Nachbericht: LinkedIn Insights mit Stephan Wölcher

Am Donnerstag, den 27. Juni, lud der Wirtschaftsbund Kärnten zum WB Forum „LinkedIn Insights“ mit Stephan Wölcher ein. Wölcher begann seine Karriere bei LinkedIn als Praktikant in Dublin, ausgewählt aus über 2000 BewerberInnen. Innerhalb von fünf Jahren stieg er vom Sales Development Praktikanten zum Senior Account Manager für Enterprise und Key Accounts der DACH-Region auf und betreut heute die wichtigsten Unternehmenskunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Stärke von LinkedIn: Ein berufliches Netzwerk

In seinem informativen Vortrag hob Wölcher die Einzigartigkeit von LinkedIn hervor. Mit 67 Millionen Unternehmen und einer Milliarde Mitgliedern weltweit, darunter 1,5 Millionen in Österreich, ist LinkedIn das führende berufliche Netzwerk. In Kärnten nutzen derzeit 57.000 Personen LinkedIn aktiv, und es sind etwa 1.500 Jobs verfügbar.

Vier Säulen des Erfolgs: Hire, Sell, Learn, Advertise

Dabei bietet LinkedIn weit mehr als nur berufliches Networking. Die Plattform unterstützt Unternehmen und Fachleute mit vier Hauptsäulen: Hire (Anstellen), Sell (Verkaufen), Learn (Lernen) und Advertise (Werben). Mit 22.000 Videokursen in neun Sprachen und 43 Millionen Lernenden weltweit ist LinkedIn außerdem eine der größten Online-Lernplattformen.

Hire (Anstellen)

LinkedIn ist ein unverzichtbares Tool zur Rekrutierung und Talentakquise. Mit LinkedIn Recruiter können Unternehmen gezielt nach qualifizierten Kandidaten suchen. Diese Funktion richtet sich hauptsächlich an Personalverantwortliche und Führungskräfte, die talentierte Fachkräfte für ihr Team gewinnen möchten.

Sell (Verkaufen)

Der LinkedIn Sales Navigator ist ein mächtiges Werkzeug für Vertriebsteams und Business Development Manager. Durch fortschrittliche Such- und Filterfunktionen können potenzielle Kunden identifiziert und angesprochen werden. Diese Funktion ist besonders wertvoll für Vertriebsprofis, die neue Geschäftsmöglichkeiten und strategische Partnerschaften suchen.

Learn (Lernen)

LinkedIn Learning bietet eine umfangreiche Bibliothek von Online-Kursen, die Fachleute in verschiedenen Branchen und Karrierestufen unterstützen. Unternehmen können diese Ressource nutzen, um ihre MitarbeiterInnen zu schulen und deren Kompetenzen zu erweitern. Die Zielgruppe umfasst sowohl Einzelpersonen, die ihre Karriere vorantreiben möchten, als auch Unternehmen, die in die Entwicklung ihrer Teams investieren wollen. Interessanter Fakt: Die meisten der deutschsprachigen Onlinekurse werden in Graz produziert.

Advertise (Werben)

LinkedIn Ads bietet maßgeschneiderte Werbelösungen, die es Unternehmen ermöglichen, ihre Zielgruppen effektiv zu erreichen. Mit präzisen Targeting-Optionen können Anzeigen basierend auf Kriterien wie Branche, Unternehmensgröße, Position und Interessen ausgerichtet werden. Diese Funktion ist besonders nützlich für Marketing- und Werbeprofis, die ihre Produkte und Dienstleistungen einem professionellen Publikum präsentieren möchten. LinkedIn ist nach Google und Meta der drittgrößte Werbeanbieter.

Praktische Einblicke und Live-Demonstrationen

Während des Forums demonstrierte Wölcher die Bedeutung eines gepflegten Netzwerks. Er betonte, dass ein kostenloses Profil oft ausreicht, um Reichweite zu generieren, sofern der Inhalt relevant und beruflich bezogen ist. Ein Premium-Account bietet zusätzliche Funktionen, wie benutzerdefinierte Buttons im Profil, die Reichweite wird jedoch durch sinnvollen und interessanten Content erzielt.

Besonders spannend war die Live-Demonstration des neuen AI-Features im Sales Navigator und auf der Learning-Plattform. Wölcher zeigte, wie der neue Chatbot auf der Learning-Plattform gezielt Kurse vorschlägt, die auf dem eigenen Profil, also Interessen und Stärken,  basieren.

Intensive Fragerunde und Networking

Im Anschluss an den Vortrag fand eine intensive Fragerunde statt, bei der Wölcher auch eine Live-Analyse des Profils eines Gastes durchführte. Die TeilnehmerInnen hatten die Gelegenheit zu spannendem Austausch, bei dem sie praktische Tipps zur Optimierung ihrer LinkedIn-Präsenz erhielten.

Das nächste WB Forum wird im Herbst stattfinden. Nutze die Gelegenheit, wertvolle Einblicke von ExpertInnen zu gewinnen und das berufliche Netzwerk zu erweitern. Melde dich rechtzeitig an und bleib informiert über die aktuellen Trends und Entwicklungen in der Unternehmenswelt.

Im freien Fall

Die aktuelle Wirtschaftskrise ist wie der perfekte Fleck: Gekommen, um zu bleiben. Alle paar Monate rücken die Wirtschaftsforschungsinstitute IHS und WIFO aus, um ihre voreiligen, von Zweckoptimismus getränkten Prognosen zurückzuschrauben. Aktuelle Korrektur: 2024 wird’s nichts mehr mit dem heiß ersehnten Aufschwung, dafür soll die Wirtschaft im nächsten Jahr um 1,5 Prozent wachsen. Alle Daten ohne Gewähr und bis auf Widerruf.

 

Noch genauer als die Wirtschaftsforscher ist seit Jahren das Stimmungsbarometer der Wirtschaftskammer, das auf das feine Sensorium von tausenden befragten Unternehmerinnen und Unternehmern vertraut. Aber auch die bei der Kärntner Investitions- und Konjunkturkonferenz kürzlich vorgestellten Erwartungen der Praktikerinnen und Praktiker geben wenig Anlass zur Hoffnung: Die Ergebnisse hinsichtlich Wirtschaftsklima, Auftragslage, Investitionen und Export sind zwar etwas besser als am absoluten Nullpunkt im vergangenen Dezember, aber immer noch ausgesprochen trüb.

 

Die Hartnäckigkeit der Krise ist umso ärgerlicher, als die Gründe hinlänglich bekannt sind. Die Kosten von Vorleistungen und Material, die hohen Löhne und Energiepreise fressen die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, die überbordende Bürokratie verhindert verlässlich eine rasche Umstellung auf geänderte Rahmenbedingungen durch elendslange Behördenverfahren und vernichtet ohnehin knappe Personalressourcen durch entbehrliche Dokumentationspflichten und anderen Amtsschimmelschnickschnack.

 

Das führt zu der ausgesprochen bedrohlichen Situation, dass Österreich zwar den höchsten Rückgang bei den Bruttoanlageinvestitionen in der gesamten EU verzeichnet (-2,2 Prozent), aber gleichzeitig bei den Lohnstückkosten deutlich an der Spitze liegt. Und das sind keine theoretischen Haarspaltereien: Seit der KIKK im Dezember 2023 hat die Kärntner Wirtschaft 4000 Arbeitsplätze eingebüßt. Und die Arbeitslosigkeit steigt stetig.

 

Wer jetzt nach staatlichen Konjunkturmaßnahmen ruft, läuft allerdings Gefahr, die Rechnung ohne den Wirt zu machen: Die Kassen des Bundes sind leer, erst vor wenigen Tagen ist der blaue Brief aus Brüssel eingetroffen, weil das Budgetdefizit aus dem Ruder zu laufen droht. „In keinem EU-Land hat sich die inflationsbereinigte Wirtschaftsleistung pro Kopf seit 2019 schlechter entwickelt als in Österreich. Ende dieses Jahres wird dieser Wert nach aktuellen Prognosen um 1,7 Prozentpunkte unter das Vorkrisenniveau von 2019 gesunken sein. Das bedeutet den letzten Platz in der gesamten EU. Selbst einstige Krisenländer wie Griechenland, Portugal, Italien und Spanien wachsen stärker als Österreich“, analysiert „Agenda Austria“-Chef Franz Schellhorn schonungslos im „profil“.

 

In Kärnten ist die finanzielle Lage mittlerweile genauso schlimm. Fast 500 Millionen Euro neue Schulden drohen allein im heurigen Jahr, viele Gemeinden stehen vor der Pleite. Aber es hilft nichts: Um wieder auf die Beine zu kommen, braucht die Wirtschaft eine Bauoffensive, die den Namen auch verdient, und eine Investitionsprämie, damit die Betriebe wieder Vertrauen in den Standort fassen. Sollen Politik und Verwaltung doch ausnahmsweise einmal bei sich selber sparen, meint Ihre

Sylvia Gstättner

Fotokunst im Strandbad Klagenfurt: Meisterwerke der Kärntner Berufsfotografen

Die Berufsfotografen Kärntens präsentieren heuer zum vierten Mal ihre beeindruckenden Werke im Strandbad Klagenfurt. Diese Kunstausstellung, die in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Klagenfurt realisiert wurde, kann vom 4. Juli bis zum 2. September während der Öffnungszeiten bestaunt werden.

Vielfalt der Fotokunst

Von Porträts über Landschaften bis hin zu Kunst und Technik: Die Ausstellung zeigt rund 60 Fotosgrafien in verschiedenen Kategorien. Diese Motive schmücken die weißen Badehütten im Strandbad und haben bereits in den vergangenen Jahren für großes Aufsehen gesorgt. Der Erfolg der letzten Jahre hat gezeigt, wie groß das Interesse an professioneller Fotografie ist. Michael Linzer, Landesinnungsmeister der Berufsfotografen, betont: „Ziel der Ausstellung ist eine Leistungsschau des heimischen Handwerks. Wir wollen die Qualität unserer Arbeit hervorheben und zeigen, dass wir Meister unseres Fachs sind.“

 

 

Qualität und Kreativität

Die Fotografen hatten die Möglichkeit, ihre besten Werke einzureichen, die dann von einer nationalen Jury beurteilt wurden. Insgesamt wurden 482 Bilder eingereicht, von denen die besten ausgewählt wurden. Die Ausstellung unterstreicht die künstlerische Kreativität und das professionelle Auge der Fotografen. Linzer fügt hinzu: „Ein professionelles Bild hält nicht nur Erinnerungen fest, sondern vermittelt auch Botschaften. Dies gelingt dank professioneller Ausrüstung und ist mit Handyfotos keineswegs vergleichbar.“

Starkes Signal und die Forderung nach einem Staatspreis

Das große Interesse und die Beliebtheit der Freiluftausstellung verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig solche Wettbewerbe sind, um für die Leistungen der Berufsfotografen in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die Bundesinnung geht noch einen Schritt weiter und fordert einen Staatspreis für Berufsfotografie. Linzer würde sich als Kärntner Landesinnungsmeister sehr darüber freuen, haben doch bereits beim Landeswettbewerb über 58 Fotografen eingereicht, mehr als 3x so viel wie in anderen Bundesländern. Man sei also stark aufgestellt!

SerWus: Villach tankt Wissen und stärkt Gemeinschaft

Rechtzeitig zum Start in die Reisesaison lud der neue Bezirksobmann von Villach, Mag. Christian Tyl, zu einer interessanten Informationsveranstaltung für zahlreiche Mitglieder und Gäste. Der Vortrag, der in Zusammenarbeit mit dem ÖAMTC organisiert wurde, stand ganz im Zeichen der neuen Verkehrsregelungen in unseren Nachbarländern.

Rechtsexperte Mag. Christoph Kronsteiner brachte den Anwesenden die neuen Reiseregelungen näher, während ÖAMTC Landesdirektor-Stellvertreter Matthias Zernatto über die vielfältigen Unterstützungsmaßnahmen für Firmenkunden und Wirtschaftstreibende informierte. Diese wertvollen Inputs sollen den UnternehmerInnen helfen, Bußgelder und weiteren Ärger im Urlaub zu vermeiden und rechtlich bestens vorbereitet zu sein.

Dieser Abend zeigte deutlich, wie wichtig der Austausch und die Vernetzung für die regionale Wirtschaft sind. Bezirksobmann Christian Tyl betonte die Bedeutung solcher Zusammenkünfte mit Netzwerkcharakter für die Unterstützung der lokalen UnternehmerInnen. „Unser Ziel ist es, die Mitglieder bestmöglich zu informieren und ihnen die notwendigen Werkzeuge an die Hand zu geben. Sei es, wie in diesem Fall, um im internationalen Verkehr sicher und regelkonform unterwegs zu sein, oder auch auf jedem anderen unternehmerischen Parkett“, so Tyl.

„Die gestrige Veranstaltung war ein großer Erfolg“, freute sich BGO-Stv. Sandro DeRoja. „Der rege Meinungsaustausch zeigt, wie sehr solche Abende geschätzt werden. Wir freuen uns auf viele weitere, spannende Veranstaltungen in der Zukunft.“
Ein herzliches Dankeschön gilt den zahlreichen Gästen, Interessenten und TeilnehmerInnen des gestrigen Infoabends zur Reisemobilität und Mobilität für Unternehmen im Allgemeinen. Die Bezirksgruppe Villach, unter der neuen Führung von Christian Tyl, wird auch in Zukunft spannende und informative Veranstaltungen organisieren, um die regionale Wirtschaft zu stärken und zu unterstützen.

SerWus in Villach!

 

 

Neue Kapitel, frische Impulse: Wechsel in Sparte und Fachgruppe

Nach 16 Jahren unermüdlichen Einsatzes für das Kärntner Gewerbe erfolgt nun die Staffelübergabe von Spartenobmann Klaus Kronlechner an den Wolfsberger Unternehmer Peter Storfer. Der Inhaber der Knusperstube weiß um die aktuellen Herausforderungen im Gewerbe und will nahtlos die erfolgreiche Arbeit Klaus Kronlechners fortführen. „Ich bin Unternehmer mit Herz und Seele. Mir ist es wichtig, gerade in schwierigen Zeiten den Fokus auf das Positive zu richten und Antworten zu finden. Ich werde immer ein offenes Ohr für meine UnternehmerkollegInnen haben und so meinen Teil zu einem erfolgreichen Wirtschaftsstandort beitragen“, so Peter Storfer.

Der neue Spartenobmann ist überzeugt, dass ein starkes Netzwerk viel bewirken kann: „Wir müssen als Interessenvertretung eng zusammenarbeiten und Lösungen für Herausforderungen wie die Teuerung oder den Arbeitskräftemangel erarbeiten. Ich werde hier auch mit Nachdruck entsprechende Umsetzungen bei den politisch Verantwortlichen einfordern“, so der leidenschaftliche Unternehmer.

Obmannwechsel bei den Versicherungsmaklern

Peter Tschernutter ist Versicherungsmakler und bringt jahrelange Expertise und Unternehmererfahrung mit. Er folgt Franz Ahm, der sich seit 2009  konsequent und umsetzungsstark für die Interessen seiner BerufskollegInnen eingesetzt hat. Er gibt die Führung seiner Fachgruppe in gute Hände: „Mit meinem Branchenkollegen Peter Tschernutter folgt mir ein äußerst fähiger Unternehmer, dem die Belange unserer Fachgruppe genau so am Herzen liegen wie mir“, so der scheidende Fachgruppenobman.

„Ich bedanke mich bei meinem Vorgänger Franz Ahm für seine jahrelange Arbeit in unserer Fachgruppe. Unter dem Motto: „Bewährtes erhalten, Zukunft gestalten“ möchte ich diese Arbeit nun fortführen und die Rahmenbedingungen meiner UnternehmerkollegInnen verbessern. Ich sehe noch viel Verbesserungspotenzial in der Gesetzgebung und möchte dieses nach Kräften umsetzen. Besonders wichtig ist mir der Abbau unnötiger und zeitraubender Bürokratie. Viele Reglements könnten vereinfacht werden oder mit Hilfe von Technologie beschleunigt werden“, so der neue Fachgruppenobmann.

Zukunft der Kärntner Wirtschaft

Mit diesen Wechseln  in Führungspositionen der Kärntner Wirtschaft wird ein weiteres erfolgreiches Kapitel geschrieben werden: Peter Storfer und Peter Tschernutter stehen bereit, die Herausforderungen der Zukunft mit frischem Elan und bewährter Erfahrung anzugehen. Beide bringen nicht nur die nötige fachliche Kompetenz, sondern auch eine tiefe Verbundenheit zu ihrer Region und ihren Branchen mit. Ihre klaren Visionen für die unternehmerische Zukunft durch einerseits Bekämpfung der Bürokratie und andererseits Verbesserung der Rahmenbedingungen für UnternehmerInnen sind ein starkes Signal.

Management Impulse: Religion und Management – Zwei Welten ohne Berührungspunkte?

Gleich zur Premiere der neuen Veranstaltungsreihe „Management Impulse“ haben wir uns sozusagen Hilfe von oberster Stelle geholt und Dechant und Dompfarrer Peter Allmaier* eingeladen. Er hat das Publikum auf eine äußerst anregende philosophische Reise entlang der Grenzen von Religion und Wirtschaft mitgenommen.

Zwei Welten, die grundverschieden sind

Das Weltbild des katholischen Glaubens und jenes der Wirtschaft sind in einer ersten Betrachtung grundverschieden. Gerade aufgrund dieser Unterschiede eröffnen sich mitunter Dimensionen, die in Betrieben neue Handlungsfelder und Sichtweisen ermöglichen. So zeigt Allmaier anhand des Wortes „Arbeitskraft“ auf, wie entmenschlicht dieser Begriff ist und unterstreicht dies mit dem Zitat von Immanuel Kant „Der Mensch aber ist keine Sache, mithin nicht etwas, das bloß als Mittel gebraucht werden kann, sondern muss bei allen seinen Handlungen jederzeit als Zweck an sich selbst betrachtet werden.“ Aber nicht nur zu Immanuel Kant, sondern zu einem ganzen Reigen an Philosophen angefangen von Peter Stoerdijk bis hin zu Oswald Spengler werden an diesem Abend Bezugspunkte geschaffen.

Zwei Welten, mit vielen Berührungspunkten

Die Berührungspunkte sind unerwartet zahlreich und bringen den TeilnehmerInnen wertvolle Impulse fürs unternehmerische Denken. So weist Allmaier darauf hin, dass es wieder große Visionen braucht, um den aktuellen Problemen in der Gesellschaft begegnen zu können. Menschen brauchen starke Bilder, ein Ziel, das es zu erreichen gilt. Die gotischen Kathedralen beispielsweise hatten für die Menschen der westlichen Welt eine gewaltige Symbolkraft. Sie haben gezeigt, was wir durch unser menschliches Tun erreichen und welche Ziele wir uns stecken können. Der Philosoph Oswald Spengler sieht darin sogar die Erklärung für den Aufstieg der westlichen Kulturen zur Weltmacht. Eine solche Vision fehle uns laut dem Vortragenden aber in der Gegenwart.
Weiter ging Dr. Allmaier auf die Bedeutung von Werten und dem Gemeinschaftssinn im Wechselspiel zwischen Religion und Management ein. All das immer unter Bezugnahme auf die praktische Umsetzbarkeit im betrieblichen Alltag. Dieser spannende Diskurs bot anregenden Gesprächsstoff für die anschließende gesellige Netzwerkrunde.

Management Impulse: Unser neues Veranstaltungsformat

„Management Impulse“  Hier gibt es frische Perspektiven für Management, Wirtschaft und Unternehmertum.  ein neues, innovatives Veranstaltungsformat des Wirtschaftsbund Kärnten, das frische Perspektiven auf Management, Wirtschaft und Unternehmertum bietet. Durch die interdisziplinäre Verbindung von Themen entwickeln sich Denkanstöße und Gestaltungsspielräume. „Management Impulse“ ist die Plattform für alle, die bereit sind, die Grenzen des Gewohnten zu überschreiten und echte Veränderung anzustoßen.

Der nächste Termin folgt im September.
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*Die vollständige Titelangabe findest du hier.

Keine rote Karte für qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten!

Weitere Reformen und eine Modernisierung der Rot-Weiß-Rot Karte sind notwendig, um dem eklatanten Arbeitskräftemangel wirkungsvoll zu begegnen.

Die Forderungen des Wirtschaftsbundes nach Reformen der RWR-Karte, haben bereits 2023 zu positiven Effekten geführt, so wurden 6.780 RWR-Karten ausgestellt, das ist ein Plus von ca. 20 % im Vergleich zu 2022. Der akute Arbeitskräftemangel, der die österreichische Wirtschaft massiv belastet, zeigt uns aber deutlich: das reicht noch lange nicht. Wir werden in den nächsten Jahren mehr Arbeitskräfte aus Drittstaaten brauchen, um unseren Wohlstand in Österreich zu erhalten. Und nein, es genügt nicht, nur auf die Leistungs- und Arbeitsanreize für inländische ArbeitnehmerInnen zu setzen. Es ist dringend erforderlich Österreich für Drittstaaten als attraktiven Arbeitsmarkt zu etablieren!

Beispiel Tourismus: Der erfolgreiche Kampf um die Saisonier-Kontingente für Kärnten

Am zähen Ringen um die Saisonier-Kontingente zeigt sich, es geht um jede einzelne Arbeitskraft. Das Engagement und das Verhandlungsgeschick der Wirtschaftskammer Kärnten und unserer WB-Funktionäre hat sich bezahlt gemacht: + 170 zusätzliche Arbeitskräfte für den Kärntner Tourismus*.

„Es handelt sich dabei quasi um ein Sonderkontingent für Kärnten: Österreichweit wurden zusätzlich 200 Plätze freigegeben, wobei der Großteil mit 170 Plätzen an Kärnten geht“, erklärte Jürgen Mandl, WKK Präsident und WB-Obmann. „Es ist ein essentieller Schritt zur Sicherung unseres Tourismusstandortes und für Betriebe eine immense Unterstützung!“, so Mandl.

Wenn Betriebe ihren Gästen aufgrund des Personalmangels nicht mehr die volle Qualität und Angebot bieten können, ist das nicht nur bitter, sondern schadet den Tourismusstandort und damit dem Wohlstand im Land massiv. Josef Petritsch, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, erklärt weiter: „Saisoniers sind ein unverzichtbarer Teil des touristischen Arbeitsmarktes. Wir befinden uns in einem internationalen Wettbewerb um Arbeitskräfte. Deshalb ist es auch so wichtig, Drittstaatsangehörige flexibel und bedarfsgerecht beschäftigen zu können.“

Dieser Kampf zeigt aber auch eines, die aktuellen Rahmenbedingungen müssen optimiert werden, um der aktuellen Situation Herr zu werden, und das nicht nur im Tourismus.

Inländische ArbeitnehmerInnen alleine werden das Kind nicht schaukeln!

Die Arbeitskräfte fehlen quer durch alle Bereiche, nicht nur im Tourismus, sondern z.B.: auch in der Industrie, in der Pflege und im Gesundheitswesen. Angesichts der vermehrten Abgänge der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand, wird sich diese Situation weiter verstärken. Die Nachfrage nach MitarbeiterInnen übersteigt das Angebot schon seit langem. Neben Leistungsanreizen für inländische ArbeitnehmerInnen müssen also die gesetzlichen Rahmenbedingungen der RWR-Karte weiter optimiert werden.

Wir fordern: Modernisierung und Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Karte

Unsere Forderungen:

  • Verfahrensbeschleunigung durch Digitalisierung: Prüfung der Voraussetzungen und Ausstellung der RWR – Karte binnen 72 Stunden ab Antragstellung
  • Senkung des Mindestgehalts in der Kategorie “sonstige Schlüsselkräfte”
  • Jobsuch-Visum für potenzielle RWR-Karten Kandidaten samt Möglichkeit der Probearbeit für alle Kategorien der RWR-Karte

Im Detail bedeutet das für unsere Unternehmen:

  • Betriebe kommen so einfacher und schneller zu dringend benötigten Arbeitskräften.
  • Weniger bürokratische Hürden sparen Zeit und Geld für Antragsteller und Unternehmen.
  • Der österreichische Arbeitsmarkt wird für internationale Arbeitskräfte aktiver.

Die Zeiten sind herausfordernd, aber mit den richtigen Ideen und Konsequenz in der Forderung zeigen wir als Wirtschaftsbund gemeinsame Wege für die Zukunft auf!

 

*Saisonier-Kontingent 2024 für Kärnten ist durch das Sonderkontingent von 292 auf 462 Arbeitsplätze gestiegen. Siehe https://www.wko.at/oe/tourismus-freizeitwirtschaft/aenderung-saisonkontingent-2024.pdf

Wirtschaftsparlament Kärnten: Strategien für Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit im Fokus

Das Wirtschaftsparlament ist das zentrale Gremium für die wirtschaftspolitische Willensbildung in der Region. Es setzt sich aus Vertretern unterschiedlichster Branchen zusammen und dient als Plattform, um wirtschaftsrelevante Themen zu diskutieren und Forderungen und Maßnahmen zu beschließen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Kärntner Unternehmen stärken. Im ersten „WIPAL“ dieses Jahres standen folgende Themen im Vordergrund:

Das Lieferkettengesetz der EU soll soziale Verantwortung und Umweltschutz fördern, doch die aktuelle Ausgestaltung führt zu hohen bürokratischen Hürden und Kosten, besonders für KMUs. Diese müssen umfangreiche Dokumentationen liefern, was zu Standortnachteilen und Rechtsunsicherheit führt. Der administrative Aufwand muss reduziert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU und Österreichs zu sichern. Die Wirtschaftskammer Kärnten soll sich daher für eine praxistaugliche Umsetzung des Lieferkettengesetzes einsetzen, um unnötige Bürokratie zu vermeiden.

Eine pauschale Leerstandsabgabe löst die Wohnungsnot nicht und ist in Abwanderungsgebieten ineffektiv. Stattdessen sollten Bauvorschriften und Mietrecht reformiert werden. Die Wirtschaftskammer Kärnten soll sich gegen die Einführung einer Leerstandsabgabe im Bundesland einsetzen, stattdessen soll die Landesregierung auf Revitalisierung und Wohnbauförderung setzen.

Der Green Deal der EU setzt auf rechtliche Regelungen und Verbote statt auf finanzielle Anreize. Ein Modell wie in den USA, das Fördermittel und Steuererleichterungen als Motivation bietet, könnte die europäische Wirtschaft stärken. Die Wirtschaftskammer Kärnten soll sich daher für ein Anreizmodell nach US-Vorbild im Green Deal einsetzen.

Der Arbeitskräftemangel in Österreich könnte durch unbürokratische Zuwanderung aus den EU-Beitrittsländern des Balkans gelindert werden. Die Wirtschaftskammer Kärnten soll sich für einen freien Arbeitsmarktzugang für Personen aus Balkan-Beitrittsländern einsetzen.

Um dem Fachkräftemangel und der Abwanderung junger Menschen entgegenzuwirken, müssen Aus- und Weiterbildungsangebote sowie die Infrastruktur verbessert und junge Unternehmensgründungen gefördert werden. Die Wirtschaftskammer Kärnten soll sich daher für mehr finanzielle Ressourcen für Aus- und Weiterbildung, moderne Arbeitsbedingungen und die Förderung von Start-ups einsetzen.

Kärnten benötigt Investitionen in Verkehr, Breitbandausbau und erneuerbare Energien, um wirtschaftliches Potenzial zu nutzen und die Lebensqualität zu erhöhen. Die Wirtschaftskammer Kärnten soll sich daher für die Förderung öffentlicher Verkehrssysteme, flächendeckendes Breitband und Investitionen in erneuerbare Energien einsetzen.

Verpflichtende Kassenbons für Bagatellbeträge verursachen unnötigen Müll und belasten die Umwelt sowie die Unternehmen. Die Wirtschaftskammer Kärnten soll sich für die Einführung einer Bagatellgrenze bei der Belegerteilungspflicht einsetzen, um Papiermüll und Kosten zu reduzieren.

Das erste Wirtschaftsparlament des Jahres hat klare Handlungsfelder aufgezeigt, die sowohl die Wettbewerbsfähigkeit der Kärntner Unternehmen als auch die Lebensqualität in der Region sichern sollen. Von der Reduzierung bürokratischer Hürden über gezielte Investitionen bis hin zu modernen Arbeitsbedingungen und einer verbesserten Ausbildung – die Maßnahmen und Forderungen sind darauf ausgerichtet, Kärnten als attraktiven Wirtschaftsstandort weiter zu stärken.

Kärntner Bauwirtschaft in der Krise: Dringender Handlungsbedarf gegeben!

Der Traum von den eigenen vier Wänden wird für viele KärntnerInnen zunehmend unerreichbar. Steigende Zinsen, hohe Preise durch die Inflation und verschärfte Kreditvergaberegeln haben zu einem massiven Rückgang im Wohnbau geführt. Diese Entwicklungen gefährden nicht nur den Wohnungsbau, sondern auch die gesamte Bauwirtschaft, die mit rund 5.000 Unternehmen und 40.000 Beschäftigten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Kärnten ist.

Wachsende Herausforderungen für die Bauwirtschaft

Die Baukosten sind seit 2019 um bis zu 40 Prozent gestiegen, was vor allem im Wohnbau zu einem deutlichen Nachfragerückgang führt. Rund die Hälfte der Unternehmen rechnet heuer mit einer weiter sinkenden Auftragslage. Bezirksobmann Gerhard Oswald fordert von der Politik Maßnahmen, um die Baubranche wieder anzukurbeln. Der Zugang zu Krediten wird durch die gestiegenen Zinsen erschwert, was die Investitionsbereitschaft bremst. WIFO-Chef Gabriel Felbermayr erwartet erst 2025 eine deutliche Erholung der Wirtschaft, vor allem dank sinkender Zinsen.

Strenge Kreditvergaberegeln als Hürde

Die KIM-Verordnung legt strenge Kriterien fest, die es vor allem jungen Menschen schwer machen, Wohneigentum zu schaffen. Unter anderem müssen Kreditnehmer beim Kauf einer Immobilie 20 Prozent Eigenkapital vorweisen, und die Kreditrate darf 40 Prozent des Haushaltseinkommens nicht übersteigen. Herta Stockbauer, WK-Spartenobfrau der Banken und Versicherungen, betont die Notwendigkeit einer Anpassung dieser Verordnung, um den Zugang zu Krediten zu erleichtern.

Anpassung der Wohnbauförderung notwendig

Die Wohnbauförderung muss dringend an die gestiegenen Baukosten angepasst werden. ÖVP-Klubobmann Markus Malle unterstützt die Forderung nach höheren Darlehenssummen, die etwa die Hälfte der Kosten für Haus oder Wohnung abdecken sollen. Auch eine Reform des „Mietkaufs“ ist erforderlich, bei der der Kaufpreis zum Zeitpunkt des Bezugs der Wohnung gilt und bereits bezahlte Miete angerechnet wird. Diese Maßnahmen könnten Wohnen wieder leistbarer machen.

Aufschwung frühestens 2025 erwartet

Experten rechnen erst im nächsten Jahr mit einer Erholung der Baukonjunktur. Wohnbaupaket und Zinssenkungen werden der Baubranche helfen, es braucht jedoch weitere Schritte bei der Kreditvergabe und der Wohnbauförderung. Gerhard Oswald fordert die Politik auf, jetzt zu handeln: „Wir dürfen uns nicht auf andere verlassen, sondern müssen es selbst in die Hand nehmen.“

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Die Re-Ökonomisierung Europas

Es könnte alles ganz einfach sein. Denn so bedrohlich die wirtschaftliche Entwicklung derzeit scheint und so komplex die Gemengelage wirkt: Die Diagnose der Erkrankung, derentwegen die heimische Wirtschaft in einem jahrzehntelangen, schleichenden Prozess „abgesandelt“ (© 2013 by Christoph Leitl) ist, steht längst fest. Es handelt sich um ein gesellschaftliches Burn-Out-Syndrom im fortgeschrittenen Stadium (im Fachjargon Teilzeit-Thrombose), fortgeschrittene bürokratische Arteriosklerose (volkswirtschaftliche Durchblutungsstörungen aufgrund von Überregulierung) sowie einen bedenklichen Muskelschwund (Arbeits-Atrophie, der Mangel an Fach- und Arbeitskräften).

Wer von seinem Hausarzt einen solchen Befund erhält, hat zwei Wahlmöglichkeiten. Der Patient Österreich kann sich und anderen den Arztbrief schönreden und so weitermachen wie bisher. Besserung ist von dieser Strategie allerdings nicht zu erwarten, aber was solls, only the good die young. Die Alternative ist für einen Staat nicht viel anders als für die übergewichtige und unterbewegte Privatperson: Man muss den inneren Schweinehund in den Zwinger sperren und sich von ein paar liebgewonnenen, aber schlechten Gewohnheiten verabschieden.

Wirtschaftskammer- und Wirtschaftsbund-Chef Harald Mahrer hat das erst kürzlich wieder einmal eindringlich eingefordert. Er sieht die soeben absolvierte EU-Wahl als gute Gelegenheit, mit dem Wiedereinstieg ins wirtschaftliche Erfolgsprogramm zu beginnen. Gemeinsam mit der bald neu zusammengesetzten EU-Kommission sollten die Mitgliedsstaaten dringend daran arbeiten, Europa wieder wettbewerbsfähig zu machen: „Sonst sind wir Bürokratieweltmeister, aber die USA und China sind Innovationsweltmeister!“

Aber auch für Österreich hat Mahrer wirtschaftliche Gesundheitstipps: Denn wenn in den nächsten Jahren in Österreich 250.000 offene Stellen nicht besetzt werden können, ist das der ganz falsche Zeitpunkt, um über Arbeitszeitverkürzung nachzudenken. Im Gegenteil: Wir müssen mehr und vor allem die richtigen Menschen ins Land bringen, damit wir die Arbeit in der Wirtschaft, in der Verwaltung, in der Pflege noch erledigen können. Wir müssen endlich die seit Jahrzehnten geforderten Kinderbetreuungseinrichtungen schaffen, damit auch junge Mütter früher wieder ins Arbeitsleben zurückkehren oder von Teil- auf Vollzeit aufstocken können. Wir müssen Senioren und Überstunden steuerlich entlasten, damit diese Mehrarbeit natürlich auch ein entsprechendes Mehr beim persönlichen Einkommen bedeutet, nicht mehr Lohnnebenkosteneinnahmen für den Staat. Der Staat muss schlanker und fitter werden – und aufhören, sich auf unser aller Couch immer breiter zu machen.

Europa fällt in der Welt zurück, und Österreich fällt innerhalb Europas zurück. Die nächste Bundesregierung muss diesen Abwärtstrend entschlossen stoppen. Es gibt große Debatten in Europa über die Re-Naturierung und die Re-Migration. Noch wichtiger ist eine Re-Ökonomisierung Europas, meint Ihre

Sylvia Gstättner

Wirtschaftsbunddirektorin