Stellenmonitor: Mehr offene Stellen und mehr Erwerbslose
Auch 2026 hält der negative Trend am Arbeitsmarkt an: Während die Zahl der offenen Stellen in Kärnten steigt, nimmt gleichzeitig die Anzahl der Erwerbslosen zu. Vor allem in der Metall- und Elektrobrache ist der Bedarf an Fachkräften groß.
Unverändert unter Druck ist der heimische Arbeitsmarkt in das neue Jahr gestartet. Während die Zahl der offenen Stellen in Kärnten leicht auf 10.977 gestiegen ist, legt die Zahl der Erwerbslosen von Dezember auf Januar um gut 2.000 Menschen zu. Grund dafür ist neben der schwachen Konjunktur, die Österreich weiterhin im Griff hält, auch die saisonale Arbeitslosigkeit, etwa in der Baubranche.

Metall- und Elektrobranche mit akutem Mangel
Während die Arbeitslosenzahlen weiter steigen, herrscht gleichzeitig in einigen Branchen ein extremer Bedarf an Arbeitskräften. Besonders betroffen sind die Metall- und Elektrobranche sowie Technische Berufe. Auch im Gesundheitsbereich herrscht weitaus mehr Bedarf an MitarbeiterInnen als es potenzielle BewerberInnen gibt.
Entspannung gibt es allerdings auf dem Lehrstellenmarkt. Im Jänner hat sich die Zahl der jungen Menschen ohne Lehre um 2,9 Prozent verringert. Trotzdem sind in Kärnten noch immer 436 Jugendliche auf der Such nach einer Lehrstelle. Da gegenüber stehen allerdings laut AMS 427 offene Ausbildungsstellen. Auch hier gibt es im Bereich Metall/Elektro und Technische Berufe den größten Bedarf an Nachwuchs.
Wirtschaft weiterhin unter starken Druck
Nach einer hartnäckig hohen Inflation gab es in den vergangenen Tagen erste Zeichen einer möglichen Entspannung. Im Januar lagen die Preise laut Statistik Austria im Schnitt nur noch um zwei Prozent über denen im Vorjahreszeitraum. Im Dezember hatten sich Produkte noch um 3,8 Prozent verteuert. WB-Direktorin Sylvia Gstättner sieht allerdings weitere notwendige Schritte, die schnellstmöglich umgesetzt werden müssen:
- Leistung muss sich lohnen
Lohnnebenkosten müssen spürbar gesenkt und Sozialtransfers reformiert werden, damit Arbeit sich wieder auszahlt. - Gezielte Zuwanderung
Kärntner Betriebe sind trotz hoher Erwerbslosigkeit vielfach auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Verfahren müssen schneller und unbürokratischer werden, die Rot-Weiß-Rot-Karte praxisnah reformiert und Qualifikationen rascher anerkannt werden. - Wohnen und Mobilität leistbar machen
Ein funktionierender Arbeitsmarkt braucht leistbaren Wohnraum und moderne Verkehrsanbindungen, besonders im ländlichen Raum. Der weitere Ausbau von Infrastruktur und öffentlichem Verkehr ist dafür unerlässlich.



