Stellenmonitor im Juli: Fast 10.000 Jobs in Kärnten unbesetzt
Der aktuelle Stellenmonitor des Wirtschaftsbundes Österreich bringt es schwarz auf weiß: In Kärnten sind 9.776 Stellen unbesetzt. Damit liegt das südlichste Bundesland nur knapp vor Vorarlberg und dem Burgenland – ein alarmierendes Signal für den Standort. Besonders betroffen sind zentrale Branchen, die das wirtschaftliche Rückgrat unseres Landes bilden.
Spitzenreiter bei den offenen Stellen ist der Bereich Handel, Logistik und Verkehr mit 2.171 unbesetzten Jobs – vom Einzelhandel bis zur Spedition fehlt Personal. Auch im Bau- und Baunebengewerbe inklusive Holz- und Gebäudetechnik fehlen mit 1.442 Stellen zahlreiche Arbeitskräfte – eine gefährliche Entwicklung, wenn wir den Konjunkturmotor nicht abwürgen wollen. Im zukunftsweisenden Sektor Elektrotechnik, IT und Telekommunikation fehlen mit 1.098 Stellen dringend benötigte Fachkräfte – ein klarer Wettbewerbsnachteil für den Innovationsstandort Kärnten.
Arbeitskräftemangel auf breiter Front
Auch in anderen Bereichen spitzt sich die Lage zu: Im Finanz-, Rechts- und Verwaltungsbereich sind 993 Stellen unbesetzt, Hilfs- und Anlernberufe verzeichnen 981 fehlende Kräfte, im sozialen Bereich sind es 835. Die Zahlen belegen klar: Kärnten leidet nicht nur unter einem Fachkräftemangel, sondern unter einem flächendeckenden Arbeitskräftemangel.
„Wer in Kärnten unternehmerisch tätig ist, weiß längst: Wir brauchen rasch wirksame Maßnahmen – sonst gerät der Wirtschaftsstandort ins Schleudern. Unsere Betriebe sind leistungsbereit, aber ihnen fehlen die MitarbeiterInnen. Die Politik muss jetzt handeln.“ – Sylvia Gstättner, Wirtschaftsbund-Direktorin
Jetzt braucht es Taten
Die Probleme sind bekannt – jetzt geht es um Lösungen. Für Gstättner sind drei Maßnahmen besonders entscheidend:
- Leistung muss sich lohnen
Heimische UnternehmerInnen brauchen Entlastung. Die Lohnnebenkosten müssen spürbar gesenkt werden, denn: Wer Arbeit schafft, darf nicht bestraft werden. Gleichzeitig braucht es eine Reform der Sozialtransfers – Arbeiten muss sich gegenüber dem Nicht-Arbeiten auszahlen. - Zuwanderung mit Hausverstand gestalten
Fachkräfte aus dem Ausland sind für viele Kärntner Betriebe überlebensnotwendig. Verfahren müssen schneller und unbürokratischer werden. Das Rot-Weiß-Rot-Kartensystem gehört praxisnah reformiert, Qualifikationen rascher anerkannt. - Wohnen und Mobilität leistbar machen
Ein funktionierender Arbeitsmarkt braucht leistbaren Wohnraum und moderne Mobilitätslösungen – gerade im ländlichen Raum. Der Ausbau von Infrastruktur und öffentlichem Verkehr ist kein Nice-to-have, sondern ein Muss.
Weitere Details und Zahlen liefert der Stellenmonitor des Wirtschaftsbunds.




