Stabile Konjunkturentwicklung im Kärntner Einzelhandel

Für den Kärntner Handel lief das erste Halbjahr 2019 umsatzmäßig gut. Die zunehmende Digitalisierung, das neu geplante Raumordnungsrecht sowie die Förderungen der heimischen Nahversorger sind die vorherrschenden Themen der Branche.

Als sehr kundennahe Branche bekommt der Handel leiseste Konjunkturveränderungen recht rasch zu spüren. Nach einem eher verhaltenen Wachstum im Vorjahr ist ein konjunktureller Aufwärtstrend im Kärntner Handel zu verzeichnen. Die Umsätze des stationären Einzelhandels sind im ersten Halbjahr 2019 um 1,7 Prozent gestiegen, die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten im Einzelhandel hat sich um 0,2 Prozent erhöht. Über ein Drittel der Einzelhandelsgeschäfte erzielte Umsatzsteigerungen, 34 Prozent melden eine stabile, 28 Prozent eine rückläufige Umsatzentwicklung. Spartenobmann Raimund Haberl: „Der Kärntner Handel ist die zweitgrößte Branche und schafft mehr als 42.000 Arbeitsplätze. Davon sind 20.700 unselbstständig beschäftigt und 1200 Lehrlinge werden derzeit ausgebildet. Wir rechnen mit einer stabilen Konjunkturentwicklung in den nächsten Monaten. Die umsatzstärkste Zeit steht uns ja noch bevor. Generell ist die Phase der Hochkonjunktur allerdings vorbei, daher ist die Politik in der Raumordnung und bei der Nahversorgung gefordert.“

Wie Karin Gavac von der KMU Forschung Austria erklärte, ist die Umsatzentwicklung in Kärnten besser als im Österreichvergleich. Immerhin verzeichnet der stationäre Einzelhandel in Kärnten im ersten Halbjahr 2019 Nettoumsätze in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro (exkl. Ust) bzw. Bruttoumsätze von rund 2,2 Milliarden Euro (inkl. Ust). Das sind 1,7 Prozent – der Österreichschnitt liegt bei einem Prozent. Gavac: „Besonders für den Lebensmitteleinzelhandel, der ein Drittel der Umsätze einnimmt, ist es gut gelaufen. Aber auch die Baumärkte und Modehändler konnten ihre Umsätze steigern.“ Es ist weiterhin so, dass die Preissteigerung im Einzelhandel mit einem Prozent deutlich unter der allgemeinen Inflationsrate (VPI) von 1,7 Prozent liegt.

Digitalisierung im Handel
Beherrschendes Thema im Handel ist nach wie vor der Trend zum Onlineshopping. „Unsere Betriebe sind von der Digitalisierung betroffen wie keine andere Branche, dafür bieten wir ein umfangreiches Serviceprogramm für die Händler“, unterstrich Haberl. Er hob besonders die „Top of Webshop“-Gala am 20. November hervor, die erfolgreiche Online-Projekte auszeichnet. Haberl: „Damit holen wir jene vor den Vorhang, die solche Konzepte schon erfolgreich umgesetzt haben, und schaffen Bewusstsein bei denen, die sich noch nicht intensiv damit beschäftigt haben.“ In Kärnten gibt es derzeit etwa 3500 Ladengeschäfte und 400 Online-Shops. „Der Erfolg zeichnet sich als Mischform ab: Die Leute bestellen online, aber holen die Ware im Geschäft ab. Sie wollen ein Gesicht vor sich haben, nicht eine Bestellbestätigung per E-Mail.“

Neustrukturierung der Raumordnung
An die Politik richtete Haberl einmal mehr die Forderung nach einer Neustrukturierung der Raumordnung, denn es gehe um die Zukunft des Handels in den Innenstädten und Ortskernen: „Dort braucht es einen Mix aus Handel, Gastronomie und kulturellen Angeboten, um für Bewohner und Touristen attraktiv zu sein.“ Das neu geplante Raumordnungsrecht versucht die bestehenden Probleme wie große Baulandreserven, fehlende Baulandmobilität, starke Zersiedelung der Landschaft und ausufernde EKZ-Widmungen außerhalb von Siedlungsschwerpunkten in den Griff zu bekommen. Allerdings sieht Haberl eine große Problematik in der geplanten Orts- und Stadtkernregelung: „Die geplante Möglichkeit, in jeder Gemeinde innerörtliche Orts- und Stadtkerngebiete festzulegen, in denen uneingeschränkt Einkaufszentren errichtet werden dürfen, widerspricht der Intention des Landes, die zentralen Orte und ihre zentralräumlichen Versorgungsaufgaben zu stärken. Dieser Vorschlag gefährdet die bestehende Nahversorgung ganzer Talschaften und Regionen.“

EKZ: Wildwuchs droht
Im Gegensatz zu den derzeit festgelegten 33 zentralen Orten würden durch den vorliegenden Entwurf weitere 99 Gemeindezentren entstehen, in denen uneingeschränkt Einkaufszentren errichtet werden dürfen. Die Wirtschaftskammer befürchtet nun, dass viele Bürgermeister und Gemeinden den Versuchungen und Angeboten von Projektentwicklern nicht widerstehen würden können und die Orts- und Stadtkerne so definieren würden, dass die Errichtung von neuen EKZ möglich wäre. „Im Fokus sind Gemeinden in verkehrstechnisch günstigen Lagen, wo durch die geschickte Ausweisung eines Ortskerns und die folgende Errichtung großer Lebensmitteleinkaufszentren mit mehr als 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche die bestehende Nahversorgung gefährdet wäre“, so der Sprecher der Kärntner Händler.

Wiedereinführung der Nahversorgerförderung
Für die Wiedereinführung der Nahversorgungsförderung sprach sich erneut Spartengeschäftsführer Nikolaus Gstättner aus: „Kärnten ist das einzige Bundesland in Österreich ohne eine solche Unterstützung. Es geht um die Förderung der ländlichen Gebiete und die notwendige Unterstützung der Unternehmer, die die letzten Arbeitsplätze sichern.“ Regionale Wirtschaftskreisläufe müssen in Schwung gehalten werden. Eine Nahversorgerförderung löst wichtige Effekte für den ländlichen Raum aus: Versorgung, Kommunikation, Identität, Arbeitsplätze, Kommunalabgabe etc.

Um die wichtige Rolle der regionalen Nahversorger hervorzuheben und das Bewusstsein dafür bei der Bevölkerung zu schärfen, startete die Wirtschaftskammer Kärnten Ende September die Heimkaufen-Kampagne für Kaufleute. Im Mittelpunkt stehen selbstständige Kaufleute, die Arbeitsplätze schaffen und dadurch Einkommen und Wohlstand für den Lebensstandort Kärnten sichern. Die teilnehmenden Unternehmer werden vier Wochen auf einem 16-Bogen-Plakat in deren Ortschaft abgebildet sowie in Print- und Onlinemedien vermarktet. Die Kampagne läuft noch bis 27. Oktober 2019. Alle Informationen unter: www.heimkaufen.at

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Online-Portal für Baubranche erleichtert Arbeit für Betriebe und Behörden

Der Kärntner Baurechtfilter wurde überarbeitet und erweitert: Auf dem Online-Portal können sich Betriebe und Behörden künftig darüber informieren, welche OiB-Richtlinien und Bestimmungen des Kärntner Baurechts für die jeweiligen Bauvorhaben gelten. Umgesetzt wurde das Projekt von der WK-Landesinnung Bau – in Zusammenarbeit mit der Kärntner Landesregierung.

Das Baurecht ist eine komplexe Materie: Bei Bauvorhaben müssen neben dem Kärntner Baurecht auch die jeweils aktuellen OiB-Richtlinien beachtet werden. Um einen Überblick über die gesamten rechtlichen Vorgaben zu bekommen, hat die Landesinnung Bau mit www.baurechtfilter.at ein Online-Portal entwickelt und nun überarbeitet, das es in dieser Form in ganz Österreich nicht gibt. Projektleiter Hans Steiner sagt: „Besonders wichtig war uns die mobile Nutzbarkeit. Man kann mit dem Smartphone die gesamten Richtlinien abfragen – und die jeweiligen Entscheidungen von Sachverständigen gleich mit dazu. Um es so unkompliziert wie möglich zu halten, haben wir außerdem auf eine Registrierungspflicht verzichtet. Man kann also direkt in das Portal einsteigen.“

Mit wenigen Klicks alle wichtigen Vorgaben
Landesinnungsmeister Robert Rauter über die Intention des Baurechtfilters: „Unser Ziel war es, für Betriebe und Behörden eine Plattform zu schaffen, auf der sie sich mit wenigen Klicks über alle wichtigen Vorgaben informieren können. So bekommen alle Beteiligten einen Überblick über die Rechtsgrundlage.“ Dadurch könnte in Zukunft auch die Verfahrensdauer wesentlich gesenkt werden. „Voraussetzung dafür ist natürlich, dass mit dem Portal in der Praxis gearbeitet wird. Ich gehe aber davon aus, dass es schon bald ein Standard-Werkzeug für unsere Betriebe sein wird.“ Lob für den Baurechtfilter kommt von WK-Präsident Jürgen Mandl: „Es ist für unsere Betriebe enorm wichtig, sich fit für die Zukunft zu machen und die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen.“

Barrierefreiheit wird groß geschrieben
Die erste Fassung des Baurechtfilters ging vor fünf Jahren online, nun wurde das Portal völlig neu aufgesetzt. Herzstück des neuen Baurechtfilters ist das zentrale Suchfeld: Es wurde mit allen Begriffen der Texte hinterlegt und bringt zusätzlich fachspezifische Suchvorschläge. In der Suchvorschläge-Box werden zusätzlich Begriffe alphabetisch vorgeschlagen, die in den Quellen besonders häufig vorkommen. Alle Treffer werden in einer gegliederten Liste angezeigt. „Man muss also nicht lange überlegen, sondern kann einfach „Überdachung“ oder „Barrierefreiheit“ als Suchbegriff eingeben – und bekommt dann einen schnellen Überblick über alle Richtlinien und Gesetze“, erklärt Hans Steiner. Sein Appell an Branchenkollegen: „Jetzt kommt es darauf an, dass dieses Tool auch genutzt wird. Es kann unsere Arbeit wesentlich erleichtern – und je mehr damit arbeiten, desto besser wird es funktionieren.“

Bisher gab es viele positive Rückmeldungen von Seiten der Unternehmer und Behörden. Die Landesinnung Bau denkt deshalb bereits über weitere Digitalisierungsprojekte nach. „Speziell für Vergaberichtlinien wäre ein solches Tool sehr interessant“, wirft Steiner bereits einen Blick in die Zukunft. Applaus dafür gab es von 60 Baumeisterinnen und Baumeistern aus ganz Kärnten, die zur Präsentation des Baurechtfilters in die Veranstaltungshalle Bau & Technik in Klagenfurt kamen.

Zum Hintergrund:
Das Kärntner Baurecht ist für jeden heimischen Handwerksbetrieb eine wichtige Basis seines Schaffens. Durch das Einhalten der darin enthaltenen Richtlinien wird sichergestellt, dass Leistungen gesetzeskonform abgeliefert werden.
Die OiB-Richtlinien wiederum dienen der Harmonisierung der bautechnischen Vorschriften in Österreich. Sie werden vom Österreichischen Institut für Bautechnik herausgegeben. Die Bundesländer können die OiB-Richtlinien in ihren Bauordnungen für verbindlich erklären – was auch alle Bundesländer so machen. Zum Teil dauert es aber ein wenig, bis die OiB-Richtlinien in die Bauordnungen einfließen. In dieser „Übergangszeit“ ist der Baurechtfilter ein doppelt wertvolles Werkzeug: Hier werden auch jene OiB-Richtlinien berücksichtigt, die noch nicht in die Kärntner Bauordnung eingeflossen sind, aber verbindlich gelten.

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Kärntens Wirtschaft bekommt Fraunhofer-Forschungszentrum

Bündnis aus Wirtschaftsvertretern, Unternehmen und Forschungseinrichtungen wird Kärntner Klein- und Mittelbetriebe bei der Digitalisierung unterstützen.

Der Lebensstandort Kärnten ist um einen Zukunftsbaustein reicher: Das international höchst renommierte deutsche Fraunhofer Forschungsinstitut hat mit Anfang Oktober ein Innovationszentrum »Digitalisierung und Künstliche Intelligenz“ – kurz KI4LIFE – in Klagenfurt eröffnet. Ziel dieses nach Wien, Graz und Wattens mittlerweile vierten Fraunhofer-Standortes in Österreich ist die Unterstützung von vor allem kleinen und mittleren Kärntner Unternehmen bei den Herausforderungen der Digitalisierung. Dank Infineon, der Wirtschaftskammer Kärnten, der WKÖ, der IV, der Maschinenfabrik Springer, der Stadt Klagenfurt und des Landes stehen die nötigen sieben Millionen Euro für die ersten drei Jahre zur Verfügung.
Brückenschlag zwischen Forschung und Firmen

Ausschlaggebend für die überraschende Ansiedelung, die nun an der Universität Klagenfurt vorgestellt wurde, ist ein enger Schulterschluss von Infineon-Chefin Sabine Herlitschka und Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl. Dieser hatte Dieter Fellner, Fraunhofer-Institutsleiter, Geschäftsführer von Fraunhofer Austria und darüber hinaus gebürtiger Kärntner, anlässlich einer Unternehmerreise beim Besuch einer Fraunhofer-Forschungsstätte vor zwei Jahren in Darmstadt kennengelernt. Fellner, per Videokonferenz aus Rostock der Pressekonferenz an der Universität Klagenfurt zugeschaltet: „Ohne den Biss von Frau Herlitschka und Herrn Mandl wäre das auch in dieser kurzen Zeit gar nicht möglich gewesen.“
Beratungsscheck für Betriebe

Die Digitalisierung stelle viele Betriebe und Regionen vor die Herausforderung, nicht den Anschluss zu verlieren, schildert Fellner das gemeinsame Ziel: „Wir machen den Brückenschlag von der Grundlagenforschung zu den KMU. Denn wir wissen aus Untersuchungen in Deutschland, dass sich zwei Drittel der Unternehmen noch gar nicht damit beschäftigen.“ Diese Hürde wird für Kärntner Betriebe nun deutlich niedriger: Pro Jahr stehen sechs Beratungsschecks für Unternehmen zur Verfügung, die aussichtsreiche Projekte in jeweils zehn Tagen Forschungsarbeit prüfen und weiterentwickeln lassen wollen.
Gekommen, um zu bleiben

Diese Analyse- und Beratungstätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen ist eine der Säulen des Tätigkeitsprofils von KI4LIFE. Weitere Schwerpunkte sind die Zusammenarbeit mit der Universität, die über den Wissensaustausch hinaus auch noch die Kooperation bei herausfordernden Industrieprojekten umfasst, sowie die Auftragsforschung im Rahmen der Projekttätigkeit, die auch die wirtschaftliche Basis des Zentrums darstellt. Im Vollausbau soll die Mitarbeiterzahl auf 15 Vollzeitangestellte steigen, langfristig ist ein weiteres Wachstum auf 30 geplant. Das Innovationszentrum wird vorerst in unmittelbarer Nähe der Universität Klagenfurt – in der Universitätsstraße 102 – angesiedelt sein, im Juli 2020 zieht es in den Lakeside Park. Nach den nunmehr ausfinanzierten drei Anfangsjahren muss das Institut einen Teil seiner Kosten durch externe Aufträge selbst verdienen.
Herlitschka: Köpfe zusammenstecken

„Für uns ist es immer dasselbe Motto: Wir wollen das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Wir gestalten – wir werden nicht gestaltet“, schilderte Infineon-Chefin Herlitschka eindringlich ihre Beweggründe. Die derzeit am Standort Villach in Umsetzung befindliche Investition sei nicht nur die größte in Österreich, sondern in der Branche die größte in Europa. „Das soll selbstverständlich dem Unternehmen wirtschaftlich zugutekommen, aber auch – und das ist mir ein Anliegen – der Region.“ Ein Arbeitsplatz bei Infineon würde schon heute drei Arbeitsplätze im Umfeld bedeuten. Die Digitalisierung verbinde die analoge und die digitale Welt und schaffe große Mengen an Daten; um aus ihnen Nutzen zu ziehen, sei Künstliche Intelligenz vonnöten, auf der Grundlage der geeigneten Infrastruktur wie des Breitband-Internet. Herlitschka: „KI ist eine Schlüsseltechnologie und eine Chance für die ganze Region. Wir müssen die Köpfe zusammenstecken, damit wir die Innovationen umsetzen.“
Mandl: Schwellenängste nehmen

Denn genau diese Umsetzung ist aus Sicht von WK-Präsident Mandl zukunftsentscheidend für den Wirtschafts- und Lebensstandort Kärnten: „Wie schaffen wir es, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten? Von der Theorie in die unternehmerische Realität zu kommen? Die Schwellenängste zu nehmen?“ Mit der hochkompetitiven Kraft der Fraunhofer Ansiedlung habe der gesamte Kärntner Zentralraum an internationaler Sichtbarkeit gewonnen. Eine Position, die auch Mariana Kühnel, die stellvertretende Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich, teilt: „Es gibt keine App, die man herunterlädt – mit der Digitalisierung muss man sich laufend beschäftigen und sie in Umsätze ummünzen.“ Ein Ende dieses Transformationsprozesses ist für Kühnel nicht in Sicht: „In China wenden 85 Prozent der Unternehmen die Digitalisierung an, in den USA 50, in Österreich 13.“

 

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Als EPU auf dem Weg zur Marktführerschaft

Alexandra Riepl ist Unternehmerin des Monats Oktober. Ihr „Flora Cola“ erobert den heimischen und bald auch den internationalen Markt.

Die Floristin und Kräuterpädagogin Alexandra Riepl hatte die Idee zu einer Cola aus natürlichen Zutaten, angebaut und produziert in Kärnten. Vor drei Jahren kam sie damit auf dem Markt. Heute ist ihr Produkt bereits als gesundes Getränk in Kindergärten sowie an Schulen erhältlich. Der heimische Handel und die Gastronomie sind begeistert von der Qualität des Kärntner Produktes, die Anfragen explodieren. Von „Frau in der Wirtschaft Kärnten“ wurde sie jetzt als „Unternehmerin des Monats Oktober 2019“ ausgezeichnet.
„Alexandra Riepl zeigt beeindruckend, was Unternehmerinnen alles schaffen können und welche neuen Möglichkeiten sich durch regionale Zusammenarbeit ergeben“, finden WKK-Vizepräsidentin und FiW-Landesvorsitzende Carmen Goby und Tanja Telesklav, FiW-Landesgeschäftsführerin.

Internationalisierung soll folgen
Für 2020 nimmt die Unternehmerin den österreichischen Markt ins Visier, danach soll die Internationalisierung erfolgen. In Deutschland ist „Flora Cola“ bereits in einigen Geschäften erhältlich. „Europaweit gibt es kein vergleichbares Produkt. Niemand baut selbst an, erntet mit der Hand und verarbeitet auch selbst“, weiß Riepl. Und das macht in Summe die Qualität und den guten Geschmack des Produktes aus. Ende des Jahres wird in eine neue große Produktionshalle gesiedelt, die Pflanzen auf 15.000 Stück aufgestockt und spätestens im Frühjahr Mitarbeiter eingestellt.

Auch Martin Vallant, WK-Innungsmeister Lebensmittelgewerbe, gratuliert zum Erfolg. „Alexandra Riepl ist bestes Beispiel dafür, dass Innovation nicht nur in den großstädtischen Zentren, sondern auch in den Regionen möglich ist. Ich hoffe, die Erfolgsstory inspiriert auch andere dazu an ihre Idee zu glauben.“, sagt Martin Vallant.

 

Foto: WKK/FiW

Vielfalt des heimischen Handels für Italiener Straße wünschenswert

Die mögliche Ansiedelung eines Spielcasinos in der Italiener Straße in Villach erhitzt die Gemüter. Bezirksstellenobmann Bernhard Plasounig sieht das ebenfalls kritisch und würde in dieser 1A-Lage gerne mehr heimische Händler sehen.

Durch die Renovierung des Hans-Gasser-Platzes ist die daran angrenzende Italiener Straße noch beliebter geworden. In dem ehemaligen Libro-Haus soll nun ein Spielcasino einziehen – die notwendige Konzession dafür wurde bereits erteilt. „Es ist wirklich schade, dass diese 1A-Lage nicht durch ein Ankergeschäft – also einen Handelsbetrieb – genutzt wird“, findet WK-Bezirksstellenobmann Bernhard Plasounig und sieht besonderen Handlungsbedarf.

„Villach ist mehr und mehr von der Ausdünnung der Innenstadt betroffen. Daher ist es umso wichtiger einen vielfältigen Branchenmix zu garantieren, Gastronomiebetriebe zu haben, die für Leben sorgen, und Leuchtturmprojekte zu schaffen. Ein Spielcasino gehört da nicht dazu“, so Plasounig. In einer ersten Stellungnahme zeigte sich der Spielcasino-Geschäftsführer Fritz Pühringer für Gespräche bereit. Plasounig appelliert an die Stadtpolitik, schnellstmöglich die Kommunikation mit dem Betreiber zu suchen, und ist als Wirtschaftssprecher gerne auch mit seiner Expertise zur Stelle: „Durch die bereits erteilte Bewilligung durch das Finanzamt ist die Ausgangslage natürlich schwierig. Aber in einer offenen Gesprächsrunde kann womöglich eine gute Lösung gefunden werden. Unser Ziel ist die Belebung der Innenstadt und wir brauchen frequenzsteigernde Betriebe!“

 

Foto: WKK

What the Blog – was man über Blogger und Influencer wissen muss

Ernst Molden von den WEBPUNKS verriet in seinem Vortrag, worauf es bei der Zusammenarbeit mit Bloggern und Influencern ankommt.

Scheinbar führt an Bloggern und Influencern kein Weg vorbei. Doch wie funktioniert eigentlich eine Zusammenarbeit und wie kann ich die Guten von den weniger Guten unterscheiden? Dieser Frage ging Ernst Molden von den Webpunks – Herausgeber des Power-Frauen-Blogs „We Go Wild“ – in launiger Art und Weise nach. „Wie bei allen anderen Marketing-Maßnahmen muss ich wissen, welche Zielgruppe ich ansprechen will. Und dann muss diese Zielgruppe mit den Followern der Blogger oder Influencer übereinstimmen!“, gibt Molden gleich den wichtigsten Rat. „Schauen Sie sich auch an, welche Projekte er oder sie schon erfolgreich umgesetzt hat! Und in wie weit seine Aktionen messbar sind. Das zeigt schon wie professionell diese Person arbeitet.“, so Molden weiter. Mit viel neuem Wissen und Ideen netzwerkten im Anschluss unter anderem MC-Präsident Gottfried Wulz, WB-Direktorin Sylvia Gstättner, Hirsch Servo Geschäftsführer Harald Kogler, Werberin Melanie Sass und Werzer’s Marketingleiterin Agnes Fojan.

BU: MC-Geschäftsführerin Kerstin Skof-Kneschar, Vortragender Ernst Molden, MC-Präsident Gottfried Wulz und MC-Vorstandsmitglied Manuela Eder-Riedl

Genug des Wahlkampfes, jetzt heißt es arbeiten!

Der zu Anfang endlos erscheinende Wahlkampf ist vorbei und die Politik kann wieder in den (Arbeits-)Alltag zurückkehren

Den vielen Worten der PolitikerInnen müssen nun die entsprechenden Taten folgen – nicht zuletzt deshalb, weil die Prognosen für die Wirtschaft nicht rosig sind. Österreich braucht rasch eine funktionsfähige Regierung, die wirtschaftsfreundlich vorgeht, für standortbelebende Rahmenbedingungen sorgt und die richtigen Impulse setzt, damit die österreichische Wirtschaft auch in Zukunft Wertschöpfung erzielt und Arbeitsplätze schafft.

Der klare Wählerwunsch muss genützt werden, um die begonnene Steuerreform fortzusetzen, die Bürokratie abzubauen und den Kampf gegen den Fachkräftemangel wieder aufzunehmen. Lassen Sie uns Ihre starke Stimme sein, damit Sie sich auf Ihr Kerngeschäft – nämlich Ihr Unternehmen– konzentrieren können. Denn nur so machen wir Kärnten zum Stern des Südens.

Foto: WB/Helge Bauer

Transporteure: Gemeinsam mit Finanzpolizei gegen schwarze Schafe aus dem Ausland

Ausländische Konkurrenz, die sich nicht an die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Österreich hält, setzt das heimische Güterbeförderungsgewerbe seit Jahren unter Druck. Eine Schwerpunktkontrolle der Finanzpolizei zeigte, wie groß dieses Problem ist.

Bei der Fachgruppentagung des Kärntner Güterbeförderungsgewerbes stand ein Thema im Mittelpunkt: der unlautere Wettbewerb durch ausländische Konkurrenz. „Wir stehen vor dem Problem, dass sich viele ausländische Transporteure nicht an die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Österreich halten. Dadurch können sie natürlich viel günstigere Preise anbieten“, sagt Bruno Urschitz, Obmann der WK-Fachgruppe Güterbeförderung. Um diese Entwicklung aufzuhalten, wurde das Gespräch mit der Finanzpolizei gesucht – mit Erfolg. Nach mehreren Gesprächen entschloss sich das Team der Finanzpolizei, die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen durch ausländische Transporteure verstärkt zu kontrollieren.

Rigobert Rainer, Leiter der Finanzpolizei Kärnten und Steiermark berichtet: „Wir haben vor kurzem eine Schwerpunktkontrolle durchgeführt. Von 113 ausländischen Lkw, die wir kontrolliert haben, entsprachen 92 nicht den österreichischen Rechtsvorschriften.“ Die Liste an Übertretungen reicht von fehlenden Dokumenten wie Entsendebewilligung oder Lenkberechtigung über das Nichteinhalten der EU-weit geltenden Kabotage-Vorschriften bis hin zu fehlenden Steuernummern und C95-Überprüfungen. Auch Lohn- und Sozialdumping (Unterentlohnung der Fahrer) wurde in etlichen Fällen festgestellt. „Manche Lkw waren sogar ohne EU-Lizenz unterwegs“, so Rainer. Das bedeutet, sie dürfen gar keine Transporte in EU-Ländern durchführen. Sein Resümee: „Das Ergebnis dieser ersten Schwerpunktkontrolle war erschütternd. Wir werden uns künftig intensiver mit diesem Thema beschäftigen. Wir planen künftig zwei bis drei Schwerpunktkontrollen pro Quartal.“

Applaus gab es dafür von über 100 Transportunternehmern, die zu dem jährlich stattfindenden Branchentreffpunkt gekommen waren, sowie von WK-Präsident Jürgen Mandl. Er hob die Bedeutung der heimischen Transportwirtschaft in seinen Begrüßungsworten hervor: „Die heimischen Transporteure halten den Wirtschaftskreislauf in Schwung. Man soll sich nur vorstellen, was passiert, wenn der Lkw nicht fährt. Unternehmen erhalten keine Lieferungen, der Müll wird nicht weggebracht und die Lebensmittel in den Geschäften gehen aus. Es gibt in vielerlei Hinsicht keine Alternative zum Lkw.“ Deshalb sprach er sich – ebenso wie Fachgruppenobmann Bruno Urschitz – gegen eine flächendeckende Maut und andere Belastungen für die Branche aus.

Gütesiegel und eigenes Kennzeichen für Kleintransporteure
Präsentiert wurde außerdem ein neues Gütesiegel für Kärntens Kleintransporteure. Berufsgruppensprecherin Jutta Gütler erklärt: „Mit diesem Gütesiegel soll Qualität nach außen hin sichtbar werden. Wir wollen damit auch das Image der Kleintransporteure verbessern.“ Um das Gütesiegel zu erhalten, müssen bestimmte Voraussetzungen wie die Absolvierung eines speziellen WIFI-Kurses eingehalten werden. Zusätzlich wird es künftig ein eigenes Kennzeichen für Kleintransporteure in Kärnten geben. Präsentiert wurde es von Jutta Gütler und dem zuständigen Landesrat Sebastian Schuschnig. „Die Fachgruppe kam mit der Idee zu uns – und wir haben es schnell und unbürokratisch umgesetzt“, so Schuschnig. Ummeldungen seien dafür keine notwendig, neue Kennzeichen für Kleintransporteure werden nun automatisch als KT-Kennzeichen ausgegeben.

Foto: WKK/Marion Lobitzer

Alpen-Adria: Ein Lebensraum wächst zusammen

Neun Millionen Menschen, vier Sprachen, ein Ziel: Eine Gemeinschaftsinitiative der Wirtschaftskammern des Alpen-Adria-Raums setzt für die Schaffung einer EU-Makroregion ein. Dabei hilft die Neuaufstellung der EU – und ein aktueller Business-Knigge.

Die Wirtschafts-, Handels-, Industrie- und Handwerkskammern aus Kärnten, der Steiermark, Slowenien, Friaul-Julisch Venetien, dem Veneto, Istrien und Primorje-Gorski Kotar haben sich zum „New Alpe Adria Network of Chambers“ zusammengeschlossen, um gemeinsam die Entwicklung des Lebens- und Wirtschaftsraums zwischen Alpen und Adria voranzutreiben. Kärntens WK-Präsident Jürgen Mandl und derzeit Vorsitzender des Kammernetzwerks unterstrich heute bei einem Pressegespräch in Klagenfurt die Gunst der Stunde: „Seit Jahren treiben wir die wirtschaftliche Zusammenarbeit voran. Jetzt gibt es eine neue EU-Kommission und einen neuen Budgetrahmen, in dem wir die Makroregion Alpen-Adria fest verankern wollen, ähnlich wie den Donauraum oder die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino.“

Eigenes Budget für Dreiländerprojekte
Dahinter steckt der Wunsch, die bisher aus Sicht der EU nur bilateral mögliche Unterstützung gemeinsamer Projekte auf drei Partner auszudehnen. Mandl: „In der jetzigen Fassung ist nicht einmal ein Drei-Länder-Radweg umsetzbar.“ Bei den EU-Parlamentariern der teilnehmenden Regionen sowie in zwei konkreten Vorlagen an das neue EU-Parlament sei die Initiative schon fest verankert. Auch Meinrad Höfferer, Leiter Außenwirtschaft und EU der WK Kärnten, ist optimistisch: „Wenn es tatsächlich einen österreichischen Budgetkommissar geben sollte, sind wir auf einem guten Weg.“

Alpen-Adria-Lehrlinge sind am Start
Das Zusammenwachsen des Lebensraumes beginnt für Mandl schon bei der Ausbildung: „Die Sprache ist dafür eine Grundvoraussetzung:“ Deshalb werden – nach jahrelangen, auch juristisch komplexen Vorbereitungsarbeiten – noch im September die ersten sieben Kärntner „Alpen-Adria-Lehrlinge“ ihre Ausbildung in Italien beginnen. Denn für Schüler und Studenten stehen viele Austauschmöglichkeiten zur Verfügung – Stichwort: Erasmus-Programm -, für Lehrlinge nicht. Höfferer: „Ein Lehrling muss vom Staat offiziell entsendet werden, damit Unterbringung und Aufenthalt aus EU-Mitteln gefördert werden kann.“ Die wechselseitige Ausbildung von Lehrlingen ist dabei nicht nur eine nette Geste, unterstreicht Höfferer: „Alpen-Adria ist mehr als ein Genussraum, es ist ein Wirtschaftsraum von enormer Bedeutung. Kärnten exportiert nach Italien Waren im Wert von 840 Millionen Euro im Jahr, nach Slowenien 360 Millionen. Und Kooperation ist neben der Digitalisierung eines der wichtigsten Zukunftsthemen.“

Guter Stil auf Reisen und im Geschäftsleben
Neben Zahlen, Daten und Fakten und gegenseitigem Verständnis – das bei der Sprache beginnt – geht es bei der Zusammenarbeit über kulturelle Grenzen aber darum, sich auf dem vermeintlich nahen, aber doch oft unerwartet andersartigen Parkett ohne Peinlichkeiten bewegen zu können. Dazu leistet die aktuelle Ausgabe des „Alpen-Adria-Knigge“ einen wertvollen Beitrag, den Maria Th. Radinger vorstellte. Die Tourismusberaterin und Expertin für Business-Etikette hat die Besonderheiten des Geschäftslebens in Österreich, Slowenien und Südtirol zusammengefasst, Co-Autorin ist die Reisebloggerin Anita Arneitz. Karl Hren, Direktor des Verlags Hermagoras, hob auch die geschichtliche Vergangenheit hervor: „Im September 1919 ist diese Region nach dem Vertrag von St. Germain nach Jahrhunderten der Zusammengehörigkeit zerfallen. Bei aller nach wie vor gegebenen Ähnlichkeit gibt es aber auch Unterschiede, auf die man im Umgang miteinander Wert legen sollte.“ WK-Präsident Mandl ergänzte schmunzelnd: „Ich bin jetzt seit 30 Jahren im Export tätig. Wenn ich einen solchen Ratgeber früher gelesen hätte, wäre mir der eine oder andere Fauxpas erspart geblieben.“

Foto: WKK/Fritzpress

Mandl: Zeit für Zusammenarbeit

Kärntens WK-Präsident gratuliert den im Nationalrat vertretenen Parteien – und drückt aufs Tempo: „Die Wirtschaft braucht Weichenstellungen!“

Mit einer Erinnerung meldete sich heute, am Tag nach der mit Spannung erwarteten Nationalratswahl, Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl zu Wort. „Ich gratuliere allen Parteien, in erster Linie dem eindeutigen Wahlsieger ÖVP und Kanzler Sebastian Kurz, zum Einzug in den österreichischen Nationalrat. Nachdem ich aber – wie schon im gesamten Wahlkampf – auch gestern Abend nicht den Eindruck hatte, dass das Thema Wirtschaft und Arbeitsplätze den angemessenen Platz in der politischen Debatte einnimmt, erinnere ich heute wieder daran.“

Das Wahlergebnis zeige deutlich, dass viele Österreicherinnen und Österreicher den wirtschafts- und arbeitnehmerfreundlichen Kurs der ÖVP und ihres Obmannes Sebastian Kurz unterstützt hätten. Mandl: „Das sind bei weitem nicht nur Unternehmer und ihre Familien, sondern sehr viele engagierte Mitarbeiter und andere wirtschaftlich interessierte Menschen, die Wirtschaft richtig verstehen: Sie ist nicht alles, aber Grundlage für alles!“ Solange diese Basis für das Land passe, seien alle anderen Herausforderungen bewältigbar, unterstrich Mandl: „Es ist nach viereinhalb Monaten Wahlkampf Zeit für Zusammenarbeit: Die Konjunktur kühlt ab, die Wirtschaft braucht Weichenstellungen!“

Der kurz vor der Wahl beschlossenen ersten Etappe der Steuerreform müsse aus Sicht der Wirtschaft bald eine zweite folgen. Mandl: „Die aktuell umgesetzten Maßnahmen bedeuten wichtige steuerliche und bürokratische Erleichterungen vorwiegende für kleinere Betriebe. Eine neue Bundesregierung wird sich umgehend mit Entlastungen für alle Betriebsgrößen zu beschäftigen haben, von der Senkung der im Europavergleich zu hohen Körperschaftssteuer bis hin zur Ankurbelung der Investitionen.“

Foto: WKK/ Helge Bauer