Warum sich Arbeiten im Alter künftig stärker lohnt – auch für Selbstständige
Die Bundesregierung hat mit der sogenannten Aktivpension ein Maßnahmenpaket geschnürt, das eine zentrale Frage der Zukunft adressiert: Wie kann es gelingen, erfahrene Arbeitskräfte länger im Erwerbsleben zu halten – freiwillig und attraktiv? Diese Regelung schließt auch Selbstständige und UnternehmerInnen mit ein, ein wichtiger Punkt, für den sich der Wirtschaftsbund lange vehement eingesetzt hat.
Österreich steht vor einer demografischen Realität: Immer mehr Menschen erreichen das Pensionsalter, während gleichzeitig qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Genau hier setzt die Aktivpension an. Ältere Arbeitnehmer bringen nicht nur Routine mit, sondern entscheidendes Know-how, gewachsene Netzwerke und unternehmerisches Verständnis. Dieses Wissen länger im System zu halten, ist ein strategischer Vorteil für Betriebe.
Der Wirtschaftsbund Kärnten hat sich über Jahre hinweg für genau diese Entwicklung eingesetzt: Arbeiten im Alter attraktiver machen, Hürden abbauen und Anreize schaffen. Mit der Aktivpension wird nun ein zentraler Schritt in diese Richtung gesetzt.
Auch in einem wichtigen Punkt wurden die Vorstellungen des Wirtschaftsbunds umgesetzt: Die Aktivpension gilt auch für UnternehmerInnen. Vom Entfall des Beitrags zur Pensionsversicherung profitieren neben den DienstnehmerInnen daher auch Selbstständige.
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick
Die Aktivpension kombiniert steuerliche Entlastung mit klaren Anreizen:
Mehr Netto vom Brutto
- Bis zu 15.000 Euro jährlich steuerfrei dazuverdienen
- Deutlich höheres verfügbares Einkommen für Pensionistinnen und Pensionisten
Weniger Abgaben
- Keine Beiträge zur Pensionsversicherung bei Weiterarbeit über das Regelpensionsalter hinaus
- Zusätzlicher finanzieller Anreiz für längere Erwerbstätigkeit
Flexible Übergänge
- Gilt sowohl für Personen in der Pension als auch für jene, die den Pensionsantritt bewusst verschieben
- Freiwilligkeit steht im Vordergrund
Zahlen, die für sich sprechen
Ein Blick auf die Eckdaten zeigt die wirtschaftliche Dimension der Maßnahme: Rund 150.000 Personen arbeiten bereits über das Pensionsalter hinaus. Etwa 470 Millionen Euro jährlich wurden jetzt für die Aktivpension budgetiert. Geplanter Start ist Jänner 2027. Durch die Aktivpension wird mit 30.000 weiteren Erwerbstätige im Pensionsalter gerechnet, die dem Arbeitsmarkt künftig zur Verfügung stehen.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Aktivpension ist kein Allheilmittel, aber ein wichtiger Baustein für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Österreichs. Sie schafft Anreize, stärkt Eigenverantwortung und nutzt ein Potenzial, das bislang oft ungenutzt blieb: die Erfahrung älterer Arbeitnehmer. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist das ein Ansatz, der wirtschaftlich sinnvoll und langfristig notwendig ist.
Um das Problem fehlender Mitarbeiter langfristig zu lösen, bedarf es allerdings weiterer wichtiger Maßnahmen:
- Erhöhung der Erwerbsquote: Abbau von Teilzeitbarrieren, um mehr Arbeitsstunden im System zu halten.
- Qualifizierung und Weiterbildung: Intensive Förderung der Lehrausbildung sowie Qualifizierungsmaßnahmen für geringqualifizierte Mitarbeiter auf Lehrlingsniveau.
- Gezielte Zuwanderung: Anpassung und Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt für Drittstaatsangehörige, etwa durch Optimierung der Rot-Weiß-Rot-Karte.
- Senkung der Arbeitskosten: Steuerfreie Überstunden und Entlastung des Faktors Arbeit, um Arbeit attraktiver zu machen.
- Entbürokratisierung: Schnellere Anerkennung von ausländischen Qualifikationen.


