Kärntens Wirtschaft fordert verbindlichen Standortkurs
Beim Wirtschaftsparlament stand weniger Symbol- als konkrete Standortpolitik im Mittelpunkt. Wirtschaftstreibende drängen auf rasche Entscheidungen, bessere Rahmenbedingungen und mehr Verlässlichkeit für Investitionen in Kärnten.
Das Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Kärnten hat ein deutliches Signal in Richtung Landespolitik gesendet. Im Zentrum der Sitzung stand das geplante Standortabkommen, mit dem wirtschaftspolitische Prioritäten künftig stärker abgestimmt und verbindlicher umgesetzt werden sollen.
Für viele Betriebe geht es dabei längst nicht mehr nur um Einzelmaßnahmen, sondern um die grundsätzliche Frage, wie wettbewerbsfähig Kärnten in Zukunft bleibt.
Wirtschaft fordert mehr Tempo
Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Hohe Kosten, zunehmende Bürokratie und langwierige Verfahren sorgen in vielen Branchen für Unsicherheit. Gleichzeitig wächst der Druck durch internationale Konkurrenz und zurückhaltende Investitionen.
In der Sitzung des Wirtschaftsparlaments wurde deshalb gleich mehrfach gefordert, dass Projekte schneller umgesetzt und Entscheidungswege vereinfacht werden müssen.
WK-Präsident Jürgen Mandl machte deutlich, dass für Unternehmen vor allem eines wichtig ist: „Es braucht klare Rahmenbedingungen und politische Verlässlichkeit. Der Standort darf nicht durch langsame Prozesse und fehlende Abstimmung an Dynamik verlieren.“
Standortabkommen soll Kräfte bündeln
Mit dem geplanten Standortabkommen sollen künftig Wirtschaft, Politik und zentrale Institutionen stärker koordiniert zusammenarbeiten. Ziel ist es, Infrastrukturprojekte, Betriebsansiedlungen und wirtschaftsrelevante Entscheidungen schneller und strategischer voranzutreiben.
Gerade bei Großprojekten sehen viele Unternehmer derzeit noch zu viele Reibungsverluste zwischen Behörden, Zuständigkeiten und politischen Ebenen.
Das Abkommen soll deshalb nicht nur ein politisches Papier bleiben, sondern konkrete Verbesserungen im Alltag der Betriebe ermöglichen.
Infrastruktur und Wettbewerbsfähigkeit im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung des Wirtschaftsraums Süd. Die Delegierten zum Wirtschaftsparlament sehen darin eine große Chance für Kärnten, gleichzeitig wurde aber auch auf bestehende Schwächen hingewiesen.
Mandl: „Vor allem bei Mobilität, Verkehrsanbindung und überregionaler Vernetzung braucht es rasch praktikable Lösungen, damit der Standort tatsächlich vom neuen Wirtschaftsraum profitieren kann.“
Die TeilnehmerInnen des Frühjahrs-Wirtschaftsparlamentes machten damit klar: Kärntens Betriebe erwarten keine Ankündigungen mehr, sondern konkrete Umsetzungsschritte.

Peter Just