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Mutterschaft 4.0

Mutterschaft 4.0

Wie wichtig Frauen für die Wirtschaft und sogar für die Pensionen sind, hat sich inzwischen herumgesprochen. Wie man allerdings mit dem naturgegebenen Umstand umgehen soll, dass Frauen Kinder gebären und damit den Fortbestand der Gesellschaft sicherstellen, wirft immer noch Fragen auf. Denn so wichtig diese weibliche Eigenschaft ist, so wenig wird sie von der Gesellschaft honoriert.

In den vergangenen Wochen ist nun die Diskussion um den „Gender Pay Gap“ wieder entflammt. Die neueste Idee der Politik lautet, diese entscheidende Lücke in der Einkommensentwicklung von Arbeitnehmerinnen über die betriebliche Anrechnung von Karenzzeiten für Gehaltsvorrückungen bis zu 24 Monaten zu schließen. Das bedeutet: Die Unternehmen sollen bezahlen, was für die Gesellschaft überlebensnotwendig ist.

Davon halte ich nichts. Erstens können wir mit Fug und Recht behaupten, dass die derzeitigen Regelungen zahlreiche Unterstützungen wie Urlaubsansprüche, Entgeltfortzahlungen und Kündigungsfristen für Arbeitnehmerinnen anbieten und auch im internationalen Vergleich vorbildhaft sind. Im Gegensatz dazu haben Unternehmerinnen in Österreich diese Möglichkeiten bis heute nicht oder nur in eingeschränktem Maße. Als zweifache Mutter bin ich mir dieses Unterschiedes ganz genau bewusst. Vielen „Ein-Personen-Unternehmerinnen“ ist das Risiko, durch die Mutterschaft Kunden oder gar den Anschluss an den Markt zu verlieren, genau deshalb schlicht zu groß.

Und zweitens ist der Versuch, die Betriebe für diese ureigenste gesellschaftliche Aufgabe, nämlich ihre Selbsterhaltung, in die Pflicht nehmen zu wollen, beinahe so etwas wie Kindesweglegung. Für unsere Wirtschaft zählt bei einer Gehaltsvorrückung die im Betrieb und für den Betrieb erbrachte Leistung. Um ihren künftigen Erhalt wird sich die Gesellschaft schon selber kümmern müssen, meint Ihre

 

Sylvia Gstättner
Wirtschaftsbunddirektorin