Auch 2026 hält der negative Trend am Arbeitsmarkt an: Während die Zahl der offenen Stellen in Kärnten steigt, nimmt gleichzeitig die Anzahl der Erwerbslosen zu. Vor allem in der Metall- und Elektrobrache ist der Bedarf an Fachkräften groß.
Unverändert unter Druck ist der heimische Arbeitsmarkt in das neue Jahr gestartet. Während die Zahl der offenen Stellen in Kärnten leicht auf 10.977 gestiegen ist, legt die Zahl der Erwerbslosen von Dezember auf Januar um gut 2.000 Menschen zu. Grund dafür ist neben der schwachen Konjunktur, die Österreich weiterhin im Griff hält, auch die saisonale Arbeitslosigkeit, etwa in der Baubranche.
Metall- und Elektrobranche mit akutem Mangel
Während die Arbeitslosenzahlen weiter steigen, herrscht gleichzeitig in einigen Branchen ein extremer Bedarf an Arbeitskräften. Besonders betroffen sind die Metall- und Elektrobranche sowie Technische Berufe. Auch im Gesundheitsbereich herrscht weitaus mehr Bedarf an MitarbeiterInnen als es potenzielle BewerberInnen gibt.
Entspannung gibt es allerdings auf dem Lehrstellenmarkt. Im Jänner hat sich die Zahl der jungen Menschen ohne Lehre um 2,9 Prozent verringert. Trotzdem sind in Kärnten noch immer 436 Jugendliche auf der Such nach einer Lehrstelle. Da gegenüber stehen allerdings laut AMS 427 offene Ausbildungsstellen. Auch hier gibt es im Bereich Metall/Elektro und Technische Berufe den größten Bedarf an Nachwuchs.
Wirtschaft weiterhin unter starken Druck
Nach einer hartnäckig hohen Inflation gab es in den vergangenen Tagen erste Zeichen einer möglichen Entspannung. Im Januar lagen die Preise laut Statistik Austria im Schnitt nur noch um zwei Prozent über denen im Vorjahreszeitraum. Im Dezember hatten sich Produkte noch um 3,8 Prozent verteuert. WB-Direktorin Sylvia Gstättner sieht allerdings weitere notwendige Schritte, die schnellstmöglich umgesetzt werden müssen:
Leistung muss sich lohnen Lohnnebenkosten müssen spürbar gesenkt und Sozialtransfers reformiert werden, damit Arbeit sich wieder auszahlt.
Gezielte Zuwanderung Kärntner Betriebe sind trotz hoher Erwerbslosigkeit vielfach auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Verfahren müssen schneller und unbürokratischer werden, die Rot-Weiß-Rot-Karte praxisnah reformiert und Qualifikationen rascher anerkannt werden.
Wohnen und Mobilität leistbar machen Ein funktionierender Arbeitsmarkt braucht leistbaren Wohnraum und moderne Verkehrsanbindungen, besonders im ländlichen Raum. Der weitere Ausbau von Infrastruktur und öffentlichem Verkehr ist dafür unerlässlich.
https://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2025/09/leeres_buero.jpg10801920Jan Leberhttps://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2024/10/wirtschaftsbund-logo-2024-v.pngJan Leber2026-02-13 14:48:452026-02-13 07:36:29Stellenmonitor: Mehr offene Stellen und mehr Erwerbslose
Wolfsberg (Kärnten) könnte schon bald eine zentrale Rolle in der europäischen Rohstoff- und Batterieindustrie spielen. Das Lithiumprojekt im Raum Wolfsberg/Koralpe zählt zu den bedeutendsten bekannten Lithiumvorkommen Europas und ist in den vergangenen Wochen erneut in den Fokus gerückt. Die jüngste Verlängerung der Bergbaulizenz durch die österreichische Bundesregierung sorgt für vorläufige Planungssicherheit. Gleichzeitig zeigt das Projekt aber auch, wie komplex wirtschaftspolitische Entscheidungen im Spannungsfeld von Industrie, Umwelt und Recht geworden sind.
Worum es in Wolfsberg wirklich geht
Das Wolfsberg-Projekt ist ein hartgesteinsbasierter Lithiumabbau in Kärnten, rund 270 Kilometer südlich von Wien. Lithium gilt als Schlüsselrohstoff für Lithium-Ionen-Batterien, die in der Elektromobilität, bei stationären Energiespeichern und in zahlreichen Hightech-Anwendungen eingesetzt werden. Damit steht das Projekt exemplarisch für jene Rohstoffe, die für die industrielle Transformation Europas entscheidend sind. Lithiumvorkommen in der Region sind seit Jahrzehnten bekannt, die wirtschaftliche Nutzung wurde jedoch erst in den vergangenen Jahren durch technologische Fortschritte und steigende Nachfrage realistisch. Ziel des Projekts ist es, Lithiumkonzentrat zu fördern und perspektivisch als Baustein einer europäischen Batterie- und Wertschöpfungskette weiterzuverarbeiten.
Zwei Jahre mehr Zeit, aber noch keine finale Entscheidung
Ende Jänner 2026 wurde die Bergbaulizenz für das Wolfsberg-Projekt um weitere zwei Jahre verlängert. Bestätigt wurde dies von der Projektbetreiberin Critical Metals Corp. Die Entscheidung schafft kurzfristige regulatorische Planungs- und Investitionssicherheit, ersetzt jedoch keine langfristige Klarheit über den Projektstart. Nach Angaben des Unternehmens hängt die endgültige Investitionsentscheidung weiterhin von Markt- und Finanzierungsbedingungen ab. Gespräche mit strategischen Partnern – insbesondere mit Blick auf eine mögliche Weiterverarbeitung zu Lithiumhydroxid – sollen bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Wolfsberg bleibt damit ein Projekt mit Potenzial, aber ohne fixierten Zeitplan.
Ein Projekt mit Startvorteil: Infrastruktur, Industrie-Nähe, Know-how
Im europäischen Vergleich gilt Wolfsberg als eines der am weitesten entwickelten Lithium-Projekte. Die Nähe zu bestehender Infrastruktur – Straßen- und Bahnverbindungen – sowie zu zentralen Industrie- und Batteriestandorten in Europa stellt einen klaren Standortvorteil dar. Für die wirtschaftspolitische Bewertung ist das entscheidend: Projekte dieser Art sind nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines industriellen Gesamtsystems.
Genehmigungen, UVP, Gerichte: Wenn Verfahren zum Standortfaktor werden
Parallel zur Lizenzverlängerung bleibt die rechtliche Situation anspruchsvoll. Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hat frühere Entscheidungen zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) aufgehoben und eine neuerliche Prüfung erforderlich gemacht. Damit sind zusätzliche rechtliche Schritte notwendig, bevor ein tatsächlicher Abbau beginnen kann. Der Fall Wolfsberg zeigt exemplarisch, wie stark Genehmigungsverfahren selbst zum wirtschaftspolitischen Faktor geworden sind. Rechtssicherheit, Verfahrensdauer und Transparenz entscheiden heute mit darüber, ob Investitionen realisiert werden; nicht nur bei Großprojekten, sondern auch bei mittelständischen Vorhaben.
Warum Europa auf Projekte wie Wolfsberg angewiesen ist
Lithium zählt zu den strategisch wichtigsten Rohstoffen der kommenden Jahrzehnte. Europa ist aktuell stark von Importen aus Drittstaaten abhängig. Eigene Förder- und Verarbeitungskapazitäten gelten daher als zentraler Baustein für industrielle Souveränität, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Das Wolfsberg-Projekt steht damit nicht nur für regionale Entwicklung, sondern auch für die Frage, wie Europa seine Rohstoffstrategie künftig umsetzt.
Das Lithium Vorkommen in Wolfsberg gilt als eines der vielversprechendsten in Europa. Foto: European Lithium
Wertschöpfung entscheidet, nicht der Rohstoff allein
Für Kärnten ist entscheidend, dass ein Projekt wie Wolfsberg nicht beim Rohstoffexport endet. Wirtschaftlicher Mehrwert entsteht dort, wo Weiterverarbeitung, industrielle Nutzung, Zulieferketten und Know-how-Aufbau stattfinden. Nur dann ergeben sich nachhaltige Effekte für Beschäftigung, regionale Unternehmen und den Standort insgesamt. Gerade für kleine und mittlere Betriebe stellt sich die Frage, ob und wie sie in solche Wertschöpfungsketten eingebunden werden können.
Investition braucht Verlässlichkeit
Die Verlängerung der Bergbaulizenz ist ein positives Signal, sie macht jedoch auch deutlich: Investitionen benötigen klare, verlässliche und zeitlich kalkulierbare Rahmenbedingungen. Ohne Planungssicherheit bleiben Projekte in der Warteschleife – mit Folgen für Beschäftigung, Innovation und Standortattraktivität. Hier zeigt sich die eigentliche wirtschaftspolitische Dimension des Wolfsberg-Projekts. Es steht stellvertretend für die Frage, wie investitionsfreundlich ein Standort tatsächlich ist.
Akzeptanz entsteht durch Transparenz, nicht durch Blockade
Neben wirtschaftlichen Faktoren spielen Umwelt- und gesellschaftliche Erwartungen eine zentrale Rolle. Transparente Verfahren, fundierte Umweltstandards und nachvollziehbare Entscheidungen sind Voraussetzung für gesellschaftliche Akzeptanz. Gleichzeitig zeigt der Fall, dass langwierige und unklare Prozesse das Vertrauen in den Standort schwächen können.
Wolfsberg als Standorttest
Der Lithiumabbau in Wolfsberg ist mehr als ein Rohstoffprojekt. Er ist ein Prüfstein für die Standortpolitik in Kärnten und darüber hinaus. Für den Wirtschaftsbund Kärnten steht dabei nicht die Frage im Vordergrund, ob Projekte dieser Art umgesetzt werden sollen, sondern wie wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht wird. Unternehmen brauchen klare Regeln, verlässliche Zeitachsen und eine Politik, die Planungssicherheit bietet, statt Investitionen im Dickicht regulatorischer Unsicherheit zu verlieren. Denn nur dort, wo Investitionen planbar sind, entstehen Arbeitsplätze, Innovation und regionale Wertschöpfung.
https://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2026/02/Lithium-Lizenzen-Standortpolitik-2.jpg9001500Franziska Haidukhttps://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2024/10/wirtschaftsbund-logo-2024-v.pngFranziska Haiduk2026-02-02 11:40:012026-02-02 11:40:01Lithium, Lizenzen, Standortfragen: Wolfsberg als Prüfstein für Kärntens Wirtschaftspolitik
Rund 30 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Villach und Umgebung folgten der Einladung von Bezirksobmann Christian Tyl zu einem Unternehmerabend. Thema des Abends war die Sichtbarkeit im Internet.
Highlight der Veranstaltung war der Impulsvortrag von Heiner Etzler, der praxisnah zeigte, welche Faktoren für eine erfolgreiche Online-Sichtbarkeit entscheidend sind und wie Unternehmen ihre digitale Präsenz gezielt stärken können. Die anschließende offene Diskussion unterstrich das große Interesse am Thema sowie den hohen Wert des persönlichen Erfahrungsaustausches.
Beim gemütlichen Netzwerkausklang bot sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue zu knüpfen.
Impressionen des Abends gibt es in unserer Fotogalerie.
Fotos: Tyl
https://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2026/02/tyl_villach_serwus_jaenner.jpg10801920Johanna Knauderhttps://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2024/10/wirtschaftsbund-logo-2024-v.pngJohanna Knauder2026-02-02 10:46:302026-02-20 16:26:25Wirtschaftsbund Villach: Unternehmerabend zum Thema Online-Sichtbarkeit
Mit politischer Zustimmung der Grünen wurde mit die Zwei-Drittel-Mehrheit das sogenannte Billigstromgesetz verabschiedet. Damit wird die größte Reform des österreichischen Strommarkts seit rund 20 Jahren beschlossen. Ziel: Dauerhaft leistbarer Strom, stabile Netze und mehr Planungssicherheit für Betriebe.
Die jetzt beschlossene Reform verfolgt das Ziel, Strompreise in Österreich langfristig zu senken, gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Energiewende deutlich zu beschleunigen. Durch einfachere Netzanschlüsse und klare, verlässliche Regeln sollen Investitionen erleichtert und Projekte schneller umgesetzt werden. Insgesamt leistet das Gesetz damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich und zur besseren Planbarkeit für Unternehmen.
Wesentliche Anpassungen gegenüber der Regierungsvorlage
Neuer Versorgungs-Infrastruktur-Beitrag (VIB)
Ersetzt die geplanten Netznutzungsentgelte für Einspeiser
Maximal 0,5 Euro/MWh im Jahresdurchschnitt
Klare Regeln per Verordnung sorgen für Planbarkeit
Freigrenze für kleine Anlagen: Einspeisung bis 20 kW beitragsfrei
Spitzenkappung – netzschonend und investitionssicher
Photovoltaik: Begrenzung im Anlassfall auf 70 % (statt 60 %)
Rechtssicherheit für PPA, Direktleitungen und flexible Netzzugänge
Verlängerung des Versorgungssicherheitsmechanismus bis 2030
Mehr Wettbewerb und Standortstärke
Das Billigstromgesetz bringt mehr Kostentransparenz, bessere Planbarkeit und strukturelle Entlastung. Es schafft verlässlichere Rahmenbedingungen für Investitionen, Eigenstromlösungen und die energieintensive Wirtschaft – ein zentraler Schritt für Wettbewerbsfähigkeit und Standortstärke.
https://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2025/12/billigstrom.jpg9001500Jan Leberhttps://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2024/10/wirtschaftsbund-logo-2024-v.pngJan Leber2025-12-15 08:21:012025-12-15 12:03:17Billigstromgesetz: Das Wichtigste für Unternehmer auf einen Blick
Anhebung der „Kalte-Hände-Regelung“, Entfristung der 15-Warengruppen-Regelung und der optionale digitale Beleg sparen Zeit und Kosten – vor allem für die kleinsten Handelsunternehmen.
„Gut Ding braucht Weile – und selten hat dieses Sprichwort so gut gepasst wie heute. Das Registrierkassenpaket, das nun vorliegt, zeigt eindrucksvoll: Das Warten hat sich gelohnt. Aus wenigen Punkten im Regierungsprogramm ist ein umfassendes Entlastungs- und Modernisierungspaket geworden, das weit über das ursprünglich Vereinbarte hinausgeht. Mit der deutlichen Anhebung der „Kalte-Hände-Regelung“ auf 45.000 Euro, der Entfristung der 15-Warengruppen-Regelung sowie dem optionalen digitalen Beleg ab 2026 schaffen wir echte Entbürokratisierung, mehr Planungssicherheit und einen spürbaren Digitalisierungsschub für unsere Betriebe“, fasst Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten, das Erreichte zusammen.
Die zentralen Maßnahmen im Überblick:
Digitaler Beleg (ab 01.10.2026)
• Optional, kein Muss für Betriebe
• Belegerteilung auch digital möglich (Anzeige, QR-Code, Downloadlink)
• Papierbelegrecht für Kundinnen und Kunden bleibt bestehen
15-Warengruppen-Regelung (ab 01.01.2026)
• Unbefristete Verankerung im Dauerrecht
• Kleine Betriebe können Umsätze weiterhin vereinfacht über max. 15 Warengruppen erfassen
Kalte-Hände-Regelung (ab 01.01.2026)
• Anhebung der Umsatzgrenze auf 45.000 Euro
• Weiterhin Ausnahme von der Registrierkassenpflicht für bestimmte Tätigkeiten im Freien
Beleglotterie (ab 01.10.2026)
• Teilnahme ab 18 Jahren, Preisvolumen 4 Mio. Euro
• Hauptpreise bis 2.500 Euro, Bonusziehung 25.000 Euro
• Teilnahme über die FON+ App, Weiterentwicklung inkl. digitaler Belege & App-Integrationen
• Befristet bis 31.12.2029
„Dieses Paket zeigt klar: Wir hören zu und handeln. Wir entlasten die Kleinsten, indem wir ihnen mit der neuen Umsatzgrenze wieder Luft zum Atmen geben. Wir schaffen verlässliche Rahmenbedingungen, indem zentrale Erleichterungen dauerhaft verankert werden. Und wir öffnen gleichzeitig den Weg in eine moderne, praxistaugliche Digitalisierung – unaufgeregt, freiwillig und mit echtem Mehrwert für alle, die diesen Schritt gehen möchten. Damit unterstützen wir die Betriebe in ihrem täglichen Arbeiten und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts“, so Mandl abschließend.
https://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2025/12/registrierkasse_entlastung.jpg10801920Jan Leberhttps://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2024/10/wirtschaftsbund-logo-2024-v.pngJan Leber2025-12-10 15:09:252025-12-11 14:21:30Entlastung für den Handel erreicht!
113 Maßnahmen für mehr Verwaltungsinnovation, mehr Effizienz und weniger Staat.
Über Jahre gewachsene bürokratische Auflagen und Verpflichtungen binden enorme Ressourcen und kosten Österreich jährlich rund 15 Milliarden Euro – 3,8 % des heimischen Bruttoinlandsprodukts. Die Bürokratie nimmt unseren Unternehmen die Luft zum Atmen und in jedem Jahr steigt der Aufwand bei einem Großteil der heimischen Betriebe an.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage ist für viele Unternehmen ohnehin schon mehr als herausfordernd. Unternehmen brauchen Rahmenbedingungen, die frei von redundanten Vorgaben sind und in denen der Staat nicht als Verhinderer, sondern als Ermöglicher auftritt.
Leistung muss sich lohnen
„Damit Leistung wieder möglich wird, braucht es mehr Freiheit für unsere Wirtschaft, damit sich Unternehmen auf das konzentrieren können, was wirklich zählt: Wertschöpfung, Arbeitsplätze und den Erhalt unseres Wohlstands“, fordert Wirtschaftskammer Präsident Jürgen Mandl ein dauerhaftes Umdenken der Politik.
Ein erster großer Schritt wurde jetzt vom Ministerrat auf den Weg gebracht: 113 Maßnahmen zur Entbürokratisierung werden die tägliche Arbeit der UnternehmerInnen nachhaltig entlasten. Um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben, Österreich als Wirtschaftsstandort zu erhalten und zukunftssicher aufgestellt zu sein, braucht es allerdings weitere weitgreifende Reformen auf allen Ebenen.
Einige Beispiele für erste Maßnahmen:
One-Stop-Shop für Förderungen
Ein bundesweiter digitaler One-Stop Shop regelt künftig einheitlich die Vergabe und Abrechnung von Förderungen.
Vereinfachte UVP-Verfahren
Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wird kräftig beschleunigt und für alle Beteiligten übersichtlicher gemacht. Alte Regeln werden entrümpelt, Verfahren gestrafft.
Grundsatz „beraten statt strafen“
Behörden werden angehalten, diesen Grundsatz bei geringfügigen und rasch behebbaren Verstößen konsequent umzusetzen, bevor verwaltungsrechtliche Maßnahmen ergriffen werden.
Erweiterung der „Grace-Period“ zur Vereinfachung von Betriebsnachfolgen
Die „Grace Period“ wird von drei auf fünf Jahre verlängert, um Nachfolgen leichter und wirtschaftlich stabiler zu gestalten.
Anhebung der Buchführungsgrenzen
Die Schwellenwerte für die Buchführungspflicht bestehen seit Jahren unverändert. Daher sollen die bestehenden Umsatzgrenzen für die Buchführungspflicht von 700.000 Euro bzw. 1 Mio. Euro auf 1 Mio. Euro bzw. 1,5 Mio. Euro erhöht werden.
Weitere Informationen zum Entbürokratisierungspaket gibt es hier.
https://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2025/02/Juergen-Mandl0111-klein-scaled.jpg17072560Jan Leberhttps://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2024/10/wirtschaftsbund-logo-2024-v.pngJan Leber2025-12-03 12:54:002025-12-03 12:54:00Erstes Entbürokratisierungspaket entlastet die Wirtschaft
Das Europäische Parlament hat eine deutliche Lockerung des EU-Lieferkettengesetzes beschlossen und folgt damit zentralen Forderungen des Wirtschaftsbunds nach realistischeren und wirtschaftsverträglichen Auflagen. Höhere Schwellenwerte und reduzierte Berichtspflichten sollen Unternehmen spürbar entlasten und unnötige Bürokratie abbauen. Für viele Betriebe bedeutet dies weniger Zeit- sowie Kostenaufwand und damit mehr Freiraum für ihr Kerngeschäft.
Ursprünglich waren Unternehmen ab 1.000 Beschäftigten und 450 Millionen Euro Umsatz verpflichtet, entlang der gesamten Lieferkette Risiken wie Menschenrechtsverletzungen und Umweltverstöße zu prüfen.
Das EU-Parlament hebt diese Schwellen nun deutlich an:
Gültigkeit erst ab 5.000 Beschäftigten
Mindestumsatz von 1,5 Milliarden Euro
Anpassung nach Vorgaben der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten
Diese Entwicklung trifft zentrale Forderungen des Wirtschaftsbunds, der sich seit Beginn der Debatte für realistische und wirtschaftsverträgliche Regelungen eingesetzt hat. Ziel ist es, Unternehmen vor überbordenden Dokumentationspflichten zu schützen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Reduzierte Berichtspflichten
Auch bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung sollen die Vorgaben entschärft werden. Unternehmen müssen künftig nicht mehr die gesamte Lieferkette lückenlos erfassen.
Stattdessen können sich Unternehmen auf Bereiche mit erhöhtem Risiko konzentrieren, in denen Verstöße gegen Menschenrechte und Umweltstandards wahrscheinlich sind. Dazu gehören insbesondere die Branchen Transport, Textil, Elektronik, Nahrungsmittel, Bergbau und Rohstoffe sowie die gesamte Lieferkette, von der Beschaffung über die Produktion bis zum Transport und zur Abfallentsorgung.
Der Wirtschaftsbund hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass die ursprünglichen Auflagen vor allem mittelständische Betriebe stark belasten. Die nun vorgesehene Risikoorientierung spiegelt die Forderungen der Wirtschaft der letzten Jahre wider: klare Verantwortung dort, wo Risiken bestehen, aber keine flächendeckende Überregulierung.
Entlastung mit spürbaren Auswirkungen
Weniger Zeitaufwand für Monitoring und Dokumentation
Reduktion externer Beratungs- und Prüfkosten
Entlastung der administrativen Strukturen
Mehr Ressourcen für Kerngeschäft und Innovation
Gerade mittelständische Unternehmen profitieren davon, dass die Berichtspflichten praxisnäher und zielgerichteter gestaltet werden.
Bürokratieabbau als Baustein für den Aufschwung
Die Reform des Lieferkettengesetzes ist Teil eines breiteren EU-Ansatzes zum Abbau administrativer Lasten. Die Europäische Kommission strebt eine Reduktion der Bürokratie um rund ein Viertel an, KMU sollen um etwa 35 Prozent weniger Meldepflichten erfüllen müssen.
Der Wirtschaftsbund setzt sich auch künftig für diese Entlastungsagenda ein. In Gesprächen mit EU-Abgeordneten, nationalen Entscheidungsträgern und Branchenorganisationen werden wir weiterhin auf einen breit angelegten Bürokratieabbau drängen. Die nun erfolgten Schritte bestätigen das Engagement und zeigen, dass beharrliche Interessenvertretung langfristig Wirkung zeigt.
Mehr als 120 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Bezirk Villach waren am 13. November der Einladung von Bezirksobmann Christian Tyl gefolgt und feierten im Brauhof das traditionelle Maronifest des Wirtschaftsbunds.
Das traditionelle Maronifest des Wirtschaftsbunds Villach war auch in diesem Jahr für viele Wirtschaftstreibende im Bezirk ein Pflichttermin. Zu frisch gebratenen Maroni, Glühwein und regionalen Spezialitäten kamen auf Einladung von Bezirksobmann Christian Tyl mehr als 120 Unternehmerinnen und Unternehmer im Brauhof in Villach zusammen. Auch WK-Präsident Jürgen Mandl und Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig ließen sich das Miteinander, den Austausch und das Knüpfen neuer Kontakt in vorweihnachtlicher Atmosphäre nicht entgehen.
In seiner Eröffnungsrede unterstrich Tyl die Stärke und Widerstandskraft der heimischen Unternehmen in schweren Zeiten und schwor die Anwesenden auf Zusammenhalt und gemeinsame Kraftanstrengungen ein. Ein zentrales Thema war auch die nahende Eröffnung der Koralmbahn im Dezember und die daraus resultierenden Chancen sowie Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Villach. Höhepunkt der Ansprache war die Ehrung von Bernhard Plasounig für sein Jahrzehnte währendes Engagement für die Belange der Unternehmerinnen und Unternehmer in der Draustadt.
Fotos: Kampitsch
https://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2025/11/maronifest_villach_2025.jpg10801920Jan Leberhttps://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2024/10/wirtschaftsbund-logo-2024-v.pngJan Leber2025-11-17 09:23:222025-11-19 08:58:14Villacher Maronifest ist Herbst-Highlight
Gut 60 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Bezirk St.Veit trafen sich zum traditionellen Maronifest am Brunnerhof. Bezirksobmann Walter Sabitzer zog erfolgreiche Zwischenbilanz eines Jahres voller wirtschaftlicher Herausforderungen.
Das traditionelle Maronifest des Wirtschaftsbunds St. Veit war auch in diesem Jahr für viele Wirtschaftstreibende im Bezirk ein Pflichttermin. Auf Einladung von Bezirksobmann Walter Sabitzer fanden sich gut 60 Unternehmerinnen und Unternehmer zu frisch gebratenen Maroni, Glühwein und regionalen Spezialitäten am Brunnerhof in St. Georgen am Längsee ein. Auch WK-Präsident Jürgen Mandl und Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig ließen sich das Miteinander, den Austausch und das Knüpfen neuer Kontakt in vorweihnachtlicher Atmosphäre nicht entgehen.
Schwieriges Jahr für die Wirtschaft
In seiner Rede vor den Anwesenden ließ Bezirksobmann Walter Sabitzer das Jahr Revue passieren und hob die Bedeutung des Maronifests hervor: „Dieses Fest ist jedes Jahr ein besonderer Moment – ein Abend, an dem wir zusammenkommen, uns austauschen und Kraft tanken. Das ist gerade jetzt wichtiger denn je. Denn das vergangene Jahr war für viele von uns kein leichtes. Die Konjunktur schwächelt, der Fachkräftemangel bleibt eine große Herausforderung, und die weltwirtschaftlichen Entwicklungen machen uns allen zu schaffen.“
S37 Ausbau kommt
Bei aller berechtigten Sorge stellte Sabitzer aber die gemeinsamen Erfolge in den Vordergrund, die dazu motivieren, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen: „Nach langem Kampf und mit viel Durchhaltevermögen ist es uns gelungen, dass der Ausbau der S37 endlich Realität wird. Auch in den Sicherheitsausbau der B317 ist wieder Bewegung gekommen – ein Verdienst der Beharrlichkeit.“
Positive Signale kamen auch von der Bundesregierung: So wird der Investitionsfreibetrag ab Dezember spürbar erhöht. Diese Maßnahme solle dafür sorgen, dass Investitionen wieder attraktiver würden und solle gleichzeitig die Unternehmen in Österreich entlasten.
Wirtschaft fordert weitere Maßnahmen
Bei allen Erfolgsmeldungen ist für Sabitzer allerdings klar, dass weitere Maßnahmen dringend notwendig sind, um die Wirtschaftskraft und die Unternehmen im Land zu stärken: „Der Bürokratieabbau geht viel zu langsam voran. Was wir brauchen, sind einfache, verständliche und praxistaugliche Regeln – damit Unternehmertum wieder das sein kann, was es sein soll: Gestalten statt Verwalten.“
Beim Thema Lohnnebenkosten sieht der Bezirksobmann ebenfalls akuten Handlungsbedarf. Damit sich Arbeit wieder lohne und Österreich als Standort konkurrenzfähig bleibe, müsse endlich etwas passieren. Auch die Sozialtransfers gehörten nach Ansicht Sabitzers reformiert – mit Hausverstand, Fairness und Blick auf die Leistungsträgerinnen und Leistungsträger im Land.
„Diese Ziele können wir nur gemeinsam erreichen. Wenn wir zusammenhalten, unsere Anliegen mit einer klaren Stimme vertreten und zeigen, dass wir die Kraft haben, etwas zu bewegen“, rief Sabitzer am Ende seiner Rede zum gemeinsamen Engagement aller Unternehmerinnen und Unternehmer der Region auf.
https://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2025/11/maronifest_stveit_2025.jpg10801920Jan Leberhttps://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2024/10/wirtschaftsbund-logo-2024-v.pngJan Leber2025-11-07 11:45:562025-11-17 11:50:15Wirtschaftsbund-Familie feiert den Herbst
Der aktuelle Stellenmonitor des Wirtschaftsbundes Österreich (WBÖ) zeigt im September einen Anstieg von Arbeitslosen und unbesetzten Stellen. Im Vormonat gab es 9.525 offene Stellen in Kärnten, knapp 1.400 mehr als im August. Die längste Konjunkturkrise in der Geschichte der zweiten Republik schlägt sich auch am Arbeitsmarkt nieder. Die Zahl der Erwerbslosen in Kärnten hat stark zugenommen und liegt nun – inklusive Menschen in Schulungen – bei 18.238 (15.307 im Vormonat).
Anders als das AMS erfasst der WB-Stellenmonitor alle online ausgeschriebenen Stellen, was die große Differenz zwischen den AMS-Zahlen und den von uns erhobenen Daten erklärt. Die höchste Zahl an offenen Stellen und damit den größten Bedarf an neuen Arbeitskräften verzeichnete auch im vergangenen Monat der Bereich Handel, Logistik und Verkehr mit 1.954 unbesetzten Stellen in Kärnten. Auch in den Branchen Tourismus und Gastgewerbe (1.212), Maschinenbau, Kfz und Metall (1.054), Elektrotechnik (1.008) und Bau (1.002) ist der Arbeitskräftebedarf vierstellig.
Kärnten mit 1,4 Prozent mehr Arbeitslosen
Im September 2025 waren in Kärnten insgesamt 18.238 Menschen arbeitslos, davon 3.424 in Schulungsmaßnahme. Im Vergleich zu anderen Bundesländern fällt der Zuwachs in Kärnten mit 1,4 Prozent moderat aus. Erfreulich ist die sinkende Zahl von jungen Menschen ohne Ausbildungsplatz. Im September waren im Vergleich zum Vormonat mit 469 Personen 5,6 Prozent weniger ohne Lehrstelle.
Ernsthafte Gefahr für heimische Wirtschaft
Auch im September setzt die Konjunkturkrise der heimischen Wirtschaft zu. Zwar hat die Bundesregierung mit der Erhöhung des Investitionsfreibetrags und der AVG-Novelle zwei wichtige Impulse für die Unternehmen in Österreich gesetzt. WB-Direktorin Sylvia Gstättner sieht allerdings weitere notwendige Schritte, die schnellstmöglich umgesetzt werden müssen:
Leistung muss sich lohnen
Lohnnebenkosten müssen spürbar gesenkt und Sozialtransfers reformiert werden, damit Arbeit sich wieder auszahlt.
Gezielte Zuwanderung Kärntner Betriebe sind vielfach auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Verfahren müssen schneller und unbürokratischer werden, die Rot-Weiß-Rot-Karte praxisnah reformiert und Qualifikationen rascher anerkannt werden.
Wohnen und Mobilität leistbar machen
Ein funktionierender Arbeitsmarkt braucht leistbaren Wohnraum und moderne Verkehrsanbindungen, besonders im ländlichen Raum. Der weitere Ausbau von Infrastruktur und öffentlichem Verkehr ist dafür unerlässlich.
https://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2025/09/leeres_buero.jpg10801920Jan Leberhttps://www.wirtschaftsbund-ktn.at/wp-content/uploads/2024/10/wirtschaftsbund-logo-2024-v.pngJan Leber2025-10-30 11:30:482025-10-30 11:30:48Arbeitslosenzahlen und freie Stellen mit Plus
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