Wer Entscheidungen trifft, übernimmt Verantwortung

Der Flughafen Klagenfurt hat in den letzten Wochen viel Staub aufgewirbelt. Zumindest im übertragenen Sinn. Wörtlich hält sich der Staub ja nach wie vor in Grenzen, da unser ‚Tor zur Welt‘ gemütlich im Dornröschenschlaf verweilt.

Der von Landesrat Martin Gruber geforderte und vom KBV-Aufsichtsrat beschlossene Rückkauf des Flughafens wurde in einer Regierungssitzung von der SPÖ blockiert. Über die Hintergründe dieser Entscheidung lässt es sich trefflich spekulieren.

Worum geht es für uns beim Flughafen wirklich? Es geht nicht darum, wer im Firmenbuch steht oder wer im Grundbuch eingetragen ist. Es geht um unseren Standort. Darum, dass Kärnten erreichbar ist. Dass Touristen bequem und schnell ins Land kommen können, Geschäftsleute zu Meetings an- oder abreisen und unsere Unternehmen ihre Waren erhalten und versenden können.

Firmenstandorte internationaler Konzerne können wir nur nach Kärnten holen, wenn sie für Ihre Konzernmutter bequem erreichbar sind. Die zukünftige Koralmbahn kann einen internationalen Flughafen nicht ersetzen – vielmehr wird sie die Chance sein, die Metropolregion Graz mit fast einer dreiviertel Million Einwohnern als Einzugsgebiet für unseren Flughafen zu gewinnen und ein Ergänzungsangebot zum Flughafen Graz zu bieten.

Und es geht nicht zuletzt darum, ein „Verschleudern“ des Kärntner Tafelsilbers zu verhindern. Nämlich ein Verkaufen oder Verpachten von riesigen Flächen in wirtschaftlich spannender Lage zu symbolischen Entgelten.

Eines muss jenen Mitgliedern der Landesregierung bewusst sein, die durch ihre Entscheidung die derzeitigen Eigentumsverhältnisse bewahrt haben: Diese Entscheidung bedeutet Verantwortung und klare Aufgaben.

Sie müssen den Investor dazu verpflichten, entsprechende Passagierzahlen – wie vereinbart –zu erfüllen, einen Ausbau der Flugverbindungen zu realisieren, gesamt also mehr Energie in die Entwicklung des Flughafens zu investieren anstatt, wie bisher, in Schönrederei, Präsentationen und Prospekte.

Jetzt ist es höchste Zeit, zu handeln: Klare Umsetzungsschritte, ambitionierte Deadlines und hochgekrempelte Ärmel bei allen Beteiligten. Für die KärntnerInnen, unsere heimische Wirtschaft und für den Lebensstandort Kärnten.

Meint Ihre

Es gibt keine „Inseratenaffäre“ in Kärnten!

Nach wochenlangen Unterstellungen und Unwahrheiten von Grün-Mandatarin Sabine Jungwirth und Neos-Politiker Janos Juvan stellen wir ein für alle Mal klar: Der WB Kärnten hat mit der Vorarlberger Inseratenaffäre nicht das Geringste zu tun.

Jetzt ist es genug. Der Kärntner Wirtschaftsbund hat entschieden zu einer wochenlangen Diffamierungskampagne Stellung genommen, mit der Jungwirth versucht hat, den WB Kärnten in die Vorkommnisse in Vorarlberg hineinzuziehen. Auch ich erkläre dazu unmissverständlich: Es gibt keinerlei finanzielle Vergleichbarkeit zwischen der ‚Vorarlberger Wirtschaft‘ und dem Kärntner WB-Magazin ‚M.U.T.‘. Wer das behauptet, tut das mit dem Vorsatz der Unterstellung und der Absicht der Rufschädigung.

Wir haben seit Anfang April mit beträchtlicher Geduld und einer gewissen Leidensfähigkeit sämtliche Medienanfragen beantwortet und uns die hanebüchensten Vorwürfe gefallen lassen. Doch jetzt ist ein Maß an Verleumdung erreicht, das wir nicht mehr tolerieren. Wenn uns eine WKO-Funktionärin der Grünen aus niedrigsten parteipolitischen Motiven jedenfalls ehrenrührige, möglicherweise sogar kriminelle Machenschaften unterstellt, dann hört sich der Spaß auf.

Zu den haltlosen Unterstellungen Jungwirths in Richtung unseres WB halte ich fest: Es ist völlig korrekt, dass ein Vereinsmagazin, das kein Betrieb gewerblicher Art ist und keine Gewinne erzielt, Inseratenrechnungen ohne Umsatzsteuer legt. Weder verrechnen wir Umsatzsteuer noch machen wir Vorsteuer geltend. Genauso verfahren übrigens auch tausende andere Vereinszeitschriften in Österreich. Daraus einen Tatbestand der Steuerhinterziehung zu konstruieren, wie die „Grüne Wirtschaft“ das mehrfach versucht hat, ist lachhaft. Wir werden jedes Jahr mehrfach geprüft, diese Praxis ist noch nie beanstandet worden.

Richtig ist hingegen, dass unser M.U.T.-Magazin ein attraktiver Werbepartner ist: Wir erreichen mit einem interessanten redaktionellen Umfeld und einer Auflage von 35.000 Stück lückenlos alle Unternehmerinnen und Unternehmer in Kärnten. Das kann kein anderes Kärntner Wirtschaftsmagazin für sich in Anspruch nehmen, und diese Vollabdeckung in unserer Zielgruppe nutzen nicht nur Unternehmen, sondern eben auch die Wirtschaftskammer, übrigens in durchaus überschaubarem Maß: Das Gesamtvolumen an Inseratenschaltungen der Wirtschaftskammer Kärnten im Magazin M.U.T. hat im Jahr 2021 ca. 25.000 Euro und im Jahr 2020 ca. 15.000 Euro betragen. Die Zahlen, die Grüne und Neos der WK und uns unterstellen, sind die Unwahrheit und werden durch penetrante Wiederholung auch nicht wahrer.

Besonders perfid finde ich die Vorwürfe, der WB Kärnten habe Inseratenerlöse an die ÖVP „weitergereicht“. Das Magazin M.U.T. kostet den Wirtschaftsbund abzüglich der Werbeeinnahmen etwa 60.000 Euro im Jahr. Wie man von einem Abgang etwas weiterreicht, soll uns die Frau Funktionärin bei Gelegenheit erklären. Wir haben uns hier genau gar nichts vorzuwerfen, und genau so viel werden wir uns vorwerfen lassen: gar nichts.

Die anhaltenden Hasstiraden der Grün-Funktionärin haben allerdings mittlerweile ein Niveau erreicht, das auch und vor allem in einer Unternehmervertretung inakzeptabel ist. Unser Landesgruppenobmann Präsident Jürgen Mandl hat daher eine Prüfung beauftragt, welche rechtlichen Schritte gegen diese anhaltende Verleumdungskampagne der Grün-Mandatarin möglich und angemessen sind. Denn im WB-Kärnten geht alles mit rechten Dingen zu, wir lassen uns sicher nicht kriminalisieren, meint Ihre

Schmutzkübelkampagne der Grünen Wirtschaft

Schmutzkübelkampagne der Grünen Wirtschaft offenbart unternehmerische Ahnungslosigkeit ihrer Vorsitzenden

Gstättner: Empfehlen Jungwirth Nachhilfe im Steuerrecht

„Wären es nicht schwere rufschädigende Vorwürfe gegen den Wirtschaftsbund Kärnten, könnten wir über die steuerrechtliche Ahnungslosigkeit von Sabine Jungwirth, der Vorsitzenden der Grünen Wirtschaft, nur schmunzeln. In ihren heutigen haltlosen Attacken gegen uns offenbart sich aber ein Mix aus Boshaftigkeit und unternehmerischer Ahnungslosigkeit, der zum Fremdschämen ist. Diese Vorwürfe lassen wir so nicht auf uns sitzen. Der Wirtschaftsbund Kärnten genießt ein großes Vertrauen bei den Kärntner Unternehmen, wie auch das Wirtschaftskammer-Wahlergebnis 2020 mit 77% für den Wirtschaftsbund eindrucksvoll beweist. Nach der Wahlschlappe der Grünen Wirtschaft in Kärnten wird jetzt anscheinend aus der grünen Schmutzkübel-Zentrale in Wien heraus versucht, uns anzuschwärzen“, zeigt sich WB-Direktorin Silvia Gstättner empört.

„Zum wiederholten Male weisen wir darauf hin, dass im Wirtschaftsbund Kärnten ordnungsgemäß gewirtschaftet wird. Wir empfehlen Frau Jungwirth, sich Nachhilfe im Steuerrecht zu holen.  Durch diese Schmutzkübelkampagne lassen wir uns sicher nicht von unserer Arbeit für die Kärntner Unternehmer abbringen“, stellt Gstättner klar.

Beschleunigte Veränderungen und dringend nötige Tugenden

Krisen wie die Pandemie oder der Krieg in der Ukraine wirken wie Katalysatoren für Aufgaben, die auf die lange Bank geschoben wurden. Das zeigt sich einmal mehr aktuell in unserer öffentlichen Verwaltung. Lange verschlafene Modernisierungen und Prozessoptimierungen müssen schleunigst ganz oben auf die Agenden der zuständigen Damen und Herren!

Zeitliche und situationsbedingte Flexibilität sind gefordert.
Man stelle sich einen Amtstermin per Videochat vor. Geteilte Bildschirme und Dokumente, zeitweise Zuschaltung von ExpertInnen, sofortige Einreichung und Erledigung. Und das Ganze könnte um 18 Uhr stattfinden – wenn der Unternehmerkalender nicht mehr ganz so voll ist.

Und wie sieht die Realität aus? Ich möchte ein aktuelles Beispiel eines Mitgliedsbetriebs erzählen: Zwei Ukrainerinnen möchten in seinem Betrieb arbeiten. Sie haben bereits eine Unterkunft und Kinderbetreuung. Die sogenannte „blaue Karte“, die binnen einer Woche versprochen wurde, lässt 4 bis 6 Wochen auf sich warten. Nach deren Erhalt mussten sie beim AMS eine Arbeitserlaubnis beantragen. Dauer: 6 Werktage, statt dem angekündigten einen Tag. Wer glaubt, jetzt geht es an die Arbeit, der täuscht sich. Denn nun braucht der Arbeitgeber noch die Erlaubnis, die Ukrainerinnen zu beschäftigen. Und eine weitere Woche verstreicht. In Summe sprechen wir also von 6 – 8 Wochen.

Anstatt der praktizierten Salamitaktik braucht die öffentliche Verwaltung dringend eine gehörige Portion zweier klassischer Unternehmertugenden: Innovationskraft und Umsetzungswillen. Infrastruktur, Arbeitszeitmodelle und eine Prozessoptimierung unter Berücksichtigung modernster technologischer Standards müssen jetzt umgesetzt werden. Um dem Auftrag gerecht zu werden, der konstruktive und unterstützende Partner zu sein, den wir alle brauchen.

Meint Ihre

Rotes Coronamanagement fährt Kärnten an die Wand

Permanente Sonderregelungen und daraus resultierende organisatorische Unzulänglichkeiten der Landespolitik kritisiert die größte private Unternehmervertretung Kärntens.

Die eklatanten Mängel im Coronamanagement des Landes und jüngste öffentliche Spekulationen der Verantwortlichen um weitere Verzögerungen bei Normalisierungsschritten führen zu einem Proteststurm der Kärntner Wirtschaftstreibenden. „Angesichts der anhaltenden Versäumnisse und Fehlentscheidungen muss man sich mittlerweile fragen, ob es sich hierbei um grobe Fahrlässigkeit oder schon um böse Absicht handelt“, ärgert sich Wirtschaftsbund-Direktorin Sylvia Gstättner.

Freitesten? – Nicht in Kärnten!
Kärnten ist das einzige Bundesland, in dem ein Freitesten ab dem 5. Tag nicht möglich ist. Das bedeutet, dass die infizierte Person fünf weitere Tage völlig unnötig zuhause eingesperrt wird. Gstättner: „Bei unseren 15.000 Ein-Personen-Unternehmen heißt das, Laden oder Werkstatt bleiben geschlossen! Das ist inakzeptabel!“

Rechtssicherheit? – Leider nein!
Absonderungsbescheide würden – wenn überhaupt – mittlerweile im Regelfall NACH Ablauf der Quarantäne bei den Betroffenen ankommen. Betriebe könnten oft nicht abschätzen, wann Mitarbeitende wieder zur Arbeit kommen würden. „Die vielfach eingemahnte Planungssicherheit sieht anders aus, von den enormen Kosten ganz zu schweigen, auf denen viele Betriebe bisher sitzenbleiben!“, ärgert sich Gstättner.

Durchstarten? – Fehlanzeige!
Durch das Abweichen vom Öffnungskurs der Bundesregierung verunsichere der Landeshauptmann die heimischen UnternehmerInnen. Sylvia Gstättner: „Wochenlang müssen unsere Wirtschaftstreibenden ausharren, anstatt in die Planung und Umsetzung zu gehen. Die Veranstaltungswirtschaft rechnet bereits damit, dass Events und Märkte im März allein daran scheitern werden, dass seitens des Landes auf ‚Abwarten und Tee trinken‘ gesetzt wird.“

Der Wirtschaftsbund-Direktorin reicht es. „Der berechtigte Zorn der Unternehmerinnen und Unternehmer wird von Tag zu Tag größer, denn durch das Zögern der politisch Verantwortlichen wird das Wirtschaftsleben in Kärnten gewaltsam gebremst. Das kommt beinahe einem Lockdown durch die Hintertür gleich“, beschreibt Gstättner die Stimmungslage unter den Kärntner ArbeitgeberInnen. „Der Landespolitik muss klar sein, dass mit dem aktuellen Chaos in der harten Realität Arbeitsplätze und wirtschaftliche Existenzen vernichtet werden“, mahnt die WB-Direktorin.

WB-Gstättner: Lockdown-Ende eine Augenauswischerei

Scharfe Kritik übt der WB Kärnten an den Schein-Lockerungen der Bundesregierung.

Nach immer intensiver werdenden Forderungen – vor allem aus der Wirtschaft – kündigte heute Gesundheitsminister Mückstein für 31. Jänner ein Ende des Lockdowns für Ungeimpfte an. Gleichzeitig will er jedoch an anderen strengen Maßnahmen wie der 2G-Regel und der vorverlegten Sperrstunde in der Gastronomie festhalten. „Damit führt er die Lockerung ad absurdum. Und zeigt gleichzeitig deutlich, was es ist: Eine Augenauswischerei“, ist WB-Direktorin Sylvia Gstättner verärgert.

Die einzig logische Konsequenz aus den Erfahrungen mit der Omikron-Variante wäre eine Rücknahme der 2-G-Regel im Handel. „Das würde für die Unternehmen die angezogene Handbremse ein ganzes Stück lösen“, ist Raimund Haberl, Spartenobmann des Kärntner Handels, überzeugt.

„Weiterhin die Händler und ihre MitarbeiterInnen als Prellbock für mittlerweile obsolete Kontrollen zu benutzen, ist nicht mehr vertretbar“, betont der WB-Mandatar.
Ähnlich sieht das Stefan Sternad, Obmann der heimischen Gastronomie: „Wir wollen wieder vorbehaltlos unsere Gäste bewirten! Wir Gastronomen waren in der Vergangenheit bereits verlässliche Partner beim Umsetzen der 3-G-Regel. Dann gibt es aber keine Rechtfertigung mehr für eine vorgezogene Sperrstunde,“ signalisiert Sternad. Ebenso müsse über Kompensation der entstehenden Einbußen diskutiert werden, so der Wirtesprecher.

Nach beinahe zwei Jahren Coronapandemie geht die Geduld der Wirtschaft nun zur Neige: „Der Appell an den Gesundheitsminister kann nur lauten: Jetzt Nägel mit Köpfen machen und konsequente Lockerungsentscheidungen treffen, wie sie andere europäische Länder – etwa die Niederlande oder auch Bayern – vorzeigen“, verlangen die Wirtschaftsbund-Mandatare.

Die Zukunft nicht aus den Augen verlieren

Die Pandemie und das nötige Pandemiemanagement beschäftigen uns zurzeit sehr intensiv. Viel an Energie und Kapazitäten müssen in die Lösung dieses Problems und dessen Auswirkungen investiert werden.

Aber die Welt dreht sich nicht um COVID allein. Auch, wenn uns die Omikron-Variante gerade zeigt, dass das Virus flexibel und hartnäckig ist und uns noch länger beschäftigen wird. Trotz alldem müssen wir darauf Acht geben, dass wir neben dem aktuellen gesundheitspolitischen Troubleshooting nicht auf die mittel- und langfristig existentiellen Problemstellungen vergessen. Unser Wirtschafts- und Lebensstandort braucht noch viele Ideen, Konzepte und Umsetzungen, um zukunftsfit zu bleiben. Vordergründig sind es drei heiße Eisen, die es gilt, anzupacken:

  • Klimaneutralität
    CO2-Reduktion und neue Mobilität sind ebenso wichtige Themen wie Ressourcenschonung und erneuerbare Energie. Es müssen Wege gefunden werden, die ohne Verbotspolitik und Schädigung der Wirtschaft beschritten werden können. Durch geeignete rechtliche Rahmenbedingungen und zielgenauer Anreizpolitik kann die vorhandene Innovationskraft in den heimischen Unternehmen gezielt verstärkt werden.
  • Demographischer Wandel
    Gerade in Kärnten ein brennendes Thema sind Überalterung und Braindrain und der damit verbundene Arbeitskräftemangel. Aber qualifizierte Mitarbeiter müssen nicht nur nach Kärnten, sondern auch gezielt in die Regionen außerhalb des Zentralraums geholt werden, um der Landflucht innerhalb Kärntens zu begegnen.
  • Resilienz der Betriebe
    Wirtschaftliche Widerstandskraft sichert das Überleben der Unternehmen als Wohlstandsfaktor. Um den Betrieben die Möglichkeit zu geben, Liquidität und Rücklagen nach der Coronazeit wieder aufzubauen, braucht es dringend Entlastungen, gezielte Fördermaßnahmen und einen wirklich weitreichenden Bürokratieabbau.

Wenn wir uns jetzt – trotz Corona – intensiv um die Lösung dieser Problemstellungen kümmern, werden die daraus resultierenden Errungenschaften auch wertvolle Instrumente und Weichenstellungen sein, wenn es darum gehen wird, die wirtschaftlichen Nachwehen der Pandemie zu bekämpfen.

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Burger hat Cashback-Aktion nicht begriffen

Abstoßende, menschenverachtende und Menschenleben gefährdende Coronapolitik der FPÖ sei in der Interessenvertretung fehl am Platz, unterstreicht WB-Direktorin Sylvia Gstättner.

Leider habe der Obmann der Freiheitlichen Wirtschaft, Kammervizepräsident Günter Burger, die von Kärnten ausgehende, diesmal österreichweit durchgeführte Cashback-Aktion nicht verstanden, erklärte heute WB-Direktorin Sylvia Gstättner als Reaktion auf eine entsprechende Meldung. Wer ab 13. Dezember einen Gutschein eines im Lockdown geschlossenen heimischen Betriebs kaufe und die Rechnung auf einer Website hochlade, erhalte 20 Prozent vom Kaufpreis zurück. Die neun Landeswirtschaftskammern und die Wirtschaftskammer Österreich würden in einer konzertierten, von der WK Kärnten abgewickelten Aktion eine Million Euro zur Verfügung stellen, um den betroffenen Betrieben ein wenig Schwung für den Rest der Weihnachtszeit mitzugeben.

Gstättner: „Selbstverständlich können auch weiterhin in ihrem persönlichen Aktionsradius eingeschränkte Ungeimpfte online, per E-Mail oder Telefon Gutscheine erwerben und an der Aktion teilnehmen. Die künstliche Aufregung Burgers geht also ins Leere.“ Man habe allerdings schon in den vergangenen Monaten mit Bedauern feststellen müssen, dass Burger die nicht nur menschenverachtende und Menschenleben gefährdende, sondern auch wirtschaftlich undurchdachte Coronapolitik der FPÖ mittrage. „Ein Vizepräsident, der in einer gesellschaftlich und wirtschaftlich extrem schwierigen Situation mit Unwahrheiten versucht, zusätzliche Spaltung zu betreiben, ist in einer seriösen Interessenvertretung der Wirtschaft fehl am Platz“, unterstrich Gstättner.

Brücken bauen, wo sich Gräben auftun

Durch den neuerlichen Lockdown und die Ungewissheit, was danach kommen mag, sind für die heimischen Betriebe erneut schwere Zeiten angebrochen.

Für manche, exemplarisch seien die Veranstaltungswirtschaft, Tourismus und körpernahe Dienstleister genannt, wird es richtig eng. Und was macht man, wenn es richtig eng wird? – Man rückt zusammen. Schließt die Reihen.
Genau das fehlt mir zurzeit.
Da gibt es beispielsweise jene, die sich als Einzelkämpfer versuchen und dabei vor allem auf sich selbst achten. Und wiederum andere? – Die beginnen Gräben zu graben, die die Spaltung der Gesellschaft bedeuten. Doch diese Verhaltensweisen werden uns nicht erfolgreich durch die kommende Zeit bringen.

Was wir jetzt dringend brauchen, sind Menschen, die solidarisch denken und mit Weitblick handeln. Die das große Ganze im Fokus haben.
Dazu bedarf es gar keiner großen Opferbereitschaft. Es reicht bewusstes und reflektiertes Handeln. Zielgerichtete Entscheidungen, die auch andere profitieren lassen.

Wie das gehen soll? – In vielen Fällen überraschend einfach. Und: Durch WB-Intervention sind Gutscheine für Mitarbeiter heuer ebenfalls wieder steuerfrei!
Als UnternehmerInnen können wir ohne Mehraufwand unsere KollegInnen bedenken. Ist aktuell die Firmenweihnachtsfeier nicht möglich, kann man seiner Belegschaft diese auch in Form von Gutscheinen schenken.

Unsere Weihnachtsgeschenke – ob betrieblich oder privat – bekommen wir in heimischen online-shops genauso bequem wie bei ausländischen Internet-Riesen. Mit ein bisschen Kreativität finden wir zahlreiche Möglichkeiten. Ob es eine Firmenmitgliedschaft beim örtlichen Fitnesscenter ist oder Teambuilding in Form von Tanzkursen oder geführten Touren durch Stadt und Land. Oder Gutscheine vom benachbarten Friseur, Beauty-Salon oder Masseur – unserer Phantasie sind fast keine Grenzen gesetzt.

Alle diese Ansätze würden nicht nur den Beschenkten, sondern auch den UnternehmerkollegInnen Freude und Wertschätzung bringen. Vor allem bedeuten sie im Nachgang eine Stärkung der heimischen Wirtschaft, die Sicherung von Arbeitsplätzen und Wohlstand und eine positive Bindung unter den Wirtschaftstreibenden. Was sich in weiterer Folge auf die eigenen Auftragsbücher auswirken kann. Denn MitarbeiterInnen, KollegInnen und deren Personal sind potentielle Kunden.
Wenn wir diese vermeintlich selbstlosen Ideen zu Ende denken, sehen wir, dass damit auch unsere eigenen Interessen nicht zu kurz kommen. Und, dass wir damit anfangen Brücken bauen, die so manche Gräben überwinden.
Meint Ihre

Rote Fäden, die fehlen und Geduldsfäden, die reißen

Ja, es mag schon sein, dass man oftmals von momentanen Ereignissen überrascht wird und reaktiv handeln und das Beste aus der Situation machen muss.
Und ja, es ist nicht immer leicht, Menschen zu überzeugen, Pläne zu entwickeln und die organisatorische Basis für Abläufe zu schaffen.

Aber: Wir sind nun im 21. Monat nach Ausbruch der Pandemie. Der Vertrauensbonus für die Verantwortungsträger in Kärnten ist längst aufgebraucht. Eine vierte (!) Welle ist kein überraschendes Szenario mehr. Die zuständigen Damen und Herren in unserer Landesregierung haben es schlichtweg verabsäumt, ihre Sommerlethargie abzulegen. Und das, obwohl die Gesundheitsreferentin im August meinte, die Bettenbelegung nähme „bedenkliche Ausmaße“ an. Unglücklicherweise hat sie diese Situation nicht zum Handeln veranlasst.

Leider lässt sich in Analogie zur Bundesregierung auch kein roter Faden in den Stückwerken der Landesregierung erkennen. Schon im Juni hätte das fix-fertige ‚Kärnten gurgelt‘-Konzept der Kärntner Wirtschaft umgesetzt werden können. Damit in der absehbaren heißen Phase im Herbst ein bereits erprobtes System reibungslos funktioniert hätte.
Die Apotheker drohen aktuell, aus dem angerichteten PCR-Test-Chaos auszusteigen.

Den UnternehmerInnen reißt nun bald endgültig der Geduldsfaden. Mitarbeiter fehlen unnötig in ihren Betrieben, weil Bescheide und Test-Zertifikate viel zu lange auf sich warten lassen. Und nun werden mit einer eigenen Verschärfung für Kärnten wieder die betrieblichen Planungen über den Haufen geworfen.

Nicht nur die Kärntner Wirtschaft – alle Kärntnerinnen und Kärntner – brauchen jetzt fähige, vorausschauende und fleißige PolitikerInnen. Solche, die ein stringentes Coronamanagement betreiben!
Denn diese konzept-, einsatz- und führungslose Corona-Politik wird uns KärntnerInnen nicht aus der Krise führen.
Meint Ihre