Flugabgabe bremst Kärnten aus
Während Flughäfen in den Nachbarländern neue Verbindungen gewinnen und ihre Passagierzahlen deutlich steigern, verliert Österreich an Boden. WK-Präsident Jürgen Mandl unterstützt ausdrücklich die überparteiliche Forderung, die Flugabgabe abzuschaffen und fordert Finanzminister Markus Marterbauer auf, rasch zu handeln.
Das Problem zeigt sich im Vergleich mit Flughäfen ohne nationale Flugabgabe: Bratislava verzeichnete 2025 mit rund 2,44 Millionen Passagieren das beste Jahr seiner Geschichte und baute sein Streckennetz um 28 neue Verbindungen aus – nicht zuletzt, weil Airlines wie Wizz Air und Ryanair ihre Präsenz in Österreich zugunsten der Slowakei reduzierten. Auch Ljubljana wächst zweistellig und nähert sich mit zuletzt rund 1,44 Millionen Passagieren wieder dem Vor-Corona-Niveau von 2019.
180 Millionen machen Nachteile nicht wett
Klagenfurt hinkt hinterher: 2025 wurden rund 175.000 Passagiere gezählt – ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem schwachen Vorjahr, aber weiterhin nur etwa die Hälfte des Niveaus von 2019. Für Abflüge aus Österreich beträgt die Flugabgabe derzeit 12 Euro pro Passagier, bei Kurzstrecken unter 350 Kilometern sogar 30 Euro. Das ist ein nicht auszugleichender Malus für Regionalflughäfen wie Klagenfurt, weil Airlines ihre Flugzeuge und Strecken zunehmend dorthin verlagern, wo sie wirtschaftlich bessere Bedingungen vorfinden – etwa ins nahe Laibach oder Triest.
„180 Millionen Euro Einnahmen über die Flugabgabe dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, was Österreich und Kärnten dadurch an anderer Stelle verlieren. Österreich zählt zu den wenigen EU-Staaten, die eine Flugabgabe einheben. 19 EU-Mitgliedstaaten, darunter unsere Nachbarn Slowenien, Italien und die Slowakei, verzichten darauf. Finanzminister Marterbauer hat einen wesentlichen Hebel selbst in der Hand: Die Flugabgabe muss weg“, betont Jürgen Mandl, Obmann des Wirtschaftsbundes Kärnten und Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten.

Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl appelliert: Flugabgabe darf Kärntens Wirtschaft nicht ausbremsen.
Kärnten hat Standortnachteil durch Flugabgabe
Die Kärntner Landesregierung hat auf die schwierige Situation für den Airport Klagenfurt reagiert: Landeshauptmann Daniel Fellner und Landeshauptmann-Stv. Martin Gruber haben kürzlich in Wien eine gemeinsame Forderungsliste an den Bund übergeben. Gruber bringt es auf den Punkt: „Die Luftverkehrsabgabe belastet regionale Kleinflughäfen wie den Airport Klagenfurt. Durch die Nähe zu den Flughäfen Ljubljana und Trieste entstehen dadurch empfindliche und unmittelbare Standortnachteile.“
„Kärnten lebt vom Export und vom Tourismus. Dafür brauchen wir gute Flugverbindungen zu Kunden, Märkten und Gästen. Wenn wir beim Flughafen Klagenfurt an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, verliert der gesamte Wirtschaftsstandort. Die Flugabgabe muss gestrichen werden“, so Mandl.


