Mehrarbeit statt Work-Life-Balance: Jugend fordert lohnende Überstunden

Eine aktuelle Umfrage der Wirtschaftskammer Österreich zu den Themen Arbeitsmarkt und Lohnnebenkosten verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen Österreich steht. Die Ergebnisse sind ein klarer Auftrag, die Rahmenbedingungen am Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort zu verbessern.

Arbeitskräftemangel bringt starke Belastung – für beide Seiten!

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage ist der anhaltende Arbeitskräftemangel, der sowohl ArbeitnehmerInnen als auch ArbeitgeberInnen belastet. Die Mehrheit der ÖsterreicherInnen spricht sich für eine Senkung der Lohnnebenkosten aus. Diese Maßnahme wird nicht nur von den Unternehmen unterstützt, sondern genießt auch breites Wohlwollen unter den ArbeitnehmerInnen. 78 Prozent der Befragten befürworten eine Entlastung, was die dringende Notwendigkeit unterstreicht, unseren Standort attraktiver zu gestalten.

Junge Generation entkräftet Vorurteil der Faulheit

Besonders bemerkenswert ist ein weiterer Aspekt der Umfrage: Laut einer Erhebung des Market Instituts sind 77 Prozent der 16- bis 29-Jährigen bereit, Mehrarbeit zu leisten, wenn sich die Überstunden lohnen – beispielsweise durch eine Steuerbefreiung. Diese Erkenntnis widerlegt das gängige Klischee, dass die junge Generation nur an einer strikten Work-Life-Balance interessiert sei. Im Gegenteil: Sie sind bereit, mehr zu leisten, wenn die Bedingungen stimmen! Dies sollte ein Weckruf für all jene sein, die die Jugend als arbeitsscheu abstempeln und verdeutlicht die Notwendigkeit, steuerfreie Überstunden durchzusetzen.

32-Stunden Woche? Ein unrealistischer Traum!

Diese Bereitschaft zur Mehrarbeit steht im starken Kontrast zu der Forderung nach einer 32-Stunden-Woche, die zwei Drittel der Bevölkerung als nicht umsetzbar erachten. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage können wir uns eine Diskussion über kürzere Arbeitszeiten volkswirtschaftlich nicht leisten. Stattdessen müssen wir uns auf Maßnahmen konzentrieren, die die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen stärken. Angesichts des demografischen Wandels wäre eine Verkürzung der Arbeitszeit eine zusätzliche Belastung.

Keine Zeit mehr für Gerede: Zielgerichtete Maßnahmen notwendig

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass wir dringend zielgerichtete Maßnahmen benötigen, die sowohl die Unternehmen entlasten als auch die Attraktivität des Standorts erhöhen. Viel geredet wurde schon, jetzt muss gehandelt werden! Eine Senkung der Lohnnebenkosten ist ein entscheidender Schritt in diese Richtung und findet breite Unterstützung in der Bevölkerung. Darüber hinaus könnte die Steuerbefreiung von Überstunden nicht nur die Leistungsbereitschaft steigern, sondern auch endlich unsere Jugend unter lohnenden Bedingungen abholen anstatt ständig auf sie zu schimpfen. Nur durch solche Maßnahmen können wir die Herausforderungen des Arbeitsmarktes bewältigen und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft sichern.

Herausragendes Engagement: Auszeichnung für Wirtschaftsbund-Funktionäre

Im festlichen Rahmen wurden Eva Hoffmann, Kurt Glantschnig und Karl Hanno Egger für ihre außergewöhnlichen Leistungen und Verdienste um die Republik mit dem Berufstitel „Kommerzialrat“ geehrt. Landesgruppenobmann Jürgen Mandl überreichte die Dekrete und würdigte damit ihr herausragendes Engagement in ihren jeweiligen Branchen.

Eva Hoffmann: Tradition und Innovation vereint

Die Pension Hoffmann am Ossiacher See, vor 95 Jahren von Eva Hoffmanns Großeltern gegründet, hat sich unter ihrer Leitung zu einem florierenden Vier-Sterne-Hotel entwickelt. Seit 1997 führt Eva Hoffmann den Ganzjahresbetrieb in dritter Generation und hat mit bedeutenden Investitionen wie der Neugestaltung der Südfassade, der Modernisierung der Zimmer und der Erweiterung um einen Wellnessbereich den Familienbetrieb kontinuierlich weiterentwickelt.

Als Bezirksgruppenobfrau im Bezirk Feldkirchen hat sie innovative Formate wie das „early-bird-Unternehmerfrühstück“, die „Matinee am See“ und das „Lehrlingscasting“ initiiert. Darüber hinaus engagiert sie sich in verschiedenen Funktionen, darunter als Stellvertreterin im AMS Regionalbeirat Feldkirchen und als Laienrichterin am Landesgericht Klagenfurt für Arbeits- und Sozialrechtssachen.

Kurt Glantschnig: Vom kleinen Betrieb zum Branchenführer

Kurt Glantschnig hat die Wanda Floristik GmbH, das Unternehmen seiner Frau, zu einem der größten Floristikbetriebe des Landes ausgebaut. Durch kontinuierliche Weiterbildung seiner MitarbeiterInnen und ein motivierendes Arbeitsumfeld hat er nachhaltigen Erfolg geschaffen. Seit 2010 setzt er sich als Innungsmeister der Gärtner und Floristen für die Interessen seiner BerufskollegInnen ein und initiiert wichtige Projekte wie die Lehrlingsausbildung „Fit for the Future“ und Trendseminare.

Als Bundesinnungsmeister-Stellvertreter vertritt er seit 2021 die Interessen der Branche auf Bundesebene und ist Delegierter der Landesinnung der Gärtner und Floristen Kärnten im Blumenbüro Österreich. Sein unternehmerisches Geschick und sein Engagement als Interessenvertreter machen ihn zu einem wichtigen Akteur in der Floristikbranche.

Karl Hanno Egger: Vorzeigeunternehmer mit sozialem Engagement

Karl Hanno Egger hat sich mit seinen Baumärkten in Feldkirchen und Wolfsberg als Vorzeigeunternehmer etabliert. Sein Fokus auf höchste Kundenorientierung, qualitativ hochwertige Produkte und Nachhaltigkeit hat zu seinem Erfolg beigetragen. Er fördert aktiv die Verwendung heimischer Produkte und integriert ökologische Aspekte in seine Unternehmensführung.

Als stellvertretender Gremialobmann des Baustoff-, Eisen- und Holzhandels setzt er sich für die Verwendung von Holz als CO2-neutralen Rohstoff ein und stärkt die regionale Wirtschaft. Sein Engagement für die Lehrlingsausbildung, insbesondere die Einführung des Projekts „Lehre mit Matura“, zeigt seine Weitsicht und sein soziales Verantwortungsbewusstsein.

Ein Vorbild für die Wirtschaft

Die Verleihung des Titels „Kommerzialrat“ an Eva Hoffmann, Kurt Glantschnig und Karl Hanno Egger ist eine verdiente Anerkennung ihrer Leistungen und ihres Engagements. Ihre vorbildlichen Beiträge zur Weiterentwicklung ihrer Branchen und ihr Einsatz für die Gemeinschaft sind inspirierend und zeigen, wie wichtig engagierte Unternehmer:innen für die Wirtschaft und Gesellschaft sind.

Naturgefahren in Österreich: Umdenken aller Akteure gefordert

Die Auswirkungen des Klimawandels sind in Österreich bereits deutlich zu spüren, und die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Umdenkens bei allen Akteuren ist überfällig. Versicherungsexperten, Klima- und Präventionsforscher betonen die Dringlichkeit von Vorsorgemaßnahmen auf Mikro- und Makroebene und pochen auf ein entschiedenes Handeln der Politik.

Zunehmende Auswirkungen des Klimawandels

Der Klimawandel, einst als unbestimmte Zukunftsvision betrachtet, zeigt sich heute in Form einer steigenden Intensität von Extremwetterereignissen. Laut KR Mag. Klaus Scheitegel, Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO, ist aufgrund der wachsenden Siedlungsdichte in Österreich eine weitere signifikante Zunahme von Schadensereignissen zu erwarten.

Änderungen bei extremen Wetterereignissen

Klimaforscher Dr. Marc Olefs von der GeoSphere Austria stellt fest, dass sich in Österreich bereits Änderungen bei den extremen Wetterereignissen zeigen. Tage mit großen Regenmengen haben in den letzten Jahrzehnten um rund 30 Prozent zugenommen, während Tage mit wenig Regen seltener geworden sind

Prävention: Notwendigkeit von zielgerichteten Maßnahmen

Trotz der Zunahme von Naturkatastrophen und Extremwetterereignissen ist die Vorbereitung auf solche Ereignisse in Österreich noch unzureichend. Der österreichische Vorsitzende des Versicherungsverbandes VVO, Mag. Christian Eltner, betont, dass die Risiken immer noch stark unterschätzt werden und alle Bundesländer gleichermaßen gefährdet sind.

Standortabhängige Pflichtversicherung für Unwetterschäden

Fachgruppenobmann der Versicherungsmakler Franz Ahm, hat bereits die Integration von Unwetterschäden wie Überschwemmungen und Muren in die bestehende Eigenheim- und Haushaltsversicherung gefordert. Laut Ahm sollte der Versicherer verpflichtet werden, für alle Österreicher diese Deckungen anbieten zu müssen. Die Prämie kann abhängig vom Standort variieren. „Wer in Risikogebieten lebt, muss daher fairerweise etwas mehr beitragen, um das Gesamtrisiko auszugleichen“, so Ahm. Er fügt hinzu: „So kann die Erhöhung der Versicherungsprämie monatlich bespielsweise zwischen einem oder mehreren Euros liegen, den Unterschied macht dabei, ob man in einer Stadt im 3. Stock wohnt oder aber in einem Gefährdungsgebiet“

Aufforderung zum Umdenken

Um den Herausforderungen des Klimawandels angemessen begegnen zu können, ist ein Umdenken aller Akteure gefordert – auch der Entscheidungsträger. KR Mag. Klaus Scheitegel fordert gesetzliche Rahmenbedingungen für eine österreichweite Versicherbarkeit verschiedener Naturgefahren und kritisiert die fehlende politische Unterstützung.

Schäden in Milliardenhöhe und Präventionsbedarf

In Österreich werden jährlich fast 1 Mrd. Euro an Schäden verzeichnet. Die geringe Bereitschaft zur Eigenvorsorge in der österreichischen Bevölkerung im internationalen Vergleich stellt große und kleine Gemeinden vor enorme Herausforderungen. Es besteht ein deutlicher Bedarf an Prävention von Naturgefahren und Aufklärung der Bevölkerung. Forderungen der Versicherungswirtschaft nach flächendeckenden Naturkatastrophenlösungen wurden bislang von der Politik nicht unterstützt, sollten aber zeitnah umgesetzt werden.

Toxischer Standortcocktail

Mit Pauken und Trompeten hat die Politik das Ende des fossilen Zeitalters eingeläutet. Bis 2050 will die EU klimaneutral sein, Musterschüler Österreich hat sich in gewohnter Gold-Plating-Manier vorgenommen, dieses Ziel bereits bis 2040 zu erreichen.

Schade nur, dass bundesweit weder beim dringend notwendigen Ausbau der Stromnetze noch bei der Schaffung neuer Stromerzeugungskapazitäten aus Wind und Fotovoltaik etwas weitergeht. Weil gleichzeitig der Strombedarf – Elektromobilität, Wärmepumpen, Digitalisierung – stark steigt, klettern die Strompreise gleich mit: Nicht der einzige Grund, warum der Wirtschaftsbund seit Monaten vor der Abwanderung von Investitionen, Unternehmen und ganzen Wirtschaftszweigen aus Europa warnt.

Eine aktuelle Studie von Deloitte Consulting zu „Österreichs Industrie im Wandel“ in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Wirtschaftspolitik der WKO bestätigt jetzt diese Befürchtungen: Die Attraktivität des Industriestandortes schwindet, drei von vier Unternehmen sehen die Gefahr der De-Industrialisierung in Österreich. Geplante Investitionen finden anderswo statt, Produktionen werden an günstigere Standorte verlagert. Mehr als 40 Prozent der befragten 500 Industrieunternehmen haben in den vergangenen drei Jahren bereits Maßnahmen ergriffen, um ihre Wertschöpfungskette an die verschlechterten Rahmenbedingungen in Europa und Österreich anzupassen.

Doch es sind nicht nur die Energiepreise, die Wirtschaftskraft aus Österreich vertreiben: Laut Deloitte-Studie sind auch hohe Arbeitskosten schuld daran, dass Unternehmen über Abwanderung oder Produktionsverlagerung nachdenken. Weitere Auslöser für die aktuelle Deindustrialisierungsdebatte auch in Österreich sind die enorme Regulierungswut der Bürokratie, der anhaltende Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und die extremen Steuern und Abgaben; ein toxischer Cocktail, der die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe vor allem im Export killt. Als Lebens- und Wirtschaftsstandort, dessen Wohlstand in hohem Maße vom weltweiten Export abhängt, muss auch der heimischen Politik bewusst sein, wie dünn das Eis ist, auf dem wir alle stehen: Jeder 4. Steuer-Euro in Österreich kommt aus dem Export, Kärnten mit seiner traditionell hohen Exportquote verdient jeden zweiten Euro im Ausland. 70.000 Arbeitsplätze hängen hierzulande direkt und indirekt am Außenhandel.

Deshalb ist in Wahrheit völlig klar, was zu tun ist, und wir sagen es seit Jahren: Runter mit den Steuern, Abgaben und Lohnnebenkosten auf ein Niveau, das unsere Betriebe wieder konkurrenzfähig mit den weltweiten Mitbewerbern macht. Hinauf mit den Investitionen in Stromnetze, Windkraft und PV. Weg mit unnötiger Bürokratie, die oft nur der Beschäftigung eines aus dem Ruder gelaufenen öffentlichen Monsterapparates dient. Und her mit der technisch mach- und kaufmännisch verkraftbaren Energiewende, bevor sie für uns alle zur Wohlstandswende wird.

Meint Ihre,

Sylvia Gstättner

BGHV Villach Stadt: Neuer Bezirksobmann gewählt

Am 22. April. wurde Mag. Christian Tyl mit 96%  zum neuen Bezirksgruppenobmann gewählt.

Der ortsansässige Sportfachhändler freut sich über das entgegengebrachte Vertrauen und kündigt an, ein Sprachrohr für den ganzen Bezirk sein. „Ich bedanke mich beim bisherigen Obmann Raimund Haberl und seinem Team für ihr Engagement – diesen Weg wollen wir weitergehen und eine noch stärkere wirtschaftspolitische Interessenvertretung für unsere Villacher UnternehmerInnen sein, wobei das Netzwerken natürlich nicht zu kurz kommen wird“, so der neue Bezirksobmann.

LGO Jürgen Mandl vor Ort: „Im Hinblick auf aktuelle Herausforderungen bin ich der Überzeugung, dass es nur gemeinsam gelingen kann, die Rahmenbedingungen für uns UnternehmerInnen zu verbessern – das Wahlergebnis für Christian Tyl und sein Team zeigt, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer die Arbeit in der Bezirksgruppe als äußerst wichtig erachten und auch, dass ein gut vernetztes, engagiertes Team die Agenden übernimmt.“

„Viel Erfolg und weiterhin frische Ideen für den Bezirk“, wünscht WB-Direktorin Sylvia Gstättner und freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neugewählten Vorstandsteam.

Gewählt wurden:

Bezirksobmann
Mag. Christian Tyl

BGO-Stv.
Phillip Löscher
Mag. Andrea Opperer
GO-Stv. Michael Schludermann

Baukrise in Kärnten: Dringender Handlungsbedarf zur Stützung des Konjunkturmotors

Hohe Kosten und begrenzte Aufträge setzen die Bau- und Immobilienbranche in Kärnten unter enormen Druck. Mit einer jährlichen Bruttowertschöpfung von etwa 2,3 Milliarden Euro und 40.000 Angestellten in über 5.000 Unternehmen spielt sie eine zentrale Rolle in der regionalen Wirtschaft. Obwohl die Bundespolitik kürzlich mit einer Bauoffensive reagierte und Lösungen vorschlug, zeigt sich die lokale Bauindustrie enttäuscht über die zögerliche Haltung der zuständigen Politiker, insbesondere der LHStv. Gaby Schaunig. WK-Präsident Jürgen Mandl äußerte seine Frustration: „Wir streben danach, Wohnraum für die Bürger, Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum in Kärnten zu schaffen. Leider scheint es, als ob die Interessen einiger Politiker eher ideologisch als pragmatisch sind.“

Trotz der Vorschläge der Kärntner Bauwirtschaft vor dem jüngsten Baugipfel wurden viele ihrer Empfehlungen ignoriert. Zu diesen gehören die zweckgebundene Verwendung der Wohnbauförderungsmittel, faire Förderbedingungen für alle Bauträger, die Streichung unrealistischer Preisobergrenzen beim Ersterwerb, zusätzliche Sanierungsmittel, die Einführung von Miet-Kauf-Modellen und die Vereinfachung der Förderlandschaft durch eine Antragsstellung. Ebenfalls vorgeschlagen wurde eine Entrümpelung der Genehmigungsgesetze, um Verfahren zu beschleunigen.

Mandl kritisiert, dass die notwendigen Reformen durch eine Politik gebremst werden, die unter dem Motto ‚mehr Staat, weniger privat‘ agiert. Er fordert die Landesregierung auf, dringend zu handeln. „Jeder Tag des Zögerns wirkt sich negativ auf den Wirtschaftsstandort, den Arbeitsmarkt und die Wohnsituation in Kärnten aus. Es ist an der Zeit, dass die Landesregierung handelt und lokale Lösungen findet, die über die Bundesinitiativen hinausgehen und schnell wirksam werden“, betont Mandl.

Bildungskarenz: Work-Life-Balance aus dem Gleichgewicht?

Über mangelnden Leistungswillen, den Trend zu Teilzeitarbeit und außerberuflicher Selbstverwirklichung habe ich hier schon viel geschrieben. Da ist es umso erfreulicher, dass der Bildungshunger vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter massiv zunimmt: 2023 sind 25.000 Personen in Österreich in Bildungskarenz gegangen, was einen Anstieg von über 65% in den letzten vier Jahren bedeutet. Diese zunehmende Leidenschaft zur Weiterbildung lässt sich der Staat einiges kosten. Die Ausgaben im Jahr 2019 betrugen rund 210 Millionen Euro. Im Jahr 2023 waren es bereits 515 Millionen Euro.

Dem Rechnungshof ist im Zuge einer Prüfung aufgefallen, dass die Bildungskarenz häufig von Personen mit bereits hohem Bildungsniveau genutzt und zunehmend von Frauen an die Elternkarenz angeschlossen wird. Denn die zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung seien gering, vielfach werde die Fortbildungsmöglichkeit lediglich als öffentlich finanzierte Auszeit missbraucht, konstatiert der RH.

Das ist schade, denn die Bildungskarenz ist seit 1998 ein Instrument zur persönlichen Weiterentwicklung und kein Privileg der ohnehin gut Verdienenden, sich auf Kosten der Allgemeinheit eine entspannte Auszeit nehmen. In der Zeit der Karenzierung gibt es ein Weiterbildungsgeld, das dem Arbeitslosengeld entspricht, in der Höhe von 55 Prozent des vorangegangenen Nettoeinkommens. Damit will der Staat dazu beitragen, die persönliche Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen; von bezahltem Urlaub war nicht die Rede. Sonst laufen wir Gefahr, um viel Steuergeld bestehende soziale Ungleichheiten nicht nur nicht auszugleichen, sondern im Gegenteil zu vertiefen.

Lösungsmöglichkeiten könnten unter anderem darin bestehen, jenen, die es brauchen, höhere finanzielle Unterstützung anzubieten, um die Einkommensverluste während der Bildungskarenz auszugleichen. Flexiblere Arbeitszeitregelungen – Stichwort: Bildungsteilzeit – könnten ebenfalls dazu beitragen, die Vereinbarkeit von Bildung und Beruf zu verbessern.

Darüber halte ich es für wichtig, einerseits das Bewusstsein für die Bildungskarenz zu stärken und Möglichkeiten zur Nutzung dieses Instruments transparenter zu machen: Dies könnte durch gezielte Informationskampagnen und Beratungsangebote erfolgen, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter über ihre diesbezüglichen Rechte und Möglichkeiten informiert sind. Und andererseits muss eine Regulierung in Richtung einer entsprechend intensiven Qualifizierung, die am Arbeitsmarkt auch nachgefragt wird, durch den Gesetzgeber erfolgen.

Indem wir diese Maßnahmen ergreifen und Barrieren abbauen, können wir dazu beitragen, dass Bildung für alle besser zugänglich wird und dass das grundsätzlich gute Angebot einer Bildungskarenz sein volles Potenzial entfalten kann. Es liegt auch an uns, der Wirtschaft, aktiv dazu beizutragen, eine gerechtere und chancengleiche Gesellschaft zu schaffen, in der Bildung für alle eine selbstverständliche Realität ist. Und gleichzeitig durch besser ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Schlagkraft unserer Unternehmen zu erhöhen.

Meint Ihre,

Sylvia Gstättner

Alarm im Buchhandel: Aufruf zur dringenden Senkung der Umsatzsteuer

Am Welttag des Buches, kommt keine Jubelstimmung auf, vielmehr schlägt der Buchhandel Alarm. Die Branche sieht sich mit wachsenden Kosten und stagnierenden Umsätzen konfrontiert und damit das Fortbestehen vieler Buchhandlungen bedroht.

Dramatische Entwicklungen in der Buchbranche

In den letzten 16 Monaten haben sich die Herausforderungen durch hohe KV-Lohnerhöhungen und steigende Betriebskosten intensiviert, während die Umsätze nicht entsprechend mitwachsen. „Viele Buchhandlungen mussten bereits schließen, und die Verbleibenden kämpfen ums Überleben“, so Helmut Zechner, Fachgruppenobmann der Buch- und Medienwirtschaft.

Forderung nach signifikanter Steuersenkung

Zechner unterstreicht die Dringlichkeit der Lage: „Der Buchhandel steckt tief in der Krise. Wir fordern eine Senkung der Umsatzsteuer auf Bücher auf unter 4 Prozent, um die Handelsspanne zu erhöhen und unsere Buchhandlungen zu retten.“ Dieser Schritt würde den Buchhandlungen ermöglichen, trotz der angespannten Finanzlage am Markt zu bestehen.

Internationale Vergleiche und nationale Maßnahmen

Im europäischen Vergleich zählt Österreich zu den Ländern mit der höchsten Umsatzsteuer auf Bücher. Eine Anpassung an niedrigere Steuersätze wie in Deutschland oder der Schweiz könnte die Wettbewerbsfähigkeit und das Überleben der Buchhandlungen sichern. „Eine nachhaltige Lösung ist essentiell, um den kulturellen Reichtum des Buchhandels für zukünftige Generationen zu bewahren“, betont Zechner.

Zusätzlich zur Steuersenkung sind verlängerte Schulbuchverträge und andere unterstützende Maßnahmen notwendig, um den stationären Buchhandel langfristig zu stärken.

 

Foto: WKK, Peter Just

Handwerkerbonus: Chancen und Nachholbedarf

Inmitten der wirtschaftlichen Herausforderungen setzt die Bundesregierung eine Reihe von Maßnahmen, um den Bausektor zu stärken. Eine davon ist die Wiedereinführung des Handwerkerbonus, der von vielen Fachleuten und Branchenvertretern, darunter auch Spartenobmann Klaus Kronlechner, als unverzichtbare Unterstützung angesehen wird.

„Der Handwerkerbonus ist richtig und wichtig für uns“, erklärt Kronlechner. Er sieht in dem Bonus einen wichtigen Anreiz für die BürgerInnen, Investitionen in Reparaturen und Sanierungen vorzunehmen, die sonst vielleicht aufgeschoben würden. Kronlechner widerspricht der Befürchtung, dass durch die Ankündigung des Bonus keine Aufträge mehr vergeben werden, bis dieser tatsächlich greift. „Ein vorübergehender Ansturm auf unsere Dienstleistungen ist weitaus besser als leere Auftragsbücher“, fügt er hinzu.

Innungsmeister der Maler und Tapezierer Alexander Trapp sieht im Handwerkerbonus ebenfalls eine gute Maßnahme, die heimische Wirtschaft zu unterstützen, fordert aber Präzision. „Der Handwerkerbonus ist sinvoll, muss jedoch ein breites Spektrum an Auftragsarbeiten abdecken, damit auch kleine Betriebe diesen bei ihren Kunden bewerben und davon profitieren können“, so der Malermeister.

Der Handwerkerbonus wird oft als wirksames Mittel gegen Schwarzarbeit genannt, eine Ansicht, die Kronlechner teilt. „Schwarzarbeit ist ein massives Problem, das wir bekämpfen müssen. Der Handwerkerbonus hat sich als effektives Werkzeug erwiesen, um die offizielle Auftragsvergabe zu fördern und Schwarzarbeit zu verhindern“, erklärt er. Dies liegt daran, dass Verbraucher durch den Bonus dazu angeregt werden, offizielle Wege zu gehen, und damit die Sicherheit von Gewährleistung und Garantie nicht verlieren.

Schon in der Vergangenheit war die Notwendigkeit des Handwerkerbonus gegeben, dennoch sieht Kronlechner die aktuellen Anstrengungen der Bundesregierung positiv. „Alle Maßnahmen, die der Bauwirtschaft dienen, sind willkommen. Es ist erfreulich, dass ein signifikanter Teil der Bundesmittel seinen Weg nach Kärnten finden wird“, so Kronlechner.

Insgesamt stellt der Handwerkerbonus einen wichtigen Baustein in der Strategie dar, um die Baubranche zu unterstützen und gleichzeitig die Schwarzarbeit einzudämmen. Mit dem Engagement und der Expertise unserer Branchenvertreter und der Unterstützung durch die Bundesregierung wird der Weg für den Aufschwung der Bauwirtschaft geebnet.

Nachbericht „WB Zirkel 2024 – Gemeinsam Zukunft gestalten“

Mit vereinter Kraft zum Erfolg: Der Wirtschaftsbund Kärnten setzt neue Maßstäbe in der wirtschaftspolitischen Fortbildung.

Im Lakesidespark Spitz, Klagenfurt fand am 14. März der „WB Zirkel 2024 – Gemeinsam Zukunft gestalten“ statt, eine Veranstaltung, die wir speziell für unsere Mitglieder organisieren. Unser Ziel ist es, eine Plattform zu bieten, auf der wir uns gemeinsam auf die bevorstehenden Herausforderungen und Chancen vorbereiten können, um so die Wirtschaft in unserer Region zu stärken.

Masterclasses, die Mut machen nach vorne zu schauen

Die Veranstaltungsreihe zeichnet sich durch Masterclasses aus, die mehr sind als nur spannende Vorträge. Wir bieten unseren Mitgliedern damit einen Mehrwert, Weiterbildungsangebot, Inspiration für ihr Unternehmerdasein und ihren Betrieb.

Peter L. Eppinger gab dieses Mal in „Die Macht der ersten Sekunden“ humorvolle Einblicke, wie die ersten Momente in der Kommunikation entscheidende Weichen stellen.

Susanne Nickel eröffnete mit „Stell dir vor, es ist Krise und alle freuen sich“ neue Perspektiven für erfolgreiche Veränderungsprozesse.  Anhand des berühmten Zitates von Nietzsche „Wer ein Wofür hat, dem ist kein Was und kein Wie zu viel“  hat sie uns verdeutlicht, dass wir als UnternehmerInnen am Anfang von Veränderungsprozessen ganz klar herausarbeiten und formulieren müssen, was denn der Sinn und Zweck dieser geplanten Veränderung ist, damit sie vom ganzen Team getragen wird.

Andy Fitze hingegen hat uns in „Navigieren in stürmischen Zeiten: Führung in unbekannten Gewässern“ mit eindrucksvollen Bildern gezeigt, was wirkliche „Leader“ in schwierigen Zeiten ausmacht: sie gehen entweder mutig voran, wenn der Weg ungewiss ist oder halten ihrem Team den Rücken frei, damit sie sich voll und ganz auf ihre Aufgaben konzentrieren können.

 

Zum Ausklang: Wirtschaftspolitik und anregende Gespräche

Die Beiträge von WB-Präsident und WKÖ-Präsident Dr. Harald Mahrer und unserem Präsidenten LGO Jürgen Mandl gaben dem interessierten Publikum wertvolle Einblicke in die aktuellsten wirtschaftspolitischen Entwicklungen. Beim gemütlichen Zusammenstehen danach, haben viele Gäste die Möglichkeit genutzt, sich mit den Vortragenden und Präsidenten auszutauschen und mit UnternehmerkollegInnen zu netzwerken. Bei angenehmer Atmosphäre mit feiner Live-Musik, guten Getränken und Essen fand der Abend einen entspannten Ausklang.

 

SAVE THE DATE: Der nächste WB-Zirkel ist bereits in Planung und wird am 2. Oktober stattfinden.

 

Impressionen – WB Zirkel März 2024