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Mandl: Rendi-Wagner auf dem wirtschaftlichen Auge fehlsichtig

Mandl: Rendi-Wagner auf dem wirtschaftlichen Auge fehlsichtig

Selbstständige können von der Vier-Tage-Woche und mehr Urlaub nur träumen und sollen offenbar noch weiter belastet werden, kritisiert der Wirtschaftskammerpräsident.

Offener Widerspruch zu den nationalratswahlbedingten Arbeitszeit- und Urlaubsphantasien gewisser Parteien kommt heute von Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl. Unternehmer seien für manche Politiker offenbar Menschen zweiter Klasse, die man bedenkenlos belasten und ausbeuten könne, beanstandete der Wirtschaftsvertreter: „Wenn Pamela Rendi-Wagner die Vier-Tage-Arbeitswoche und eine sechste Urlaubswoche für alle Arbeitnehmer verlangt, dann ist sie entweder auf dem wirtschaftlichen Auge fehlsichtig oder tritt den Beweis für die Aussage ihre Parteifreundes Häupl an, wonach der Wahlkampf eine Zeit fokussierter Unintelligenz ist.“

Dabei gehe es nicht nur um die zusätzlichen Kosten, die den Arbeitgebern durch den erhöhten Personalbedarf entstünden. Auch die ohnehin gewaltige Arbeitsbelastung des Unternehmers würde dadurch weiter steigen, warnt Mandl: „Vor allem in den kleineren Betrieben – und das sind mehr als 90 Prozent – bleibt eine Arbeitszeitverkürzung und Urlaubsausweitung der Mitarbeiter am Chef oder an der Chefin hängen. Aus einer aktuellen Umfrage wissen wir aber, dass Unternehmerinnen und Unternehmer ohnehin bereits im Schnitt knapp 60 Stunden pro Woche arbeiten und sich gerade einmal zwei Wochen Urlaub im Jahr gönnen.“

Dieser gesundheitsgefährdende Druck dürfe durch unbedachte politische Forderungen nicht noch weiter gesteigert werden, erklärte Mandl. Er führt derartige Ideen auf das mancherorts nicht überwundene Gesellschaftsbild des Klassenkampfs zurück: „Die Wirtschaft besteht schon lange nicht mehr aus armen Arbeitern, die von bösen Kapitalisten ausgebeutet werden. So etwas gibt es vielleicht bei globalisierten Internetkonzernen, aber nicht im österreichischen Mittelstand. Hier sehe ich nur arbeitende Menschen, die – ob als Mitarbeiter oder Unternehmer - gemeinsam erfolgreich sein, etwas schaffen und ihren Lebensunterhalt verdienen wollen.“

Foto: WKK/ Helge Bauer

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