Leichter Rückgang der freien Stellen im August in Kärnten
Der aktuelle Stellenmonitor des Wirtschaftsbundes Österreich (WBÖ) zeigt im August einen leichten Rückgang der unbesetzten Stellen: Waren es im Juli noch 9.776, sind es nun 9.126 offene Jobs. Damit ist zwar ein Rückgang erkennbar, doch von Entspannung kann keine Rede sein.
Erstmals wurde vom WBÖ auch der neue „Vollzeitradar“ veröffentlicht. Dieser zeigt, dass in Kärnten im August 89,3 Prozent der Stellen als Vollzeitjobs ausgeschrieben waren. Die hohe Anzahl der fehlenden Fachkräfte in diesen Kernbranchen gefährden zunehmend den Konjunkturmotor Kärntens.
Vollzeit dominiert bei Stellenausschreibungen
Der WB-„Vollzeitradar“ macht klar, dass die heimische Wirtschaft auf Vollzeit setzt: 90,4 Prozent der ausgeschriebenen Jobs in Österreich sind Vollzeitstellen, lediglich 9,6 Prozent Teilzeit. In Kärnten liegt der Vollzeitanteil mit 89,3 Prozent ähnlich hoch.
Dem gegenüber steht die tatsächliche Erwerbssituation: 2024 betrug die Teilzeitquote in Österreich 31,5 Prozent, in Kärnten lag sie bei 28,3 Prozent. Fast ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeitet also Teilzeit, obwohl der Großteil der offenen Jobs Vollzeitstellen sind.
Ernsthafte Gefahr für heimische Wirtschaft
Diese Diskrepanz bezeichnet der Wirtschaftsbund Kärnten als ernsthafte Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit. Zwar sei unbestritten, dass viele Menschen aus Gründen wie Kinderbetreuung, Pflege oder Gesundheit Teilzeit arbeiten müssten – dennoch brauche es entschlossenes Handeln. WB-Direktorin Sylvia Gstättner betont erneut drei dringliche Schritte:
- Leistung muss sich lohnen
Lohnnebenkosten müssen spürbar gesenkt und Sozialtransfers reformiert werden, damit Arbeit sich wieder auszahlt. - Gezielte Zuwanderung
Kärntner Betriebe sind vielfach auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Verfahren müssen schneller und unbürokratischer werden, die Rot-Weiß-Rot-Karte praxisnah reformiert und Qualifikationen rascher anerkannt werden. - Wohnen und Mobilität leistbar machen
Ein funktionierender Arbeitsmarkt braucht leistbaren Wohnraum und moderne Verkehrsanbindungen, besonders im ländlichen Raum. Der Ausbau von Infrastruktur und öffentlichem Verkehr ist dafür unerlässlich.
„Unsere Betriebe sind leistungsbereit, aber ihnen fehlen die MitarbeiterInnen. Die Politik muss jetzt handeln“, so Gstättner.




























