Arbeitskräfte aus Drittstaaten wollen hier arbeiten

Keine rote Karte für qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten!

Weitere Reformen und eine Modernisierung der Rot-Weiß-Rot Karte sind notwendig, um dem eklatanten Arbeitskräftemangel wirkungsvoll zu begegnen.

Die Forderungen des Wirtschaftsbundes nach Reformen der RWR-Karte, haben bereits 2023 zu positiven Effekten geführt, so wurden 6.780 RWR-Karten ausgestellt, das ist ein Plus von ca. 20 % im Vergleich zu 2022. Der akute Arbeitskräftemangel, der die österreichische Wirtschaft massiv belastet, zeigt uns aber deutlich: das reicht noch lange nicht. Wir werden in den nächsten Jahren mehr Arbeitskräfte aus Drittstaaten brauchen, um unseren Wohlstand in Österreich zu erhalten. Und nein, es genügt nicht, nur auf die Leistungs- und Arbeitsanreize für inländische ArbeitnehmerInnen zu setzen. Es ist dringend erforderlich Österreich für Drittstaaten als attraktiven Arbeitsmarkt zu etablieren!

Beispiel Tourismus: Der erfolgreiche Kampf um die Saisonier-Kontingente für Kärnten

Am zähen Ringen um die Saisonier-Kontingente zeigt sich, es geht um jede einzelne Arbeitskraft. Das Engagement und das Verhandlungsgeschick der Wirtschaftskammer Kärnten und unserer WB-Funktionäre hat sich bezahlt gemacht: + 170 zusätzliche Arbeitskräfte für den Kärntner Tourismus*.

„Es handelt sich dabei quasi um ein Sonderkontingent für Kärnten: Österreichweit wurden zusätzlich 200 Plätze freigegeben, wobei der Großteil mit 170 Plätzen an Kärnten geht“, erklärte Jürgen Mandl, WKK Präsident und WB-Obmann. „Es ist ein essentieller Schritt zur Sicherung unseres Tourismusstandortes und für Betriebe eine immense Unterstützung!“, so Mandl.

Wenn Betriebe ihren Gästen aufgrund des Personalmangels nicht mehr die volle Qualität und Angebot bieten können, ist das nicht nur bitter, sondern schadet den Tourismusstandort und damit dem Wohlstand im Land massiv. Josef Petritsch, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, erklärt weiter: „Saisoniers sind ein unverzichtbarer Teil des touristischen Arbeitsmarktes. Wir befinden uns in einem internationalen Wettbewerb um Arbeitskräfte. Deshalb ist es auch so wichtig, Drittstaatsangehörige flexibel und bedarfsgerecht beschäftigen zu können.“

Dieser Kampf zeigt aber auch eines, die aktuellen Rahmenbedingungen müssen optimiert werden, um der aktuellen Situation Herr zu werden, und das nicht nur im Tourismus.

Inländische ArbeitnehmerInnen alleine werden das Kind nicht schaukeln!

Die Arbeitskräfte fehlen quer durch alle Bereiche, nicht nur im Tourismus, sondern z.B.: auch in der Industrie, in der Pflege und im Gesundheitswesen. Angesichts der vermehrten Abgänge der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand, wird sich diese Situation weiter verstärken. Die Nachfrage nach MitarbeiterInnen übersteigt das Angebot schon seit langem. Neben Leistungsanreizen für inländische ArbeitnehmerInnen müssen also die gesetzlichen Rahmenbedingungen der RWR-Karte weiter optimiert werden.

Wir fordern: Modernisierung und Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Karte

Unsere Forderungen:

  • Verfahrensbeschleunigung durch Digitalisierung: Prüfung der Voraussetzungen und Ausstellung der RWR – Karte binnen 72 Stunden ab Antragstellung
  • Senkung des Mindestgehalts in der Kategorie “sonstige Schlüsselkräfte”
  • Jobsuch-Visum für potenzielle RWR-Karten Kandidaten samt Möglichkeit der Probearbeit für alle Kategorien der RWR-Karte

Im Detail bedeutet das für unsere Unternehmen:

  • Betriebe kommen so einfacher und schneller zu dringend benötigten Arbeitskräften.
  • Weniger bürokratische Hürden sparen Zeit und Geld für Antragsteller und Unternehmen.
  • Der österreichische Arbeitsmarkt wird für internationale Arbeitskräfte aktiver.

Die Zeiten sind herausfordernd, aber mit den richtigen Ideen und Konsequenz in der Forderung zeigen wir als Wirtschaftsbund gemeinsame Wege für die Zukunft auf!

 

*Saisonier-Kontingent 2024 für Kärnten ist durch das Sonderkontingent von 292 auf 462 Arbeitsplätze gestiegen. Siehe https://www.wko.at/oe/tourismus-freizeitwirtschaft/aenderung-saisonkontingent-2024.pdf