzügige Gehaltsplus von 9,15 Prozent bei den Landesbediensteten macht rund 90 Millionen aus!

Dieser Budgetbeschluss bedeutet, dass die schon heute höchste Pro-Kopf-Verschuldung in Kärnten von 6298 Euro (2022) bis 2027 auf rund 11.300 Euro explodieren wird, hier kann von enkeltauglicher Politik nicht die Rede sein!

 

Meint Ihre,

Sylvia Gstättner

Call-Option ist letzte Chance für den Flughafen

Was wurde in den letzten Wochen, Monaten und Jahren nicht alles über den Klagenfurter Flughafen diskutiert, geschrieben und gestritten.

Personalrochaden halfen nicht, sinkende Passagierzahlen und ein leeres Rollfeld zu verhindern. Zuletzt sollte dann ein Investor mit großen Ankündigungen den Flughafen in neue Höhen führen – übrig geblieben sind schöne Präsentationen, leere Versprechen und MitarbeiterInnen, die in einer Zeit mit galoppierender Inflation bereits das zweite Mal auf ihre Löhne und Gehälter warten mussten. Die Aufstockung des Flughafen-Kapitals durch Stadt und Land und das damit verbundene Ziehen der Call-Option beenden nun hoffentlich endgültig das Hick-Hack um den Flughafen. Zu lange ließen sich Teile der Politik hier blenden. Jetzt ist es an der Zeit, alle Entscheidungsträger an einen Tisch zu holen und schnellstmöglich die richtigen Weichen für die Zukunft des Flughafens zu stellen. Die Wirtschaft steht hier als wichtiger Partner zur Verfügung. Ein Flughafen-Experte, der die nötige Motivation und das Knowhow mitbringt den Flughafen aus dem Sinkflug zu holen, ist unabdingbar und benötigt aber auch einen entsprechenden Handlungs- sowie finanziellen Spielraum. Ohne das nötige Budget werden weder Ferienflüge, Cargo-Transporte oder Anschlüsse an die Drehkreuze in Europa möglich sein.  Gelingt uns hier endlich ein Schulterschluss – dann heben wir gemeinsam ab,

meint deine

Mobilität jetzt neu denken

Der Bau der Koralmbahn schreitet voran und in nicht einmal drei Jahren werden die ersten Züge den Alpe-Adria-Raum miteinander verbinden.

Eine Jahrhundertchance für unser Bundesland, wenn wir jetzt die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Und damit meine ich in erster Linie ein gesamtheitliches und kluges Verkehrskonzept. Nur wenn wir es schaffen, dass unsere  Mitarbeiter schnell und unkompliziert in unsere Betriebe kommen, haben wir die Chance, unser Fachkräfteproblem abzufedern. Das fängt bei Kleinbussen an und hört bei individuell buchbaren Sammeltaxis auf. Mit dem Verladebahnhof in Fürnitz haben wir ein erstes wichtiges Projekt umgesetzt, das perfekt die Synergien zwischen Straße und Bahn nutzen kann und ein starkes Verkaufsargument für den Wirtschaftsstandort Kärnten werden kann. Aber wir müssen auch über das Straßennetz reden. Nur wenn wir die Waren schnell und sicher von den Bahnhöfen ins Umland transportieren, kann das ganze Land davon profitieren. Mit dem Sicherheitsausbau der S37 ist ein erster wichtiger Schritt gelungen, aber ohne den Ausbau der B317 kappen wir nicht nur einen Bezirk von der Hauptschlagader, sondern verschenken die Möglichkeit Kärnten und die Obersteiermark effizient zu verbinden,

meint Ihre

Wirtschaft wählen!

Die vergangenen Jahre haben deutlich wie selten gezeigt, was eine starke Vertretung der Wirtschaft bewegen kann.

Nein, das ist keine peinliche Selbstbeweihräucherung, sondern eine selbstbewusste Bilanz: Wer, wenn nicht wir haben es geschafft, gegen den wirtschaftlichen Tsunami in Folge der Corona-Pandemie gemeinsam mit der Politik wichtige Hilfsinstrumente zu entwickeln und Tausende von Unternehmen durch die schwierige Zeit zu begleiten?
Diese starke Interessenvertretung ist nur möglich, weil wir Verbündete haben, in der Bundesregierung ebenso wie auf Landesebene.
Auch bei der Kärntner Landtagswahl am 5. März 2023 stehen zwei Politiker aus den Reihen des Wirtschaftsbundes zur Wahl: Landesrat Sebastian Schuschnig und Clubobmann Markus Malle.
Sie haben schon bewiesen: Sie sind die richtigen Persönlichkeiten, die mit Weitsicht und Verständnis unser Bundesland unternehmensfreundlicher machen.
Mit unseren Ver(wirtschafts)bündeten können wir das unternehmerfreundlichste Bundesland Österreichs werden, woran wir seit Langem arbeiten.
Dazu gehören nicht nur große Worte, sondern auch konkrete Taten wie der Ausbau des öffentlichen Verkehrs durch Landesrat Schuschnig: oder das 1. Kärntner Regionalentwicklungsgesetz, mit dem Clubobmann Malle im Kärntner Landtag die Weiterentwicklung von Regionen sichert und Infrastruktur schafft!
Lassen wir uns nicht von Populismus und leeren Versprechen blenden – es geht um Taten, nicht um Worte. Hand aufs Herz: Wo stünde unser Bundesland wirtschaftlich ohne die Handschrift der ÖVP? Wirtschaft kann man wählen,

meint Ihre